BOEING CO, US0970231058

LONDON / TOULOUSE - Im Wettlauf um kleinere Langstreckenjets will der Flugzeugbauer Airbus seinem US-Rivalen Boeing laut einem möglichen Kunden zuvorkommen.

12.10.2018 - 08:12:24

Airbus will Boeing mit Super-Langstreckenversion der A321neo zuvorkommen. Der europäische Flugzeugbauer werde die unter dem Namen A321XLR diskutierte Super-Langstrecken-Variante seines Mittelstreckenjets möglicherweise schon bis zum Jahr 2023 bauen, sagte der Chef der kanadischen Fluggesellschaft Air Transat , Jean-Francois Lemay, im Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg in London. Er sei darüber sowohl von Airbus selbst als auch von der Flugzeug-Leasinggesellschaft AerCap informiert worden.

Der weltgrößte Flugzeugbauer Boeing bastelt seit einiger Zeit an einem Konzept für einen mittelgroßen Passagierjet, der um das Jahr 2025 herum in Dienst gehen soll. Mit Blick auf Größe und Reichweite soll er zwischen den Mittelstreckenjets der 737-MAX-Reihe und dem Großraumjet 787 "Dreamliner" liegen. Boeing will damit eine Lücke in seiner Modellpalette abdecken. Als Name ist "Boeing 797" im Gespräch. Eine Entscheidung über den Bau will Konzernchef Dennis Muilenburg aber erst im Jahr 2019 treffen, wie er im Juli vor der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough gesagt hatte.

Airbus sah sich bislang mit der längsten Version seiner Mittelstreckenjets, der A321neo, gut aufgestellt und hat bereits eine Langstreckenversion unter dem Namen A321LR (Long Range) aufgelegt. Die A321XLR soll diese an Reichweite aber nochmals deutlich übertreffen. Ein Airbus-Sprecher wollte das Jahr 2023 als Ziel für die Indienststellung nicht bestätigen. Allerdings sei es "kein Geheimnis, dass die A321 noch eine Menge Potenzial" habe. Im Juni hatte der damalige Airbus-Verkaufschef Eric Schulz gesagt, der Flugzeugbauer könne die aktuelle A321LR binnen zwei Jahren verbessern.

Air Transat sieht sich als "natürlichen Käufer" für diesen Flieger. Schon die A321LR, die die Fluggesellschaft im kommenden Jahr in ihre Flotte aufnimmt, könne Flüge von Kanada nach Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Portugal bewältigen. Für Ziele in Mittel- und Osteuropa sei ihre Reichweite aber noch zu gering.

@ dpa.de