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Regierungen, Medizintechnik

LONDON - Die britische Regierung will mit einer großen Kampagne die vielen übergewichtigen Briten zum Abnehmen in der Corona-Krise animieren.

26.07.2020 - 14:58:02

Briten sollen abnehmen - Vorbereitung auf zweite Coronavirus-Welle. Allein in England sind fast 63 Prozent der Erwachsenen zu dick, wie aus einem Bericht der Gesundheitsbehörden hervorgeht.

Während der Ausgangsbeschränkungen in den vergangenen Monaten hatten viele Briten nochmals an Gewicht zugenommen. Zu viele Kilos können diverse Erkrankungen fördern. Auch das Sterberisiko bei einer Covid-19-Erkrankung steigt an. Wissenschaftler rechnen im Herbst mit einer zweiten Infektionswelle in Großbritannien.

Die britische Regierung wolle die Kampagne mit etwa zehn Millionen Pfund (etwa elf Millionen Euro) unterstützen, berichtete am Samstag die Zeitung "The Guardian". So müsse zum Beispiel auf Weinflaschen und Bierdosen künftig der Kaloriengehalt des Getränks verzeichnet sein. Werbung für Junkfood im Fernsehen soll erst spät abends erlaubt sein, so der "Guardian". Übergewicht sei Experten zufolge der "wichtigste veränderbare Risikofaktor" im Kampf gegen Covid-19.

"Gewicht zu verlieren, ist einer der Wege, sein Risiko zu minimieren", sagte auch Premier Boris Johnson kürzlich beim Besuch in einem Krankenhaus. Der übergewichtige Regierungschef war selbst an Covid-19 erkrankt und hatte im April auf einer Intensivstation um sein Leben gekämpft. Er habe einige Kilo abgenommen, sagte Johnson, der nach eigenen Angaben im Frühjahr noch etwa 111 Kilogramm wog.

Die Ursache für das erhöhte Risiko bei Übergewicht im Falle einer Covid-19-Erkrankung ist nicht bekannt. Einer Theorie zufolge könnte das Immunsystem durch das erhöhte Körpergewicht grundsätzlich aktiviert und in der Folge bei einer Virusinfektion überlastet werden.

Großbritannien ist das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Vermutlich sind auch viele Menschen dem Coronavirus zum Opfer gefallen, die nie auf den Erreger getestet wurden.

Die sogenannte Übersterblichkeit für die Zeit der Pandemie liegt Berechnungen der "Financial Times" zufolge bei mehr als 65 000. Damit ist die Differenz in einem bestimmten Zeitraum zwischen der Zahl der Todesfälle und dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gemeint.

@ dpa.de

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