Jungheinrich AG, DE0006219934

Jungheinrich mit starker Auftragslage und hohen Kosten

12.08.2022 - 16:05:30

notierten Jungheinrich-Vorzugsaktien gaben am Freitag leicht nach, erreichten aber zuvor den höchsten Stand seit März. Die 48 Millionen Vorzugsaktien machen knapp die Hälfte des Jungheinrich-Aktienkapitals aus. Der Rest sind Stammaktien, die Eigentum der Erben des Firmengründers sind.

Der anhaltenden Materialknappheit versucht Jungheinrich unterdessen mit Vorräten entgegenzuwirken. Diese binden aber viel Kapital und beeinflussen den Barmittelfluss. Im ersten Halbjahr rutschte der Free Cashflow ins Negative und betrug minus 270 Millionen Euro, nach Zuflüssen von 84 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Hues sieht darin kein Problem: "Wir haben uns als Vorstand bewusst für die hohen Vorratsbestände entschieden und ich halte das auch nicht für kritisch. Es handelt sich dabei schließlich um werthaltige Assets und nichts, was wir abschreiben müssen." Der Kapitalmarkt brauche sich keine Sorgen zu machen, auch die Investitionsfähigkeit sei dadurch nicht gefährdet. "Keine der Investitionen, die wir momentan würden tätigen wollen, ist davon beeinflusst. Auch nicht in Bezug auf mögliche Zukäufe", sagte Hues.

Konzernchef Brzoska hatte Ende Juni in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" gesagt, mit Blick auf das Ziel, den außereuropäischen Umsatzanteil bis 2025 auf 20 Prozent zu steigern, sei eine Übernahme notwendig. "Organisches Wachstum würde vor allem auch innerhalb der kurzen Zeitspanne nicht ausreichen. Das war uns schon klar, als wir China noch als wichtigsten Markt außerhalb Europas betrachteten", sagte er. Falls sich etwas Passendes finde, könne nun etwa in den USA zugekauft werden. Bereiche seien Automatik, Robotik und Software. "Wir wollen uns noch mehr als in der Vergangenheit von unserem Wettbewerb differenzieren."

Und auch mit Blick auf einen potenziellen Gas-Lieferstopp gab sich Hues im Gespräch am Freitag zuversichtlich: "Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen, um zumindest eine Chance zu haben, im Fall der Fälle produktionsfähig zu bleiben." Unter anderem habe Jungheinrich Nass-Lackieranlagen gekauft, um den potenziellen Ausfall von Pulverbeschichtung kompensieren zu können. Das größere Ausfallrisiko sieht Hues aktuell allerdings bei Jungheinrichs Zulieferern.

@ dpa.de