Transport, Verkehr

KÖLN - Der beurlaubte Kölner Flughafenchef Michael Garvens will nach Angaben seines Anwalts an diesem Mittwoch wieder an seinem Arbeitsplatz erscheinen.

29.11.2017 - 06:13:34

Beurlaubter Kölner Airportchef will am Mittwoch wieder ins Büro gehen. Garvens macht eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln vom Dienstag für sich geltend, wonach der Flughafen ihn weiter beschäftigen muss. Die Flughafen Köln/Bonn GmbH ist demnach angewiesen, Garvens als Geschäftsführer "zu unveränderten Bedingungen weiter zu beschäftigen", heißt es in dem Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die einstweilige Verfügung sei Vize-Aufsichtsratschef Sven Schwarzbach persönlich überreicht worden, sagte Garvens' Anwalt. Der Manager werde um 9.00 Uhr im Büro sein.

Garvens war angesichts einer Untersuchung über mögliche Unregelmäßigkeiten am zweitgrößten NRW-Airport beurlaubt worden. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Untreue. Der Airportchef weist die Vorwürfe über angebliche Fehler im Bereich der Geschäftsführung zurück. Das Landgericht machte am Dienstagabend keine Angaben zu dem Beschluss. Der Flughafen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Laut Staatsanwaltschaft besteht ein Anfangsverdacht gegen Garvens. Dem Airportchef wird in dem Prüfbericht des Flughafens laut "Kölnischer Rundschau" vorgeworfen, Mitarbeiter in ungewöhnlich vielen Fällen von der Arbeit freigestellt zu haben. Außerdem sollen Rechnungen auf zweifelhafter Grundlage akzeptiert und zu Lasten des Flughafens ein Mietvertrag mit nicht angemessenen Konditionen abgeschlossen worden sein.

"Unser Mandant wehrt sich mit Entschiedenheit gegen die öffentlich erhobenen Vorwürfe", hatten Garvens' Anwälte nach Bekanntwerden der Ermittlungen mitgeteilt.

Auch über eine weitere Führungsposition am Kölner Flughafen ist noch nicht endgültig entschieden. Am Montag war die umstrittene Wahl des früheren CDU-Politikers Friedrich Merz zum neuen Aufsichtsratschef am Airport im ersten Anlauf gescheitert. Nun will das Kontrollgremium zur Wahl eines neuen Aufsichtsratsvorsitzenden am 11. Dezember in einer Sondersitzung zusammenkommen.

@ dpa.de

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