Transport, Verkehr

LONDON - Auch fast zwei Monate nach ihrem ersten Einsatz helfen britische Soldaten weiterhin bei der Belieferung von Tankstellen.

29.11.2021 - 14:28:28

Noch immer im Einsatz: Britische Soldaten beliefern Tankstellen. Landesweit seien 210 Kräfte eingespannt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in London. Damit hat sich die Zahl der eingesetzten Armee-Angehörigen seit Beginn der "Operation Escalin" nicht verringert. Ein Ende ist nicht absehbar. Der Einsatz werde vermutlich noch etwa einen Monat fortgesetzt und regelmäßig überprüft, hieß es weiter.

Das Militär hilft seit dem 4. Oktober aus. Hintergrund ist der eklatante Mangel an Lastwagenfahrern, der vor allem in London und Südostengland tagelang zu zahlreiche leeren Zapfsäulen geführt hatte. Hamster- und Panikkäufe spitzten die Lage zu, es kam vereinzelt zu Schlägereien zwischen Wartenden. Einige Tankstellen gaben nur noch eine Höchstmenge aus. Zwar ist die Versorgungslage längst wieder im Griff, es gibt keine Schlangen an Tankstellen mehr. Allerdings fehlen nach wie vor Lkw-Fahrer. Deshalb werde es in der Vorweihnachtszeit einige Produkte nicht geben, hatten Verbände gewarnt.

Die Militäroperation war ursprünglich für einen sogenannten No-Deal-Brexit geplant worden - also einen Austritt aus der EU ohne Handelspakt mit Brüssel. Die Soldaten wurden von einer auf Kraftstofflogistik spezialisierten Firma geschult und von privaten Unternehmen eingesetzt. Das ist nicht kostenlos: Eine Arbeitsstunde kostet seit Ende Oktober 28,51 Pfund (33,70 Euro).

Auch in Deutschland und vielen anderen Ländern werden Lastwagenfahrer händeringend gesucht. Allerdings haben härtere Einwanderungsregeln nach dem Brexit die Lage im Vereinigten Königreich verschärft.

Der Mangel wirkt sich auf weite Teile des öffentlichen Lebens in Großbritannien aus. Anders als in betroffenen EU-Staaten sind immer wieder Produkte nicht zu bekommen, Supermarktregale bleiben leer. Mittlerweile bieten Handelsketten hohe Löhne für Lastwagenfahrer. Das trifft andere Branchen: Wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten wechseln Busfahrer zu Speditionen und sorgen damit wiederum für Engpässe im öffentlichen Nahverkehr.

Unter dem Eindruck leerer Zapfsäulen und langer Schlangen vor Tankstellen genehmigte die britische Regierung schließlich Arbeitsvisa für bis zu 5000 ausländische Fahrer. Auf Anfrage wollte die Regierung nicht mitteilen, wie viele Menschen von der Regelung bisher Gebrauch gemacht haben. Britischen Medienberichten zufolge ist das Interesse aber äußerst gering.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Airbus kündigt im Streit mit Qatar Airways Vertrag für A321neo. Der Flugzeugbauer kündigte der Airline einen Auftrag für seinen aktuell schwer verfügbaren neuen Jet A321neo. Mit der Verweigerung der Lieferung von 50 bestellten Jets wehrt sich Airbus auch außergerichtlich gegen einen seiner wichtigsten Kunden. An der Börse setzte die Nachricht der Airbus-Aktie zu, sie gab kurz nach dem Handelsbeginn am Freitagmorgen um knapp 1,7 Prozent nach. LONDON - Der Streit zwischen Airbus und Qatar Airways geht in eine neue Runde. (Boerse, 21.01.2022 - 19:58) weiterlesen...

Krankenstand beim Personal: Flughafen Frankfurt erwartet Flugausfälle. Für das Wochenende rechnet der Betreiber Fraport mit Verzögerungen, Wartezeiten und vereinzelten Flugausfällen. FRANKFURT - Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante zeigt Auswirkungen auf den Frankfurter Flughafen. (Boerse, 21.01.2022 - 17:12) weiterlesen...

Insolvenzverwalter für MV-Werften-Eigner Genting bestellt. Edward Simon Middleton, Wing Sze Tiffany Wong und Edward Alexander Niles Whittaker seien als Insolvenzverwalter eingesetzt worden, um einen Vorschlag für eine Restrukturierung des Unternehmens auszuarbeiten, teilte Genting am Freitag in Hongkong nach einer Gerichtsanhörung in Bermuda mit. HONGKONG/HAMILTON - Der zuständige Gerichtshof in Bermuda hat für den insolventen MV-Werften-Eigner Genting Hongkong die Insolvenzverwalter bestellt. (Boerse, 21.01.2022 - 13:50) weiterlesen...

Batteriezug mit Fahrgästen: Test in Baden-Württemberg und Bayern. Der Test im Regionalverkehr soll in Baden-Württemberg und Bayern losgehen und bis Anfang Mai dauern, wie beide Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilten. DB-Regiochef Jörg Sandvoß sagte, mit dem ersten Batteriezug im Kundenbetrieb gehe man nun im Regionalverkehr den nächsten großen Schritt auf dem Weg zu einer emissionsfreien Bahn in Deutschland. Und Alstom-Manager Müslüm Yakisan erklärte, alternative Antriebe seien die Zukunft der Mobilität. STUTTGART/MÜNCHEN - Die Deutsche Bahn und Alstom wollen mit dem Probebetrieb eines Batteriezugs starten. (Boerse, 21.01.2022 - 10:29) weiterlesen...

Anklage in USA gegen belarussische Beamte wegen erzwungener Landung. Die New Yorker Staatsanwaltschaft teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, den Beschuldigten werde wegen der Umleitung von Ryanair-Flug 4978 im vergangenen Mai "Verschwörung zur Luftpiraterie" vorgeworfen, worauf als Höchststrafe lebenslange Haft stehe. Ziel der Tat sei die Festnahme des belarussischen Regierungskritikers Protassewitsch gewesen. Die USA würden mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten, um die Angeklagten vor Gericht zu bringen. NEW YORK - Acht Monate nach der erzwungenen Landung einer Ryanair-Maschine mit dem Blogger Roman Protassewitsch an Bord in Minsk werden vier belarussische Regierungsvertreter in den USA angeklagt. (Wirtschaft, 21.01.2022 - 05:54) weiterlesen...

Vorentscheidung für Milliardenprojekt Bahntunnel in Hamburg. Die Deutsche Bahn, der Bund und der Senat der Hansestadt haben sich darauf verständigt, den Bau eines rund sechs Kilometer langen S-Bahn-Tunnels vom Hauptbahnhof bis nach Altona zu untersuchen. Das berichtete die Verkehrsbehörde am Donnerstag im Verkehrsausschuss der Hamburger Bürgerschaft. HAMBURG - Für das Milliardenprojekt eines Tunnels zur Entlastung des Hamburger Bahnknotens ist eine wichtige Vorentscheidung gefallen. (Boerse, 20.01.2022 - 19:13) weiterlesen...