Regierungen, Versorger

LONDON - Nach Einschätzung britischer Geheimdienste gefährden Aktionen der russischen Streitkräfte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sicherheit des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja.

05.08.2022 - 09:18:29

London: Ukrainisches Atomkraftwerk durch russische Aktionen gefährdet. Moskaus Absichten im Hinblick auf das größte Atomkraftwerk in Europa seien fünf Monate nach Beginn des Krieges noch immer unklar, hieß es am Freitag in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.

Die Russen setzten wohl Artillerieeinheiten in den an das Kraftwerk angrenzenden Gebieten ein, um ukrainische Regionen westlich des Dnipro-Flusses anzugreifen. Womöglich nutzten sie dabei den Hochsicherheitsstatus des Kraftwerkgeländes aus, um sich und ihre Ausrüstung vor nächtlichen ukrainischen Gegenangriffen zu schützen, hieß es.

Mit sechs Blöcken und einer Leistung von 6000 Megawatt ist das Werk in der Stadt Enerhodar in der Oblast Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Russische Truppen hatten die Anlage Anfang März besetzt. Danach wurde das Kernkraftwerk von ukrainischem Personal weiterbetrieben, aber von russischen Nuklearspezialisten überwacht.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat die Lage am Kernkraftwerk als äußerst unbeständig und fragil bezeichnet. "Alle Prinzipien nuklearer Sicherheit wurden auf die eine oder andere Art verletzt", sagte Rafael Grossi in dieser Woche in New York. Eine IAEA-Inspektion zur Prüfung der technischen Sicherheit sei dringend erforderlich.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

EU-Außenbeauftragter will Demilitarisierung von AKW Saporischschja. Das AKW dürfe nicht in militärische Auseinandersetzungen hineingezogen werden, schrieb Borrell am Freitagabend auf Twitter. Er unterstütze Forderungen nach einer Demilitarisierung des Gebietes und dringe auf einen Besuch von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). "Russland muss sofort die Kontrolle an die Ukraine als dem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben", schrieb Borrell. BRÜSSEL - Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat einen sofortigen Abzug russischer Truppen aus dem besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Südukraine gefordert. (Boerse, 12.08.2022 - 21:48) weiterlesen...

US-Regierung: Chinas Druckkampagne gegen Taiwan wird sich fortsetzen. "China hat überreagiert", sagte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter am Freitag bei einer Telefonschalte mit Journalisten. Die Aktionen seien "provokativ, destabilisierend und beispiellos" gewesen. WASHINGTON - Die US-Regierung hat China erneut wegen der Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, kritisiert. (Wirtschaft, 12.08.2022 - 20:00) weiterlesen...

Oder-Fischsterben für Naturschützer Katastrophe - Ursachen ungeklärt. Das massenhafte Fischsterben in der Oder hat im Grenzgebiet zu Polen Alarmstimmung ausgelöst. Unklar blieb trotz umfangreicher Untersuchungen und Hinweisen auf Quecksilber im Wasser, woran genau die Tiere gestorben sind. SCHWEDT/POTSDAM - Naturschützer sprechen von einer ökologischen Katastrophe. (Boerse, 12.08.2022 - 19:15) weiterlesen...

Wegen Fischsterbens: Polens Regierungschef entlässt Spitzenbeamte. Der Chef der Wasserbehörde und der Leiter der Umweltbehörde müssten ihre Ämter mit sofortiger Wirkung räumen, schrieb Morawiecki am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter. "Ich teile die Ängste und die Empörung über die Vergiftung der Oder. WARSCHAU - Weil sie zu langsam auf das Fischsterben in der Oder reagiert haben sollen, hat Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki zwei Spitzenbeamte entlassen. (Boerse, 12.08.2022 - 19:09) weiterlesen...

USA: Russland plant zahlreiche Scheinreferenden in der Ukraine. Ziel sei ein Anschluss an Russland. Ein hochrangiger Vertreter des Nationalen Sicherheitsrates sagte am Freitag in Washington, dass Russland in Cherson, Saporischschja, den Separatistengebieten Luhansk und Donezk sowie in Teilen von Charkiw Scheinreferenden abhalten wolle. WASHINGTON - Russland hat nach Informationen des US-Geheimdienstes mit konkreten Planungen für Referenden in mehreren Städten im Osten der Ukraine begonnen. (Wirtschaft, 12.08.2022 - 18:54) weiterlesen...

New York befürchtet Verbreitung von Polio in Millionenmetropole. Die Gesundheitsbehörden der Stadt und des Bundesstaats New York teilten am Freitag mit, dass Polioviren im Abwassersystem festgestellt worden seien. Der Chef der städtischen Gesundheitsbehörde, Ashwin Vasan, appellierte an die New Yorker, sich impfen zu lassen: "Das Risiko für die New Yorker ist real, aber der Schutz ist so einfach - lassen Sie sich gegen Polio impfen." In der Metropole seien 14 Prozent der Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren nicht vollständig gegen Polio geimpft. NEW YORK - Die New Yorker Gesundheitsbehörde befürchtet die Ausbreitung der in den USA als ausgerottet geltenden Kinderlähmung in der Millionenmetropole. (Boerse, 12.08.2022 - 18:44) weiterlesen...