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MANAGUA / TEGUCIGALPA - Rund zwei Wochen nach dem verheerenden Hurrikan "Eta" hat ein zweiter gefährlicher Sturm Teile Mittelamerikas verwüstet.

18.11.2020 - 06:34:03

Nächster heftiger Hurrikan trifft angeschlagenes Mittelamerika. Als Hurrikan der Kategorie vier - mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 250 Kilometern pro Stunde nur knapp unter der Grenze eines Sturms der höchsten Stufe - traf "Iota" zunächst in Nicaragua auf Land.

Bilder zeigten reißende Fluten, Straßen und Wohngebiete unter sehr hohem Wasser sowie kaputte Brücken. Medien berichteten über Stromausfälle und zahlreiche Orte, die von der Außenwelt abgeschnitten waren. Nach Informationen der Regierung Nicaraguas von Dienstagabend (Ortszeit) waren dort mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Auch aus Honduras, El Salvador und Panama gab es - zunächst unbestätigte - Berichte über Todesfälle. Mehr als 60 000 Menschen kamen den Angaben zufolge in Nicaragua in Notunterkünfte.

Auch im Nachbarland Honduras waren zahlreiche Menschen in Sicherheit gebracht worden. Dorthin zog der Wirbelsturm, der sich im Laufe des Tages immer mehr abschwächte und zu einem tropischen Sturm herabgestuft wurde. Es wurde nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums der USA erwartet, dass "Iota" sich weiter abschwächt und am Montag nahe El Salvador auflöst.

Die Meteorologen warnten aber weiter vor möglichen katastrophalen Sturzfluten und Erdrutschen in mehreren Ländern Mittelamerikas. Die Zivilschutzbehörde von Honduras, Copeco, forderte am Dienstagabend (Ortszeit) alle Menschen in der Nähe der Flüsse Ulúa, Chamelecón und Cangrejal auf, die Gebiete sofort zu verlassen. Die Pegel stiegen demzufolge unaufhaltsam - es werde weitläufige, katastrophale Überschwemmungen geben. Die Gefahr war auch wegen der Schäden, die "Eta" hinterlassen hatte, groß. Der Boden war in vielen Gebieten schon vor Ankunft von "Iota" mit Wasser gesättigt.

"Eta" war am 3. November als Hurrikan der Kategorie vier auf die Küste Nicaraguas getroffen - nur rund 25 Kilometer nördlich des Ortes, wo "Iota" Land erreichte. "Eta" verwüstete Gebiete in mehreren Ländern und setzte ganze Landstriche unter Wasser. Tausende Familien verloren ihr Zuhause, mehr als eine Million Menschen brauchten nach Angaben von Hilfsorganisation dringend Hilfe. Mehr als 150 Todesfälle wurden registriert; hinzu kommen die rund 100 Bewohner eines Dorfes in Guatemala, das von einem Erdrutsch verschüttet wurde. Die Suche nach ihnen wurde wegen zu gefährlicher Bedingungen abgebrochen.

"Iota" war der stärkste Sturm der aktuellen Hurrikansaison. Er war am Montag als Hurrikan der Kategorie fünf zunächst über die kolumbianische Karibikinseln Providencia und San Andrés hinweggefegt. Es handelte sich nach Angaben des Staatspräsidenten Iván Duque um den ersten Hurrikan der höchsten Stufe auf kolumbianischem Gebiet. Auf Providencia habe es mindestens einen Todesfall gegeben.

"Iota" war der 30. Sturm in diesem Jahr, der stark genug war, um einen Namen zu bekommen - der bisherige Rekord lag bei 28 im Jahr. In der diesjährigen Saison haben sich so viele starke Stürme gebildet, dass die 21 dafür vorgesehenen Namen längst aufgebraucht wurden. Die Meteorologen griffen deshalb erstmals seit 15 Jahren auf das griechische Alphabet zurück. Es gab auch ungewöhnlich viele starke Stürme zum Ende der Saison, die von Juni bis November dauert. Die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme ist Experten zufolge eine Folge des Klimawandels.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Nach Hurrikan 'Iota': Inzwischen 49 Tote in Lateinamerika. In Nicaragua wurden nach Angaben der Behörden 21 Todesopfer gezählt, im Nachbarland Honduras waren es 16. Zwölf weitere Opfer wurden in Guatemala, Panama, Kolumbien und El Salvador gezählt. Am Donnerstag, nachdem sich der einstige Hurrikan bereits aufgelöst hatte, blieb die Lage gefährlich: In Honduras wurden wegen hoher Flusspegel noch immer Gebiete evakuiert. MANAGUA/TEGUCIGALPA - Nach dem Durchzug des schweren Sturms "Iota" ist die Zahl der dabei ums Leben gekommenen Menschen in Mittelamerika und Kolumbien auf 49 gestiegen. (Boerse, 20.11.2020 - 05:35) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Deutsche Rückversicherer belastet von SocGen-Studie. Belastet von einer aufgehobenen Kaufempfehlung durch die Societe Generale fielen die Papiere von Munich Re im Dax um 1,9 Prozent und die von Hannover Rück im MDax um 2,8 Prozent. Analyst Vikram Gandhi hatte beide Papiere nach gutem Lauf auf "Hold" abgestuft - mit dem Argument, Chancen und Risiken seien nun für die meisten Rückversicherer-Titel in ein ausgewogenes Verhältnis gekommen. FRANKFURT - Die Aktien der beiden deutschen Rückversicherer haben am Donnerstag zu den größten Verlierern in ihren Indizes gehört. (Boerse, 19.11.2020 - 11:13) weiterlesen...

Erste Informationen nach Hurrikan 'Iota': Mindestens 15 Tote. Das geht aus ersten Zahlen der Behörden mehrerer Länder hervor. Mit mindestens zehn Todesopfern war die Zahl in Nicaragua am höchsten. Dort war "Iota" als Hurrikan der Kategorie vier - mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 250 Kilometern pro Stunde nur knapp unter der Grenze eines Sturms der höchsten Stufe - am Montagabend (Ortszeit) auf Land getroffen. In der Folge zog er weiter über Honduras und schwächte sich dabei immer mehr ab. Am Mittwoch handelte es sich noch um ein Tiefdruckgebiet. MANAGUA/TEGUCIGALPA - Der schwere Sturm "Iota" hat in Mittelamerika und Kolumbien mindestens 15 Menschen das Leben gekostet. (Wirtschaft, 18.11.2020 - 19:17) weiterlesen...