Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Pharma, Biotechnologie

JEVER - Der Fall möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen im niedersächsischen Landkreis Friesland könnte deutlich mehr Menschen betreffen als zunächst angenommen.

13.08.2021 - 16:00:06

Nach Kochsalz-Injektionen: Zahl möglicher Betroffener steigt weiter. Statt bislang 8557 Menschen könnten noch 1626 weitere Personen möglicherweise Spritzen mit Kochsalzlösungen bekommen haben, wie der Landkreis am Freitag mitteilte. Damit erhöht sich die Zahl der Menschen, die nun schnellstmöglich nachgeimpft werden sollen, auf insgesamt 10 183. Die weiteren Verdachtsfälle seien bei einer eingehenderen Prüfung der Dienstzeiten der beschuldigten Krankenschwester bekannt geworden, erklärte Landrat Sven Ambrosy (SPD).

Die weiteren Verdachtsfälle seien bei einer eingehenderen Prüfung der Dienstzeiten der beschuldigten Krankenschwester bekannt geworden, erklärte Landrat Sven Ambrosy (SPD). Ein Abgleich der bislang aus dem Dienstplan bekannten Zeiten mit den tatsächlichen Arbeitszeiten der Frau ergab, dass sie noch zusätzliche Dienste übernommen hatte. Die Zahl der möglichen Betroffenen erhöhe sich dadurch, erklärte Ambrosy. "Diese werden von uns natürlich unverzüglich informiert." Möglicherweise betroffen sind Impfungen, die zwischen dem 5. März und 24. April vorgenommen wurden. Zuvor war der Kreis nur von Impfungen bis zum 20. April ausgegangen.

Die examinierte Krankenschwester, die am Impfzentrum des Kreises arbeitete, hatte eingeräumt, am 21. April sechs Spritzen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ihr war beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff runtergefallen, was sie nach eigener Aussage vertuschen wollte. Die Tat war aufgeflogen, da die Frau einer Kollegin davon erzählt hatte. Am Dienstag hatten Landkreis und Polizei dann mitgeteilt, dass nach weiteren Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen habe. Um die möglicherweise fehlenden Impfungen nachzuholen, sollen daher alle tausenden Betroffenen als Vorsichtsmaßnahme des Landkreises nachgeimpft werden. Die Beschuldigte ließ über ihren Anwalt dagegen erklären, es handelte sich bei der Tat am 21. April um einen einmaligen Vorfall.

Von den Nachimpfungen ist den Angaben zufolge nun insgesamt etwa jeder zehnte Einwohner des Kreises betroffen. "Das ist natürlich etwas, was monströs ist", sagte Ambrosy. Das Vertrauen sei beschädigt und werde Folgen für die Impfkampagne im Landkreis haben. "Wir werben aber trotzdem: Lassen Sie sich impfen." Wer nicht mehr im Impfzentrum in Friesland geimpft werden wolle, könne sich auch an Haus- und Betriebsärzte wenden.

Am Freitag liefen die ersten Nachimpfungen im Impfzentrum des Kreises an. Bei den Nachholterminen würden künftig täglich 200 bis 400 Personen zusätzlich geimpft, sagte eine Kreissprecherin. Das Personal sei dafür aufgestockt worden. Auch benachbarte Impfzentren helfen bei den Nachimpfungen. Insgesamt hatten sich bis Freitagmittag binnen drei Tagen rund 5000 Menschen für Nachimpfungen angemeldet.

Unterdessen räumte die Polizei eine Kommunikationspanne in dem Fall ein. Der Anwalt der Beschuldigten hatte ersten Darstellungen der Beamten widersprochen, wonach seine Mandantin im April die sechs Spritzen allein mit einer Kochsalzlösung aufgezogen habe. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten nun auch Angaben des Anwaltes. Die Beschuldigte hatte demnach bei einer ersten Vernehmung auch angegeben, Impfstoffreste aus übrigen Ampullen in die sechs Spritzen gefüllt zu haben. Dies sei in einer ersten Mitteilung zu dem Fall "nicht differenziert dargestellt worden", teilte die Polizei mit.

An der Gefahreneinschätzung, auf dessen Grundlage die Nachimpfungen nun anlaufen, ändert diese Angabe laut Polizei und Kreis aber nichts. Das Vermischen von Restimpfstoffen aus verschiedenen Ampullen sei regelwidrig, betonte Landrat Ambrosy. "Ich möchte sogar sagen, das ist nicht entlastend, sondern bestätigt gegebenenfalls eine gewisse Vertuschungsabsicht, weil eine klare Flüssigkeit eher auffällt als eine etwas trübere." Eine Kochsalzlösung allein sei klar, während sich bei einer Vermischung mit Biontech -Impfstoff eine trübere Substanz ergebe. Auch dass die Staatsanwaltschaft einem Anfangsverdacht nachgehe, wonach der Impfausweis der Beschuldigten manipuliert sein könnte, bekräftige den Landkreis, besonders vorsichtig vorzugehen, sagte Ambrosy.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Pharmakonzern GlaxoSmithKline wächst erneut überraschend stark. Für Schub sorgte die stark gestiegene Nachfrage etwa nach Atemwegsmedikamenten und Krebstherapien, wie das Unternehmen am Mittwoch in London mitteilte. Das Management um Konzernchefin Emma Walmsley ist deshalb für das Gesamtjahr optimistischer. Das wichtige Impfgeschäft insbesondere mit der Gürtelroseimpfung Shingrix erholt sich hingegen weniger schnell als erhofft. LONDON - Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline ist im dritten Quartal abermals stärker gewachsen als erwartet. (Boerse, 27.10.2021 - 14:20) weiterlesen...

Dritte Impfdosis im Vatikan verteilt - Papst wohl auch dabei. Das teilte der Heilige Stuhl am Mittwoch als Reaktion auf Anfragen mit, ob Papst Franziskus schon zum dritten Mal geimpft sei. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni bestätigte das zwar nicht direkt. Dem Vernehmen nach ist aber davon auszugehen, dass der 84 Jahre alte Argentinier die dritte Dosis des Vakzins erhalten hat. Der Mitteilung zufolge wurde im Kirchenstaat "in der zweiten Hälfte des Oktobers" mit der dritten Impfrunde gegen Covid-19 begonnen. ROM - Der Vatikan hat damit begonnen, Personen über 60 Jahren oder mit angeschlagenen Immunsystemen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu verabreichen. (Boerse, 27.10.2021 - 14:07) weiterlesen...

Jede Sekunde eine Impfung: Impfquote bei 66,4 Prozent. Nachdem am Vortag insgesamt rund 192 000 Dosen verabreicht wurden, stieg die Quote der vollständig geimpften Bürger auf 66,4 Prozent. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 9.22 Uhr) hervor. Bei den über 60-Jährigen liegt die Quote inzwischen bei 85,1 Prozent, bei den jüngeren Erwachsenen von 18 bis 59 Jahren 72,6 Prozent, und in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen beträgt sie 40,6 Prozent. BERLIN - Noch immer wird in Deutschland im Wochenschnitt rechnerisch jede Sekunde mehr als eine Person gegen das Coronavirus geimpft. (Wirtschaft, 27.10.2021 - 11:43) weiterlesen...

Bundesregierung rechnet erst 2022 mit kräftigem Aufschwung. Die Wachstumserwartungen für 2021 wurden heruntergeschraubt. Nach dem coronabedingten Einbruch des Bruttoinlandsprodukts 2020 erwartet die Regierung für dieses Jahr, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,6 Prozent zulegt - im April war noch ein Plus von 3,5 Prozent vorhergesagt worden. Für 2022 rechnet die Bundesregierung nun mit einem Wachstum von 4,1 Prozent statt wie bisher 3,6 Prozent. BERLIN - Die Bundesregierung rechnet erst im nächsten Jahr wieder mit einem kräftigen Aufschwung der Wirtschaft in Deutschland. (Boerse, 27.10.2021 - 11:15) weiterlesen...

Kritik an Impfversprechen vor der COP26 - Briten nennen keine Zahlen. "Die britische Regierung hat versprochene Corona-Impfstoffe nicht rechtzeitig an Delegierte aus dem globalen Süden geliefert", sagte die Klimaaktivistin Dipti Bhatnagar aus Mosambik der Deutschen Presse-Agentur. LONDON - Vor Beginn der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow gibt es Kritik am Gastgeberland Großbritannien, sein Impfversprechen an Teilnehmer aus benachteiligten Ländern nicht eingehalten zu haben. (Wirtschaft, 27.10.2021 - 09:27) weiterlesen...

UKE-Mediziner Kluge: Corona-Zahlen werden deutlich steigen. Stefan Kluge, warnt vor deutlich steigenden Corona-Zahlen in den kommenden Wochen. Als Grund für den Anstieg nannte er in einem Interview der "Bild" Reiserückkehrer und die kältere Witterung. "Das wird schon deswegen eine Herausforderung, weil das Pflegepersonal immer knapper wird. Für die Versorgung von zwei Covid-Patienten brauchen wir pro Tag allein drei Pflegekräfte", sagte Kluge der Zeitung. HAMBURG - Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Prof. (Wirtschaft, 27.10.2021 - 08:59) weiterlesen...