Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

BASF SE, DE000BASF111

KASSEL / HAMBURG - Deutlich niedrigere Öl- und Gaspreise haben dem Öl- und Gaskozern Wintershall Dea im vergangenem Jahr zu schaffen gemacht.

24.02.2021 - 16:22:01

BASF-Mehrheitsbeteiligung Wintershall Dea schreibt 2020 Verlust. "2020 war ohne jeden Zweifel für alle ein schwieriges Jahr", sagte Unternehmenschef Mario Mehren am Mittwoch laut Mitteilung bei Vorlage der Zahlen für das Gesamtjahr 2020. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten (Ebitdax) der Beteiligung des Chemiekonzerns BASF sank 2020 gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Rohstoffpreise hätten bis zu 38 Prozent niedriger als im Vorjahr gelegen.

Unter dem Strich stand ein auf die Dea-Gesellschafter entfallender Verlust von 839 Millionen Euro nach einem Gewinn von 285 Millionen Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte wies das Unternehmen einen Überschuss von 195 Millionen Euro aus. Die Produktion stieg mit 623 000 Fass (Barrel) pro Tag leicht gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal erhöhte das Unternehmen die tägliche Förderung im Schnitt sogar auf mehr als 650 000 Barrel.

"Das Jahr 2021 wird weiterhin ein hohes Maß an Unsicherheit und Volatilität mit sich bringen", sagte Unternehmenschef Mehren. Trotz aller gebotenen Zurückhaltung blicke das Unternehmen jedoch zuversichtlich auf dieses Jahr. Die Produktion soll im laufenden Jahr bei 620 000 bis 640 000 Barrel am Tag liegen. Wintershall plant Investitionen in Höhe von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro. Das wären nach einem Rückgang auf rund 1,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nochmals weniger.

Sorgen bereitet Mehren die politische Situation in Russland, einer der wichtigsten Regionen für Wintershall Dea. "Ich kenne Russland und ich mag Russland", sagte er auf der Online-Pressekonferenz. Neben der politischen Situation dort mache ihm die Verschlechterung der Beziehungen zum Westen Sorgen. Die Politik sei jedoch eine eigene Sache, daran könne Wintershall Dea als Unternehmen nichts ändern.

Mehren zeigte sich aber zuversichtlich, dass die engen und langjährigen wirtschaftlichen Bindungen die aktuellen politischen Konflikte überdauern dürften. Das zeige die Geschichte, sagte er. Russland habe Europa mit Gas versorgt - auch auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges - ohne Auflagen, ohne Unterbrechung.

Erst jüngst setzte sich Wintershall Klimaziele. So will das Unternehmen unter anderem bis 2030 die Produktion CO2-neutral gestalten und bis 2030 die routinemäßige Abfackelung des Gases einstellen, das bei der Erdöl-Gewinnung entweicht. Dazu will Wintershall Dea rund 400 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren investieren, unter anderem in Energieeffizienz, neue Technologie und Ausgleichslösungen.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding GmbH und der Dea AG hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel und Hamburg beschäftigt weltweit rund 2500 Mitarbeiter.

Im Fokus steht die BASF-Mehrheitsbeteiligung auch wegen ihrer finanziellen Beteiligung an der vor allem von den USA stark kritisierten Ostsee-Gas-Pipeline Nord Stream 2. Über diese soll Gas direkt von Russland nach Deutschland transportiert werden. Den USA ist das ein Dorn im Auge, da sie lieber selbst mehr eigenes Gas nach Europa verkaufen wollen. Deshalb drohen die Vereinigten Staaten mit Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen und haben diese schon zum Teil umgesetzt. Auch in der EU und hierzulande fordern viele Politiker einen Baustopp. "Unsere Unterstützung für das Projekt fällt derzeit unter keinerlei Sanktionen, weder von Europa noch von den USA", sagte Mehren.

Er sei davon überzeugt, dass die Pipeline nicht nur fertiggestellt und in Betrieb genommen, sondern auch dringend benötigt werde. "Wir wissen, dass unsere einheimische Produktion in Europa zurückgeht. Wir wissen, dass wir mehr Gas importieren müssen, wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen und auch aus der Kohle aussteigen wollen", sagte der Manager. Insofern sei er überzeugt, dass Europa diese Infrastruktur brauche und davon profitieren werde. Flüssiggas komme hingegen über Schiffe, die nicht kommen würden, wenn ein anderer Markt interessanter sei.

Eigentlich wollte BASF-Konzernchef Brudermüller die ehemalige Öl-und-Gas-Tochter im zweiten Halbjahr 2020 an die Börse bringen, nun steht 2021 im Plan. BASF hält an Wintershall Dea noch rund 70 Prozent. Über den genauen Zeitpunkt des Börsengangs würden letztendlich die Anteilseigner entscheiden, sagte Mehren. Wintershall habe sich schon seit dem ersten Tag der Fusion darauf vorbereitet. Neben dem Ludwigshafener Chemiekonzern hält die Investorengruppe LetterOne des russischen Oligarchen Michail Fridman die restlichen Anteile am Unternehmen.

@ dpa.de