DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

Keine verfrühte Straffung der Geldpolitik wegen Inflation

19.11.2021 - 11:53:29

Keine verfrühte Straffung der Geldpolitik wegen Inflation. FRANKFURT - Europas Währungshüter lassen sich vom kräftigen Anstieg der Teuerungsraten nicht zu einem rascheren Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes drängen. Im Gegenteil: EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte am Freitag, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Wirtschaft auch dann weiterhin unterstützen werde, wenn die akute Pandemie-Notlage beendet sei. Das beinhalte auch eine "angemessene Kalibrierung" der Anleihenkäufe der Notenbank. "Wir werden unsere diesbezüglichen Absichten im Dezember bekannt geben", sagte Lagarde. Der EZB-Rat kommt am 16. Dezember zu seiner nächsten turnusgemäßen geldpolitischen Sitzung zusammen.

Christian Sewing auf Lagardes Vortrag. Es gebe "eine strukturelle Inflation", getrieben etwa durch steigende Kosten im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Er gehe davon aus, dass die Inflationstrends der vergangenen vier bis sechs Wochen bis in die erste Jahreshälfte 2022 anhalten werden, sagte Sewing und forderte: "Eine Reaktion der Zentralbank sollte früher erfolgen, als wir es gerade gehört haben."

Kritiker werfen der EZB vor, mit dem billigen Geld die Inflation anzuheizen, die sie eigentlich im Zaum halten will. Der Verwaltungsratschef der französischen Großbank BNP Paribas , Jean Lemierre, widersprach: "Eine etwas höhere zugrundeliegende Inflation ist nicht schlecht. Sie wird helfen, die Ziele der EZB zu erreichen. Wir haben darauf lange gewartet." Lemierre betonte: "Die wirkliche Frage von heute ist nicht Inflation. Es tut mir leid, das zu sagen. Die wirkliche Frage ist Wachstum. Werden wir es schaffen, von Erholung auf Wachstum umzuschalten?" Er sei da positiv gestimmt.

Der EZB-Rat will am 16. Dezember entscheiden, wie es mit den milliardenschweren Anleihenkäufen der Notenbank weitergeht. Nach bisheriger Planung läuft das zur Abfederung des Corona-Schocks aufgelegte Kaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme), das ein Volumen von 1,85 Billionen Euro hat, im März 2022 aus. Im EZB-Rat gibt es Sympathien für die Idee, die Flexibilität dieses Notkaufprogramms auf andere Anleihenkaufprogramme zu übertragen.

Es werde "auch nach dem erwarteten Ende der Pandemie-Notlage wichtig sein, dass die Geldpolitik - einschließlich einer angemessenen Kalibrierung der Ankäufe von Vermögenswerten - die Erholung und die nachhaltige Rückkehr der Inflation zu unserem Ziel von 2 Prozent unterstützt", erklärte Lagarde.

"Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass sich die Inflation mittelfristig bei unserem Ziel von 2 Prozent stabilisiert", betonte sie. "Heute wird die Inflation weitgehend durch die außergewöhnlichen Umstände, die durch die Pandemie entstanden sind, in die Höhe getrieben." Daher müsse die Geldpolitik "geduldig und beharrlich bleiben", sagte die EZB-Präsidentin.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

ANALYSE/JPMorgan erwartet von Deutscher Bank Dividende - hoch auf 'Overweight'. Die Aktie sei vor diesem Hintergrund "anspruchlos bewertet", schrieb Analyst Kian Abouhossein in einer am Montag vorliegenden Studie. Entsprechend stufte er die Papiere der Frankfurter Großbank von "Neutral" auf "Overweight" hoch und nahm sie auch in das Favoritenportfolio der europäischen Bankenbranche auf. Sein Kursziel hob er von 13,50 auf 15,00 Euro und sieht damit bis Juni 2023 ein Kurspotenzial von derzeit 37 Prozent. NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan rechnet mit positiven Überraschungen auf der Kostenseite der Deutschen Bank und erwartet für 2021 wieder eine Ausschüttung an die Aktionäre. (Boerse, 06.12.2021 - 12:55) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: JPMorgan hebt Deutsche Bank auf 'Overweight' - Ziel 15 Euro. Analyst Kian Abouhossein nahm die Papiere der Frankfurter in einer am Montag vorliegenden Studie zudem in das Favoritenportfolio der europäischen Bankenbranche auf. Der Konzern habe die 2019 vorgestellte Umbaustrategie unter dem aktuellen Management konsequent umgesetzt. Die Erträge stabilisierten sich und, was noch wichtiger sei, der Kostenplan trage Früchte. NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat Deutsche Bank von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 13,50 auf 15,00 Euro angehoben. (Boerse, 06.12.2021 - 07:48) weiterlesen...

Pistorius: Banken müssen ihre Geldautomaten besser schützen. Andernfalls seien auch entsprechende gesetzliche Vorgaben nicht ausgeschlossen, ließ Pistorius am Freitag in Stuttgart durchblicken. Schließlich gingen von diesen Taten Gefahren für Bankkunden und Anwohner aus, die im schlechtesten Fall durch die Sprengung erheblich verletzt werden könnten. STUTTGART - Zum Abschluss der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) die Banken in Deutschland mit Nachdruck aufgefordert, mehr für die Sicherheit ihrer Geldautomaten zu tun. (Boerse, 03.12.2021 - 13:15) weiterlesen...

Verjährung von Zinsansprüchen aus Prämiensparverträgen droht. Nach Einschätzung von Verbraucherschützer Andreas Eichhorn dürfte es im Schnitt um mehrere tausend Euro pro Person gehen. "Es lohnt sich also aktiv zu werden und eine verjährungshemmende Maßnahme zu ergreifen, zum Beispiel durch Anschluss an eine Musterfeststellungsklage oder einen Antrag auf Schlichtung", sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen. FRANKFURT - Im Streit um die Verzinsung alter Prämiensparverträge drohen die Ansprüchen zahlreicher Kunden zum Jahresende zu verjähren. (Boerse, 03.12.2021 - 05:32) weiterlesen...