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LANXESS AG, DE0005470405

KÖLN - Gute Geschäfte mit der Autoindustrie sowie mit Stoffen rund um Materialschutz, Desinfektionsmittel und Wasseraufbereitung stimmen den Chemiekonzern Lanxess abermals optimistischer für 2021.

11.08.2021 - 08:44:05

Chemiekonzern Lanxess hebt Jahresprognose an. Konzernchef Matthias Zachert kalkuliert für 2021 laut einer Mitteilung vom Mittwoch nun mit einem operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) in Höhe von 1,0 bis 1,05 Milliarden Euro. Das sind am oberen und untere Ende je 50 Millionen Euro mehr als bislang in Aussicht gestellt. Enthalten ist nun auch ein Beitrag von rund 35 Millionen Euro durch den Zukauf Emerald Kalama Chemical, mit dem das Geschäft rund um Desinfektions- und Konservierungsmittel gestärkt werden soll.

Sowohl der neue Gewinnausblick als auch die Resultate des zweiten Quartals lägen deutlich über den Markterwartungen, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank in einer ersten Einschätzung. Die Lanxess-Papiere stiegen denn auch auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um fast eineinhalb Prozent auf 63,50 Euro. Damit deutete sich für das Hauptgeschäft eine Fortsetzung der jüngsten Erholung an. Die Aktien haben auch Aufholbedarf. 2021 liegen sie kaum verändert auf dem vorletzten Platz des europäischen Chemie-Branchenindex, der im laufenden Jahr um knapp 18 Prozent zulegte.

Zachert kalkuliert für 2021 nun mit einem operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) von 1,0 bis 1,05 Milliarden Euro. Das sind jeweils 50 Millionen mehr als bislang in Aussicht gestellt. Enthalten ist darin nun auch ein Beitrag von rund 35 Millionen Euro durch den Zukauf von Emerald Kalama Chemical.

Lanxess hatte die mit umgerechnet rund 900 Millionen Euro zweitgrößte Übernahme der Unternehmensgeschichte Anfang August abgeschlossen. Emerald Kalama soll das Geschäft rund um Desinfektions- und Konservierungsmittel stärken mit seinen Produkten für Aroma- und Duftstoffe sowie mit Konservierungsmitteln für Lebensmittel, aber auch für Reinigungs- und Kosmetikprodukte. Emerald erzielten im Corona-Jahr 2020 einen bereinigten operativen Gewinn von rund 80 Millionen Euro - fast zehn Prozent dessen, was Lanxess im vergangenen Jahr erwirtschaftete. Durch Einsparungen im Zuge des Kaufs kalkuliert der MDax-Konzern binnen drei Jahren mit einem zusätzlichen jährlichen Gewinnbeitrag von rund 25 Millionen Euro.

Mit der Übernahme treibt Konzernchef Zachert den Umbau hin zu dem als stabiler und gewinnträchtiger erachteten Geschäft mit Spezialchemikalien voran. In der jüngeren Vergangenheit hatte es hierfür auch kleinere Akquisitionen gegeben, wie die des französischen Herstellers von Spezialfungiziden für die Verpackungsindustrie, Intace, und die des französischen Herstellers von Desinfektions- und Hygienelösungen Theseo.

Beide trugen im abgelaufenen zweiten Quartal bereits zum Gewinn der Sparte Consumer Protection bei, die neben den Geschäften mit Desinfektionsmitteln auch von einer anhaltend guten Nachfrage nach Agrochemikalien der Tochter Saltigo profitierte.

Eine deutliche Erholung im Vergleich zum coronabedingt schwachen Vorjahreszeitraum verzeichneten die Geschäfte der Sparte Engineering Materials rund um Spezialkunststoffe und des Geschäftsbereichs Specialty Addivites, der unter anderem Zusätze für Schmierstoffe und die Gummi-Industrie anbietet. Beiden Segmenten kommt die hohe Nachfrage der Autobranche zugute.

Insgesamt steigerte Lanxess den Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Viertel auf 1,83 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) stieg mit einem Plus von knapp einem Viertel auf 277 Millionen Euro ebenfalls deutlich, aber nicht ganz so stark wie die Erlöse.

Während der MDax-Konzern in den letzten Monaten deutlich gestiegene Rohstoffpreise durch höhere Verkaufspreise größtenteils auf die Kunden umlegen konnte, belasteten hohe Fracht- und Energiekosten sowie negative Wechselkurseffekte die Entwicklung ein Stück weit. Die operative Gewinnmarge sank daher um einen halben Prozentpunkt auf 15,1 Prozent.

Unter dem Strich blieben 100 Millionen Euro hängen nach 798 Millionen vor einem Jahr. Damals hatte allerdings der Verkauf der Beteiligung am Chemieparkbetreiber Currenta den Kölnern viel Geld in die Kasse gespült.

@ dpa.de