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LEINFELDEN-ECHTERDINGEN - Martin Winterkorn war gar nicht da, aber zum Auftakt des von Aktionären angestrengten Musterverfahrens gegen die VW -Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) schnell ein Thema.

28.07.2021 - 14:00:32

Winterkorns Doppelrolle - Aktionäre klagen gegen VW-Holding Porsche SE. Als der Dieselskandal Mitte der 2010er-Jahre aufkam, fungierte der einstige Top-Manager nämlich nicht nur als VW-Chef, sondern zugleich auch als Vorstandsboss der in Stuttgart ansässigen Holding. Er hatte damit - wie andere Manager - eine Doppelrolle inne, die in dem am Mittwoch gestarteten Prozess vor dem Oberlandesgericht Stuttgart noch eine größere Rolle spielen könnte. "Wenn der Winterkorn was gewusst hat für VW, hat er es dann auch für Porsche gewusst?", fragte der vorsitzende Richter Stefan Vatter salopp - noch ohne darauf an Tag eins des Verfahrens in einer Veranstaltungshalle in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart eine Antwort zu geben.

gehe, in Stuttgart aber um solche der Porsche SE. Dass Vorgänge bei VW mittelbar in beiden Verfahren von Bedeutung seien, sei dabei nicht entscheidend.

Zum Musterkläger hat das OLG einen britischen Fonds erklärt, der einen Anspruch von 5,7 Millionen Euro geltend macht. Daneben gibt es weitere Kläger als sogenannte Verfahrensbeteiligte, so dass die Schadenersatzansprüche insgesamt bei 8 Millionen Euro liegen. Bei der Summe handelt es sich aber nur um ein Bruchteil der insgesamt vor Gerichten schon geltend gemachten Ansprüche in hoher dreistelliger Millionenhöhe gegen die PSE, da sich längst nicht alle Kläger am Musterverfahren aktiv beteiligen. Über die Höhe einzelner Ansprüche verhandelt das OLG nun nicht - es geht stattdessen um die Frage, ob die Kläger prinzipiell überhaupt Anrecht auf Geld haben.

Nachdem Senat und die Anwälte beider Seiten zum Auftakt des Musterverfahrens hauptsächlich organisatorische Dinge klärten, steht nun erst mal wieder eine Pause an. Weiterverhandelt werden soll erst am 9. und 10. November, wie schon am Mittwoch in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen. Wie lange das Musterverfahren insgesamt dauert, ist offen. Bis juristisch endgültig Klarheit über die Rechtmäßigkeit von Schadenersatzansprüchen der Anleger gegen die PSE herrscht, dürften aber wohl Jahre vergehen.

@ dpa.de

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