Einzelhandel, Produktion

MANNHEIM - Mit ihren Verkaufsparties, Vertreterbesuchen und einer wachsenden Internetpräsenz hat die Direktvertriebsbranche ihre Umsätze im vergangenen Jahrzehnt um über 50 Prozent gesteigert.

22.08.2022 - 06:09:30

Studie: Direktvertrieb hat Umsätze seit 2011 um 50 Prozent gesteigert. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Universität Mannheim im Auftrag des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland (BDD) hervor. Danach stiegen Umsätze von Vorwerk, Avon, Bofrost und Co. zwischen 2011 und 2021 von 12,6 auf 19,1 Milliarden Euro.

Selbst die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden weltweiten Lieferengpässe konnten dem Direktvertrieb kaum etwas anhaben. Im ersten Corona-Jahr 2020 steigerte die Branche trotz aller Kontaktbeschränkungen ihre Umsätze noch einmal um rund 1 Prozent. Im zweiten Corona-Jahr 2021 legte sie um 1,9 Prozent zu.

Der aktuelle Einbruch der Konsumstimmung nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine macht allerdings auch den Verkaufsprofis zu schaffen. "Auch der Direktvertrieb spürt die durch den Ukrainekrieg und die hohe Inflation ausgelöste Kaufzurückhaltung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher", sagte die stellvertretende BDD-Vorsitzende Elke Kopp der Deutschen Presse-Agentur. "Das Einkaufsverhalten hat sich geändert. Die Kundinnen und Kunden greifen häufig zu günstigeren Varianten - oder sie kaufen weniger."

Insgesamt arbeiteten 2021 der Studie zufolge gut 900 000 Menschen als sogenannte Vertriebspartner im Direktvertrieb - ein Prozent weniger als 2020, aber ein Drittel mehr als 2011. Verkauft werden vor allem Haushaltswaren, Bekleidung und Kosmetik. Doch auch viele Bauprodukte und Versicherungen werden per Direktvertrieb unter die Leute gebracht. Wichtigste Vertriebswege sind der Umfrage zufolge Partyverkäufe und angekündigte Vertreterbesuche. Deutlich häufiger als vor zehn Jahren verkaufen die Unternehmen der Branche ihre Produkte aber auch über das Internet und den Einzelhandel.

Auch wenn die Branche derzeit die wirtschaftlichen Turbulenzen zu spüren bekommt, blickt Kopp zuversichtlich in die Zukunft. "Der Direktvertrieb wächst seit Jahren kontinuierlich und hat schon viele Krisen gemeistert. Auch der Ukrainekrieg und die hohe Inflation werden an diesem Trend nichts ändern."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Tiefkühlproduzent Ardo ruft Blattspinat zurück. Betroffen seien ausschließlich 500-Gramm-Produkte mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) Juni 2024, der Produktionscharge 142174 und der EAN-Artikelnummer 4337256041294, teilte das Unternehmen in Ratingen am Dienstag mit. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich in einzelnen Verpackungen Rahmspinat befindet, welches das nicht deklarierte Allergen Milch enthält." Personen, die gegen Kuhmilch allergisch seien, sollten den Spinat mit dem betroffenen MHD nicht verzehren. RATINGEN - Der Tiefkühlhersteller Ardo hat für das Produkt "Rewe Beste Wahl, Blattspinat portioniert" einen begrenzten Rückruf gestartet. (Boerse, 27.09.2022 - 18:45) weiterlesen...

XXXLutz übernimmt Hälfte der Braun Möbel-Center-Gruppe. Die Partnerschaft stärke die Marktposition und sichere die Arbeitsplätze, teilte XXXLutz am Dienstag in Würzburg mit. Der Vertrag sei unterzeichnet, die Zustimmung des Kartellamts stehe noch aus. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. WÜRZBURG/REUTLINGEN - Der österreichische Möbelhaus-Konzern XXXLutz expandiert weiter in Deutschland und übernimmt 50 Prozent der Reutlinger Braun Möbel-Center-Gruppe mit mehr als 1000 Mitarbeitern. (Boerse, 27.09.2022 - 15:35) weiterlesen...

WDH: Erneuter Streik am größten britischen Containerhafen (Wiederholung: Im 2. (Boerse, 27.09.2022 - 15:23) weiterlesen...

Erneuter Streik am größten britischen Containerhafen. Die Gewerkschaft Unite hatte im Kampf um höhere Löhne seit dem Morgen am walisischen Hafen Felixstowe zum Streik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich rund 1900 Mitglieder. Sie fordern ein Gehaltsplus von zehn Prozent und lehnen das bisherige Angebot der Arbeitgeber - sieben Prozent und eine Einmalzahlung von 500 Pfund (rund 560 Euro) mit der Begründung ab, dies sei angesichts der explodierenden Inflation immer noch ein Reallohnverlust. FELIXSTOWE - Am größten Containerhafen Großbritanniens haben große Teile der Belegschaft am Dienstag erneut die Arbeit niedergelegt. (Boerse, 27.09.2022 - 14:48) weiterlesen...

Schwarz-Gruppe will Erfurter Teigwaren übernehmen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes übernimmt die Schwarz Produktion die Erfurter Teigwaren GmbH, wie das Unternehmen am Dienstag auf Nachfrage mitteilte. Schwarz Produktion erwirbt den Nudelproduzenten nach eigenen Angaben von dem bisherigen Eigentümer, der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Lampe Privatinvest. Zuvor hatte MDR Thüringen darüber berichtet. ERFURT/HAMBURG - Die Nudelfabrik in Erfurt wird künftig für die Handelsketten Lidl und Kaufland produzieren. (Boerse, 27.09.2022 - 12:40) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Barclays senkt Kering auf 'Equal Weight' und Ziel auf 555 Euro. Das Kursziel für den Luxusgüterkonzern senkte Analystin Carole Madjo in einer am Dienstag vorliegenden Studie von 800 auf 555 Euro. Sie sei überrascht von der Schwäche, die die Kernmarke Gucci in China erlebe. Außerdem sei Kering wegen des Geschäftsprofils anfälliger für eine konjunkturelle Abkühlung. LONDON - Die britische Investmentbank Barclays hat Kering wegen neuer Erkenntnisse zu den Perspektiven in China von "Overweight" auf "Equal Weight" abgestuft. (Boerse, 27.09.2022 - 07:38) weiterlesen...