BASF SE, DE000BASF111

LUDWIGSHAFEN - BASF -Chef Martin Brudermüller hat sich gegen ein mögliches Embargo von Erdgas aus Russland ausgesprochen.

29.04.2022 - 10:49:29

BASF-Chef Brudermüller gegen Embargo von Erdgas aus Russland. "Wenn über Nacht die Erdgaslieferungen aus Russland wegfallen, würde das zu einer irreversiblen Schädigung der Volkswirtschaft führen", sagte er am Freitag bei der Hauptversammlung des Unternehmens. Im Extremfall müsste BASF die Produktion im Stammwerk in Ludwigshafen einstellen. "Wir sehen das wie die Bundesregierung", sagte Brudermüller. "Sie hat sich gegen ein Erdgas-Embargo ausgesprochen.

Deutschland sei sehr stark abhängig von russischem Erdgas. "Russland deckt rund 50 Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs. Damit bilden die russischen Gaslieferungen die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie. Auch für BASF in Ludwigshafen. Das sind Realitäten", betonte Brudermüller. Das Unternehmen beziehe kein Gas und kein Öl direkt aus Russland, sondern von westeuropäischen Lieferanten. "In deren Portfolio ist aber auch Erdgas aus Russland. Und damit auch in einem ähnlichen Verhältnis bei BASF am Standort in Ludwigshafen. Um es klar zu sagen: Eine kurzfristige Lösung, Erdgas aus Russland zu ersetzen, gibt es nicht."

Priorität von Politik und Wirtschaft müsse sein, sich aus dieser Abhängigkeit so schnell wie möglich zu befreien, sagte Brudermüller. "Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um unsere Abhängigkeit von russischem Gas am Standort Ludwigshafen möglichst zügig zu reduzieren." Das alles gehe jedoch nicht auf Knopfdruck.

@ dpa.de