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Covestro, DE0006062144

LEVERKUSEN - Der Kunststoffkonzern Covestro geht nach einem Schlussspurt 2020 optimistisch ins neue Jahr.

23.02.2021 - 12:15:58

Covestro erwartet Gewinnanstieg im neuen Jahr - Neue Konzernstruktur. So liefen zuletzt die Geschäfte mit der Auto-, der Bauindustrie sowie mit Herstellern von Elektronik- und Haushaltsgeräten deutlich besser, aber auch Produktionsengpässe der Konkurrenz halfen ein wenig. Rückenwind soll nun die Übernahme des Geschäfts mit nachhaltigen Beschichtungsharzen des Konkurrenten DSM liefern. Sollte das Management um Chef Markus Steilemann 2021 das angestrebte Gewinnwachstum erreichen, könnte die Dividende weiter steigen. Für das vergangene Jahr sollen die Anteilseigner 1,30 Euro je Aktie erhalten und damit 10 Cent mehr als für 2019.

LEVERKUSEN - Der Kunststoffkonzern Covestro geht nach einem Schlussspurt 2020 optimistisch ins neue Jahr. So liefen zuletzt die Geschäfte mit der Auto-, der Bauindustrie sowie mit Herstellern von Elektronik- und Haushaltsgeräten deutlich besser, aber auch Produktionsengpässe der Konkurrenz halfen ein wenig. Rückenwind soll nun die Übernahme des Geschäfts mit nachhaltigen Beschichtungsharzen des Konkurrenten DSM liefern. Sollte das Management um Chef Markus Steilemann 2021 das angestrebte Gewinnwachstum erreichen, könnte die Dividende weiter steigen. Für das vergangene Jahr sollen die Anteilseigner 1,30 Euro je Aktie erhalten und damit 10 Cent mehr als für 2019.

Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan hob in einer ersten Reaktion den Ausblick für das neue Jahr positiv hervor. Zudem verwies er auf Sparpläne. So will Covestro die Fixkosten bis 2023 unter dem Strich stabil halten. Nachdem im vergangenen Jahr bereits rund 700 Vollzeitstellen abgebaut wurden, sollen bis Ende 2021 weitere 400 wegfallen. Die Zahl der Vollzeitstellen soll dadurch auf rund 16 100 sinken - die Übernahme des DSM-Bereichs noch nicht eingerechnet.

Die Covestro-Papiere hatten im frühen Handel ihre Rally der vergangenen Monate fortgesetzt und mit 62,14 Euro ein Hoch seit Oktober 2018 erreicht, bevor sie in einem schwachen Gesamtmarkt ins Minus drehten. Am späten Vormittag fielen sie um ein halbes Prozent auf 59,80 Euro. Seit dem Corona-Tief vergangenen März summieren sich die Gewinne aber immer noch auf mehr als 150 Prozent.

Manager Steilemann rechnet für 2021 laut einer Mitteilung vom Dienstag mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro, wovon allein im ersten Quartal bereits 700 bis 780 Millionen Euro eingefahren werden sollen. Steilemann erwartet dabei laut einem Interview mit Bloomberg TV eine anhaltende Erholung der Autobranche sowie eine grundlegend robusten Nachfrage. Sie wird demnach also nicht in erster Linie lediglich von einem Aufbau von Lagerbeständen der Kunden getrieben. Sollte das Jahresziel erreicht werden, würde der operative Gewinn sogar über dem des Vor-Corona-Jahres 2019 liegen. Im Corona-Jahr 2020 fiel er um rund 8 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro.

Unter dem Strich blieb vergangenes Jahr bei einem Umsatzrückgang um fast 14 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro ein auf die Aktionäre anfallendes Nettoergebnis von 459 Millionen Euro hängen und damit knapp 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Nettogewinn ist nun auch entscheidend für die Dividende, fortan sollen von ihm 35 bis 55 Prozent an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

"Mit der neuen Dividendenpolitik schaffen wir einen stärkeren Bezug zur wirtschaftlichen Gesamtlage von Covestro und ermöglichen eine höhere Ausschüttung in Jahren mit einem Spitzenergebnis", sagte Finanzvorstand Thomas Toepfer laut Mitteilung. Bislang hatte sich das Management eine zumindest stabile Ausschüttung auf die Fahnen geschrieben. Im vergangenen Jahr musste dann aber die eigentlich für 2019 geplante Dividende - wie bei so vielen Unternehmen - wegen der Corona-Krise deutlich gekürzt werden.

Der freie operative Mittelzufluss wuchs auch dank Einsparungen und geringerer Investitionen indes um gut zwölf Prozent auf 530 Millionen Euro, der Großteil davon wurde dank der Geschäftsbelebung im Schlussquartal eingefahren.

Dieser operative Mittelzufluss ist wichtig für die Dividenden- und Zinszahlung. Zudem ermöglichten es die hohen Zuflüsse gegen Jahresende zusammen mit der Kapitalerhöhung vom Herbst, die Übernahme des DSM-Geschäftsbereichs vollständig in bar zu begleichen, betont der Konzern in seinem Geschäftsbericht. 2021 soll der sogenannte Free Operating Cashflow dann auf 0,9 bis 1,4 Milliarden Euro wachsen.

Das DSM-Geschäft mit nachhaltigen Beschichtungsharzen soll die kleinste Covestro-Sparte CAS rund um Vorprodukte für Lacke, Klebstoffrohstoffe und Spezialanwendungen stärken. Wegen der Übernahme rechnet das Management für den Konzern mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft zwischen zehn und 15 Prozent im Jahr 2021, ohne den Kauf wären es sechs Prozentpunkte weniger. Selbst damit würde Covestro aber zu Wachstum zurückkehren nach einem Minus von 5,6 Prozent im Jahr 2020.

Während das Wachstum des CAS-Segment 2021 deutlich über dem Prognosekorridor liegen soll, erwartet das Management für die größeren Sparten Polycarbonate (PC) rund um harte Kunststoffe sowie Polyurethane (PUR) ein Mengenwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Die PUR-Sparte stellt Vorprodukte für Hart- und Weichschäume her, wie sie unter anderem in Autositzen verbaut werden, aber auch als Dämmstoffe in der Bau- und Haushaltselektro-Industrie eingesetzt werden.

Ab Juli will sich Covestro dann eine neue Struktur mit sieben operativen Geschäftseinheiten verpassen. Diese sollen in zwei Geschäftsbereichen zusammengefasst werden: Performance-Materialien sowie das Spezialitätengeschäft.

Die Sparte Performance-Materialien wird dann das Massengeschäft mit Standard-Polycarbonaten, Standard-Urethankomponenten sowie Basischemikalien umfassen. Im Spezialitätengeschäft sollen sechs Geschäftseinheiten angesiedelt werden: Maßgeschneiderte Urethankomponenten, Beschichtungen und Klebstoffe, Technische Kunststoffe, Spezialfolien, Elastomere sowie Thermoplastische Polyurethane.

Der Fokus auf das Spezialitätengeschäft ist ein Trend in der Chemiebranche, da hier in der Regel höhere Gewinnmargen erzielbar sind. Zudem erhoffen sich die Manager mehr Stabilität in konjunkturell schwierigen Zeiten als im Geschäft mit Standardprodukten.

@ dpa.de

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