Covestro, DE0006062144

LEVERKUSEN - Der Spezialchemiekonzern Covestro rüstet sich in Erwartung einer weiter steigenden Kunststoffnachnachfrage für die Zukunft: Am US-Standort Baytown soll für 1,5 Milliarden Euro eine Großanlage zur Produktion des Hartschaum-Vorproduktes MDI gebaut werden, wie der Dax -Konzern am Dienstag in Leverkusen mitteilte.

09.10.2018 - 15:03:42

Covestro setzt mit Milliardeninvestition in den USA auf hohe Kunststoffnachfrage. Die neue Anlage werde über eine Kapazität von 500 Kilotonnen pro Jahr verfügen und soll 2024 in Betrieb gehen.

"Die Nachfrage nach innovativen MDI-Materialien wird auf absehbare Zeit weiter steigen und verspricht daher attraktive Kapazitätsauslastungen", sagte Covestro-Chef Markus Steilemann. Dabei setzt der Konzern auf ein erwartetes langfristiges Wachstum des globalen Marktes um rund 5 Prozent pro Jahr. Treiber der Nachfrage nach Schaum- und ähnlichen Kunststoffen sind Trends wie energieeffizientes Bauen und der Wandel der Autobranche. So bieten die Schaumstoffe gute Dämmeigenschaften und ein geringes Gewicht.

Covestro hatte bereits im Sommer eine Erhöhung der Investitionen auf bis zu rund 700 Millionen Euro im Jahr 2018 und dann bis auf 1,2 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren angekündigt. Der Kapazitätsausbau in den USA ist Teil davon. "Es wird aber sicherlich kein Sprung von den 700 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro im nächsten Jahr sein", sagte Covestro-Finanzchef Thomas Toepfer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Vielmehr werde es eine schrittweise Annäherung geben.

Mit der Entscheidung für die USA setzt Covestro auch weiter auf eine global ausgewogene Verteilung der Produktion. "Für uns ist wichtig, dass wir die Kunden aus den Märkten heraus bedienen, in denen sie sitzen", sagte Toepfer. Dadurch verspricht sich Covestro auch eine gewisse Immunität gegenüber Zöllen und Handelsbarrieren, solange diese nicht die Weltwirtschaft insgesamt nach unten ziehen. So steigert der Leverkusener Konzern mit der neuen Anlage die MDI-Kapazitäten in Nordamerika bis 2024 auf 740 Kilotonnen pro Jahr und damit auf ein ähnliches Niveau wie im europäisch-afrikanischen Raum sowie in Asien.

Auch kleinere Übernahmen bleiben ein Thema. Vor allem die kleinste Unternehmenssparte CAS, die Beschichtungen, Haft- und Dichtungsmittel sowie Spezialitäten umfasst, steht hierbei im Fokus. Neuigkeiten gab es hier vorerst aber nicht. Das Unternehmen hat nach wie vor durchaus konkrete Kandidaten im Blick, aber noch keine Entscheidung getroffen.

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