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LANXESS AG, DE0005470405

KÖLN - Die Corona-Krise verhagelt dem Spezialchemiekonzern Lanxess das Jahr 2020 deutlich.

06.05.2020 - 09:33:25

Lanxess senkt Ausblick wie erwartet - Aktie steigt nach Quartalszahlen. Eine starke Nachfrage nach Desinfektionsmitteln kann die Schwäche der Autobranche nicht ausgleichen. Konzernchef Matthias Zachert senkte daher bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal am Mittwoch in Köln den Ausblick. Im schlimmsten Fall droht im laufenden Jahr ein Rückgang des bereinigten operativen Ergebnisses um ein Fünftel. Im ersten Jahresviertel lief es derweil trotz Einbußen besser als befürchtet. Für die Aktie ging es kurz nach dem Handelsstart leicht nach oben.

Die im MDax notierten Papiere stiegen am Vormittag um 0,66 Prozent auf 45,86 Euro. Damit setzten sie ihre Erholung vom Corona-Crashtief von 25,68 Euro Mitte März fort. Seither summieren sich die Gewinne auf rund 80 Prozent. Damit kosten die Anteilsscheine aktuell noch knapp 17 Prozent weniger als vor dem Corona-Crash, der am 24. Februar begonnen hatte.

"Bisher konnten wir die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie in Grenzen halten - vor allem dank unseres ausbalancierten Portfolios", sagte Manager Zachert laut Mitteilung. Aber: "Wir wissen, dass wir den Höhepunkt der Krise noch nicht erreicht haben."

Die Ungewissheit spiegelt sich auch in den relativ großen Prognosespannen wieder. So erwarten die Kölner im zweiten Quartal ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 200 bis 250 Millionen Euro. Für 2020 rechnen sie nun mit einem Rückgang der Kennziffer auf 800 und 900 Millionen Euro nach 1,02 Milliarden Euro 2019. Anfang März - damals waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie allerdings noch nicht im aktuellen Ausmaß absehbar - hatte Lanxess noch eine um 100 Millionen Euro höhere Spanne für das bereinigte operative Ergebnis angepeilt. Analysten hatten aber schon mit einer Prognosesenkung gerechnet.

Dem Konzern macht unter anderem die wegen der Corona-Krise noch schwächere Autokonjunktur zu schaffen, was durch andere Bereiche nicht vollständig aufgefangen werden konnte. So stand die Sparte Engineering Materials, die auch Spezial-Kunststoffe für Autobauer anbietet, unter Druck. Auch das Geschäft mit Basis- und Feinchemikalien für die Industrie des Segments Advanced Intermediates litt unter der schwächeren Nachfrage, vor allem in Asien.

Diese Schwächen wurden immerhin teilweise abgefedert durch die Nachfrage nach Flammschutzmitteln in der Sparte für Zusatzstoffe (Special Additives). Zudem legte der neu geschaffene Geschäftsbereich Consumer Protection als ein Profiteur der Corona-Krise einen guten Start hin. Denn: die Desinfektionsmittel des Konzerns sind aktuell gefragt. Aber auch die Geschäfte mit Wasseraufbereitungstechnik sowie die der Feinchemikalientochter Saltigo, die Kunden aus der Pharma- und Agrarbranche beliefert, liefen gut.

Konzernweit hielt sich der Umsatz denn auch im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einem Minus von rund zwei Prozent auf 1,7 Milliarden Euro fast stabil. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten sank indes um fast 10 Prozent auf 245 Millionen Euro. Allerdings schnitt der Konzern damit etwas besser ab als Analysten im Mittel erwartet hatten. Auf die Aktionäre entfiel im ersten Quartal ein Gewinn von 64 Millionen Euro nach 84 Millionen vor einem Jahr.

Angesichts der Corona-Krise tritt Lanxess nun weiter auf die Kostenbremse. So war bereits im April ein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt worden. Zudem sollen 2020 bei den laufenden Kosten 50 bis 100 Millionen Euro eingespart werden. Niedrigere Investitionen durch Projektverschiebungen sollen noch einmal 50 Millionen Euro bringen. Zudem kann sich Lanxess nach dem abgeschlossenen Verkauf der Anteile am Chemieparkbetreiber Currenta über einen Geldregen freuen.

"Um den Herausforderungen der Corona-Pandemie zu begegnen, ist eine hohe Liquidität oberstes Gebot", betont denn auch Finanzvorstand Michael Pontzen. "Unsere ohnehin starke Liquiditätsposition haben wir durch den Verkauf unseres Currenta-Anteils nun nochmals erhöht auf rund 3 Milliarden Euro."

@ dpa.de