Monsanto, US61166W1018

LUXEMBURG - Die EU-Rechnungsprüfer haben scharfe Kritik an den Plänen der EU-Kommission zur Reform der Agrarförderung geübt.

07.11.2018 - 16:17:37

EU-Rechnungsprüfer kritisieren Brüsseler Agrarpläne. Vor allem beim Umweltschutz griffen die Pläne zu kurz, teilte der in Luxemburg ansässige Rechnungshof am Mittwoch mit. In wichtigen Punkten ändere sich nichts im Vergleich zum bisherigen System.

Die EU-Kommission hatte vor einigen Monaten umfassende Pläne für die europäische Agrarpolitik nach 2020 vorgestellt. Die EU-Staaten sollen dabei mehr Freiheiten bekommen, wie sie eine Reihe von vorbestimmten Zielen erreichen wollen - etwa die Erhaltung der Natur, der Wettbewerbsfähigkeit sowie die Sicherung der Lebensmittelqualität. Die Staaten sollen dazu jeweils nationale Pläne erstellen, die von der Brüsseler Behörde genehmigt werden müssten.

Die Agrarfördergelder sollen zudem insgesamt gekürzt werden. Bislang betrug ihr Anteil im EU-Haushalt 40 Prozent, nun soll er auf etwa ein Drittel schrumpfen - unter anderem wegen des EU-Austritts Großbritanniens im März 2019, durch den Beitragsgelder fehlen werden. Für 2021 bis 2027 sind nun 365 Milliarden Euro an EU-Agrargeldern vorgesehen. Die EU-Staaten und das Europaparlament verhandeln derzeit noch über die Pläne.

Die vorgeschlagene Reform sehe zwar Wege vor, um Klima- und Umweltschutzziele zu erreichen, hieß es von den Rechnungsprüfern weiter. Sie seien jedoch nicht klar definiert und auch nicht in konkrete Vorgaben umgesetzt.

Der Rechnungshof kritisierte zudem, dass der größte Teil der Gelder weiterhin als Direktzahlungen an die Landwirte gehen solle - auf Grundlage der Größe der genutzten Fläche. Damit könnten viele Umweltbelange aber nicht berücksichtigt werden. "Und es stellt auch nicht die wirtschaftlichste Art und Weise dar, um ein angemessenes Einkommen zu unterstützen."

Deutliche Kritik kam auch vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). "Die milliardenschweren Direktzahlungen schaden nachweislich Natur und Umwelt", sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Und die EU verschwendet Milliarden an Steuergeld. Wir brauchen endlich eine EU-Agrarpolitik, die Umwelt und Klima schützt - und nicht hochsubventioniert und sehenden Auges zerstört."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bayer hält operatives Ergebnis nur dank Xarelto-Sonderertrag stabil (Boerse, 13.11.2018 - 15:58) weiterlesen...

Mehr Glyphosat-Klagen gegen Bayer - Konzern schließt Vergleiche aus. Bis Ende Oktober seien Gerichtsschriften von insgesamt etwa 9300 Klägern zugestellt worden, sagte Bayer-Konzernchef Werner Baumann am Dienstag in Leverkusen. Das waren circa 600 mehr als Ende August. Baumann rechnet mit einem weiteren Anstieg. LEVERKUSEN - Der Agrarchemie-Konzern Bayer muss sich in den USA noch mehr Glyphosat-Klagen stellen als bisher bekannt. (Boerse, 13.11.2018 - 12:38) weiterlesen...

Noch mehr Glyphosat-Klagen gegen Bayer - Operatives Ergebnis stabil. Dem gegenüber standen Belastungen durch ungünstige Wechselkursentwicklungen etwa durch die Schwäche des brasilianischen Real. Der bereinigte operative Gewinn lag letztendlich über der durchschnittlichen Schätzung von Experten. Allerdings lag das auch an einem Einmalertrag im Zusammenhang mit dem Blutgerinnungshemmer Xarelto. LEVERKUSEN - Zuwächse im Pharmageschäft sowie bei Mais- und Sojasaat haben Bayer im dritten Quartal Rückenwind verliehen. (Boerse, 13.11.2018 - 12:00) weiterlesen...

Bayer mit mehr Klägern wegen Glyphosat konfrontiert. LEVERKUSEN - Die Klagewelle in den USA gegen den Agarchemie- und Pharmakonzern Bayer ist weiter gewachsen. Im Zusammenhang mit dem Wirkstoff Glyphosat wurden dem übernommenen Saatgutkonzern Monsanto in den USA bis zum 30. Oktober Klagen von etwa 9300 Klägern zugestellt, wie Bayer am Dienstag in Leverkusen mitteilte. Das sind rund 600 mehr als Ende August. Bayer mit mehr Klägern wegen Glyphosat konfrontiert (Boerse, 13.11.2018 - 08:00) weiterlesen...