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TUI, DE000TUAG000

(Letzter Satz, 11. Absatz präzisiert)

13.08.2020 - 17:45:26

WDH/ROUNDUP 3/Tui: Neue Urlauber und Staatshilfe sollen Corona-Schäden lindern

etwa warten zahlreiche Kunden noch immer auf ihr Geld.

Um die Krise zu überstehen, hat sich Tui staatliche Hilfen über drei Milliarden Euro gesichert. "Wir wissen nicht, ob es noch mal einen Lockdown geben kann", warnte Joussen. "Deshalb ist es wichtig, dass wir uns um Kreditlinien nicht noch einmal kümmern müssen." Am Mittwoch hatten Tui und das Wirtschaftsministerium eine Aufstockung des Milliardendarlehens der KfW bekanntgegeben. Ein Einstieg des Bundes bei Tui wie bei der Lufthansa wäre im Herbst nun denkbar.

Die Touristik gehört zu den am schwersten von Corona gebeutelten Branchen. Tui fährt einen Sparkurs, der von Gewerkschaftern heftig kritisiert wird. So stößt die geplante drastische Verkleinerung der eigenen Airline-Flotte von Tuifly auf großen Widerstand. Bisher sollen im Konzern 8000 Jobs wegfallen, primär im Ausland.

Die Kürzungen treffen auch Reisebüros, in Ländern wie Großbritannien noch wesentlich stärker als in Deutschland. "Heute gilt "online first", das ist ziemlich klar", meinte Joussen. Auch wichtige Investitionen wurden gekappt. Ausgenommen ist der Umbau in Richtung Digitalisierung, wie der Tui-Chef bekräftigte. Das Unternehmen will im Vertrieb über Plattformen und einen einheitlichen Markenauftritt arbeiten. Die Kunden sollen eine zentrale Service-App nutzen.

Tui erwägt zudem Partnerschaften mit anderen Airlines. Die teuren eigenen Maschinen müssten nicht zwangsläufig über Tui-Bücher laufen, sagte Joussen jüngst. Es gibt Spekulationen, der Konzern könnte für Tuifly eine Lösung mit Condor finden, wo der polnische Käufer LOT nach Beginn der Krise abgesprungen war. Betriebsräte warnen, bei einer Erholung des Geschäfts könnten zu wenige Jets bereitstehen.

Die Gewerkschaft verdi forderte angesichts weiterer Staatshilfen Tui und den Bund auf, "ihrer sozialen Verantwortung für die Beschäftigten der Tuifly in Deutschland gerecht zu werden". Es könne nicht sein, dass das Unternehmen die Hilfen dazu verwende, mehr als 900 Stellen zu streichen, Stationen zu schließen und wesentliche Bereiche der Technik und Verwaltung hierzulande abzubauen und in Belgien und UK wiederaufzubauen. An diesem Freitag (14. August) sollen den Angaben zufolge in Hannover Sondierungsgespräche über bestehende

Tarifverträge beginnen.

In der Kreuzfahrtsparte hat Tui nun auch die übrigen Konzernschiffe in eine Gemeinschaftsfirma mit Royal Caribbean eingebracht. Hier will die Tui-Gruppe statt längerer Fahrten mit höherem Ansteckungsrisiko zunächst vor allem Kurztrips anbieten. Joussen prüft zudem das Abstoßen von Hotels aus unmittelbarer Tui-Trägerschaft.

Eine Prognose für das Gesamtjahr wagte der Chef noch nicht. Er glaubt jedoch, dass Tui gestärkt aus der Krise hervorgeht. Bis 2022 müsste sich dafür wieder ein "normales Niveau" im Tourismus einstellen.

@ dpa.de