RWE AG(NEU), DE0007037129

KERPEN - Zehntausende haben am Samstag im Hambacher Forst den gerichtlich verfügten Rodungsstopp gefeiert und einen schnellen Kohleausstieg gefordert.

07.10.2018 - 16:24:24

Nach Groß-Demo bauen Aktivisten neue Baumhäuser im Hambacher Forst. Am Sonntag entstanden in dem Wald bei Köln schon wieder neue Baumhäuser. Gut 100 Braunkohle-Gegner waren mit Sägen und Bauen beschäftigt. Bis Dienstag hatte die Polizei mit Millionenaufwand 86 Baumhäuser abgebaut.

hatte dort einen Großteil des verbliebenen Waldes abholzen wollen, um Braunkohle abzubauen.

Die Demonstration am Samstag war nach Angaben von Umweltverbänden die bisher größte im Rheinischen Braunkohlerevier. Die Veranstalter sprachen von 50 000 Teilnehmern, die Polizei von 25 000 bis 30 000.

Die Gerichtsentscheidung sei "Rückenwind für die Arbeit in der Kohlekommission", sagte Greenpeace-Chef Martin Kaiser, der selbst Mitglied der Kommission ist. Diese soll bis Jahresende einen Fahrplan für ein Kohle-Aus festlegen - und gleichzeitig klären, wie sich mit konkreten Projekten und Ansiedlungen der Wegfall von Zehntausenden Jobs kompensieren lässt. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte, es gebe jetzt ein Zeitfenster für einen "großen gesellschaftlichen Kompromiss für den schnellen Kohleausstieg".

Die NRW-Grünen hielten am Sonntag einen Kleinen Parteitag am Rande des Hambacher Forstes ab. Landeschefin Mona Neubaur bezeichnete die Demo vom Vortag als ein "unübersehbares Signal für entschlossene Klimaschutzpolitik". Die Aktivistengruppe "Ende Gelände" kündigte für das letzte Oktober-Wochenende neue Aktionen an: Man werde dann "mit Tausenden Menschen wiederkommen und die Braunkohle-Infrastruktur rund um den Tagebau Hambach blockieren".

Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins "Westpol" sind 79 Prozent der Nordrhein-Westfalen gegen eine Abholzung des Hambacher Forstes. Der wochenlange Konflikt um den Wald hat der CDU von Innenminister Reul und Ministerpräsident Armin Laschet offenbar geschadet: Wenn jetzt Landtagswahl in NRW wäre, käme die CDU demnach nur noch auf 28 Prozent, ein Minus von sieben Punkten im Vergleich zur letzten Erhebung im Mai 2018. Die Grünen profitieren offenbar von der Debatte über Kohle und Klima: Sie könnten im größten Bundesland mit einem Stimmenanteil von 17 Prozent rechnen, ein Plus von fünf Punkten im Vergleich zum Mai.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Greenpeace kritisiert Braunkohle-Länder: Chancen nicht ignorieren. "In Deutschland bis in die 2040er Jahre Kohle zu verfeuern, ist vollkommen indiskutabel, widerspricht dem Koalitionsvertrag, den die Parteichefs der drei Ministerpräsidenten unterschrieben haben, und ist unvereinbar mit dem Mandat der Kohlekommission", sagte Martin Kaiser von Greenpeace der Deutschen Presse-Agentur. Die Länder dürften nicht länger die Chancen der Kommissionsarbeit ignorieren. Kaiser ist Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Kohlekommission. BERLIN - Die Regierungschefs der ostdeutschen Braunkohle-Länder stoßen mit ihren Forderungen für das Datum zum Kohleausstieg auf Kritik in der Kohlekommission. (Boerse, 21.10.2018 - 14:07) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP: RWE-Mitarbeiter protestieren gegen drohenden Jobverlust (Im letzten Absatz, 4. Zeile wurde ein Fehler behoben: "ein") (Boerse, 15.10.2018 - 17:38) weiterlesen...

RWE-Mitarbeiter protestieren mit Blockaden gegen drohenden Jobverlust. Es ging um insgesamt sieben Standorte. An den Aktionen beteiligten sich nach Angaben der Energiegewerkschaft IG BCE insgesamt deutlich mehr als 4000 Beschäftigte. DÜSSELDORF - Tausende Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE haben am Montag Zufahrten zu den Tagebauen und Kraftwerken im Rheinischen Revier blockiert. (Boerse, 15.10.2018 - 17:27) weiterlesen...

Aktivisten dringen in Hambacher Tagebau und leere Häuser ein. Nach Angaben der Polizei in Aachen waren am Morgen mehr als 30 Menschen in das Tagebauloch eingedrungen. Aus Sicherheitsgründen sei der Betrieb etwa eine Stunde lang eingestellt worden, sagte ein Polizeisprecher. Etwa ein Drittel der Aktivisten habe das Gelände dann von sich aus verlassen. Die übrigen seien von der Polizei herausgeführt worden und hätten eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs bekommen. KERPEN - Braunkohle-Gegner haben am Sonntag kurzzeitig den Abbau im Hambacher Tagebau gestoppt. (Boerse, 14.10.2018 - 16:22) weiterlesen...