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DIALOG SEMICONDUCTOR, GB0059822006

LONDON - Der Chipentwickler Dialog Semiconductor wird angesichts einer hohen Nachfrage nach Computern in der Corona-Krise optimistischer für die Geschäftsentwicklung.

24.06.2020 - 09:39:24

Dialog Semiconductor wird dank Computer-Nachfrage optimistischer. Der Umsatz dürfte im zweiten Quartal zwischen 290 und 305 Million US-Dollar (257 bis 270 Mio Euro) liegen, wie das Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch in London mitteilte. Anfang Mai hatte Dialog noch 260 bis 290 Millionen Dollar angepeilt. Der Aktienkurs legte am Mittwoch kräftig zu.

Der durch die Corona-Krise bedingte Trend zum Homeoffice sowie zum Lernen daheim hätten zu einer überraschend starken Nachfrage nach Notebooks, Tablets und ähnlichen Geräten geführt, erklärte Dialog. Das Unternehmen geht auch für das dritte Quartal von einer schwungvollen Entwicklung aus. Die vollständigen Resultate für das bis 26. Juni laufende Geschäftsquartal sollen am 5. August vorgelegt werden. Angaben zu den Erwartungen für die Bruttomarge und den operativen Gewinn machte Dialog Semiconductor nicht.

Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten gut an. Im frühen Handel lagen die Dialog-Aktien rund 7 Prozent im Plus. Im laufenden Jahr haben die Papiere im Zuge der Marktturbulenzen zwar immer noch rund 11 Prozent eingebüßt. Allerdings geht es für die Aktien seit dem Corona-Crash wieder deutlich bergauf. Seit dem Tief hatten sie zuletzt ihren Wert mehr als verdoppelt. Auf längere Sicht sieht es allerdings weniger erfreulich aus: In den zurückliegenden 5 Jahren steht für Dialog Semiconductor ein Minus von rund einem Fünftel zu Buche.

Analyst Christian Sandherr von der Privatbank Hauck & Aufhäuser zeigte sich positiv überrascht vom neuen Umsatzziel für das zweite Quartal. Es sei höher als von ihm erwartet, schrieb er und hob hervor, dass sich Dialog besser als der Markt entwickele und auch über 2020 hinaus weiter viele Wachstumschance habe. Ein weiterer Händler präzisierte: Die Umsatzerwartung liege nun 5 Prozent über der Markterwartung. Alles in allem dürfte ihm zufolge die Konsensschätzung für 2020 nun um 5 bis 10 Prozent steigen. Die ebenfalls mitgeteilte Ausgabe von 4 Millionen neuer Aktien an den Employee Trust für Manager und Angestellte indes wertete er negativ, da sie stark verwässernd wirke. Für Experte Achal Sultania von der Schweizer Großbank Credit Suisse sind die Vorabzahlen positiv ausgefallenen. Die Bewertung bleibe günstig. Analyst Mitch Steves vom Analysehaus RBC betont, dass Dialog im Hinblick auf seine angehobenen Erwartungen unter anderem von besser als erwartet laufenden Geschäften mit Tablets und Notebooks profitiere. Das in Großbritannien ansässige Unternehmen ist wegen des Brexit nicht mehr in der Dax-Familie enthalten, zieht aber hierzulande unverändert Interesse auf sich.

Anfang Mai hatte Dialog Semiconductor seinen Ausblick auf das laufende Jahr zurückgezogen. Die wegen der Corona-Pandemie anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit führe zu einer ungewöhnlich unklaren Sicht auf das zweite Halbjahr, hieß es. Dialog-Chef Jalal Bagherli betonte damals aber, dass die Lieferketten und Vertragshersteller nahezu vollständig einsatzfähig seien.

Im Frühjahr war Dialog Semiconductor überraschend aus dem MDax und zugleich aus dem TecDax genommen worden, da nur Aktien von Unternehmen mit juristischem Sitz in der Europäischen Union Mitglied in der Dax-Familie sein können. Wegen des Austritts Großbritanniens aus der EU musste der Chiphersteller daher die deutschen Indizes verlassen.

Dialog stellt sich durch Zukäufe nach und nach breiter auf. Erst vor wenigen Tagen gab es positive Nachrichten: Die US-Wettbewerbsbehörde Cfius (Committee on Foreign Investment in the United States) hatte mitgeteilt, dass sie im Hinblick auf die vom Unternehmen angekündigte Übernahme des US-Schaltkreisspezialisten Adesto keine Bedenken gegen die nationale Sicherheit habe und somit grünes Licht gegeben. Der Kauf soll nun bis zum 29. Juni abgeschlossen sein. Dialog Semiconductor hatte den rund 500 Millionen Dollar schweren Deal im Februar angekündigt, um sich für den Bereich mit der Vernetzung von Geräten im Internet zu stärken.

Der Konzern bietet vor allem Audio-, Schnelllade- und Bluetooth-Chips für Smartphones, Tablets und andere Mobilgeräte an. Das Geschäft soll künftig unabhängiger vom Großkunden Apple werden. Die Emanzipation ist mitten im Gang, auch wenn Konzernchef Bagherli betont hatte, dass die Verbindung zum US-Konzern weiter sehr stark sei. Dialog hatte im April vergangenen Jahres sein Geschäft mit Stromsteuerungschips in weiten Teilen an Apple verkauft.

Im Jahr 2022 sollen die Amerikaner früheren Angaben zufolge noch für höchstens 40 Prozent des Umsatzes stehen. Dialog will verstärkt um andere Kunden werben und sich neben dem Geschäft rund um Mobilgeräte auf weitere wachstumsträchtige Bereiche konzentrieren - etwa das Internet der Dinge oder das Geschäft mit Autochips.

@ dpa.de