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LÜTZERATH - Braunkohlegegner und Klimaschützer haben für die kommenden Monate entschiedenen Protest gegen einen weiteren Abriss von Häusern und Baumfällaktionen am Tagebau Garzweiler im rheinischen Revier angekündigt.

15.08.2021 - 18:21:27

Braunkohlegegner und Klimaschützer kündigen neue Proteste an. Ein Konzert zwischen Kohlebändern in dem Tagebaugelände und die Installation eines Baumhauses in einer Baumkrone des Dorfes Lützerath am Sonntag stellten nach Angaben der Organisatoren nur den Auftakt für sehr viele weitere Aktionen dar. Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisierte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit örtlichen Initiativen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) scharf, der auch Kanzlerkandidat der Union ist.

mit einer Rodung beginnen. "Aber egal, wie viel Hundertschaften bewaffneter Polizei hierher nach Lützerath entsandt werden, wir werden uns der Zerstörung entgegenstellen." Ab November drohe der Abriss des Dorfes Lützerath. Die 1,5-Grad-Erwärmungsgrenze verlaufe hier am Tagebau.

Nach Polizeiangaben sind bei der Protestaktion am Sonntag auf das Gelände des Tagebaus Garzweiler etwa 90 Teilnehmer vorgedrungen, die sich an mehreren Stellen Zutritt zu dem Werksgelände verschafft und dort musiziert hätten. Ein Security-Mitarbeiter sei verletzt worden. Zu den Umständen und wegen Hausfriedensbruchs liefen Ermittlungen. Zwei von drei Gruppen hätten bis zum frühen Nachmittag das Gelände wieder verlassen. Vorläufige Festnahmen habe es nicht gegeben.

RWE Power erklärte, die Aktivisten hätten sich selbst in Gefahr gebracht, als sie steile Böschungen hinuntergestiegen und durch Bandanlagen gegangen seien. "Ein Mitarbeiter des RWE-Werkschutzes ist bei einem gewaltsamen Übergriff derart angegangen worden, dass er kurzzeitig bewusstlos war und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste", erklärte das Unternehmen. Man werde Straftaten anzeigen. Die Förderbänder in dem Tagebau hätten zeitweise stillgestanden, der Betrieb der Kraftwerke sei aber uneingeschränkt weitergelaufen.

Die Aktion "Lebenslaute" berichtete in der Pressekonferenz, dass Teilnehmer zwischen stehenden Kohlebändern musiziert hätten, die gar nicht erst angelaufen seien. "Wir sind heut morgen mit "Lebenslaute" vor Sonnenaufgang an mehreren Stellen bis runter in den Tagebau gekommen", erklärte eine Vertreterin bei der Pressekonferenz. So sei eine Gruppe unter einem Kohleband hindurchgekrabbelt und habe dann zwischen Bändern musiziert. Es seien Bach-Suiten gespielt worden. Zu den Vorwürfen von RWE war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

@ dpa.de

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