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Biontech, US09075V1026

Impfung über Firmen ab Anfang Juni - Druck für Geimpften-Regeln

02.05.2021 - 17:35:00

Impfung über Firmen ab Anfang Juni - Druck für Geimpften-Regeln. BERLIN - Bei den Corona-Impfungen in Deutschland ist die nächste Etappe in Sichtweite: Spätestens ab der Woche vom 7. Juni sollen sich Beschäftigte auch direkt über die Firma von Betriebsärzten impfen lassen können. Dafür sind laut Bundesgesundheitsministerium mindestens 500 000 Impfdosen pro Woche vorgesehen, wie zuerst die "Welt am Sonntag" berichtete. Das soll Impfungen erleichtern, auch ohne dass man sich extra selbst um Praxis-Termine kümmern muss. In der neuen Woche wollen Bund und Länder nach einer raschen Einigung suchen, welche Corona-Beschränkungen für Geimpfte wegfallen können.

sind nach Unternehmensangaben 27 Impfstraßen an 15 Standorten vorbereitet. Beim Autozulieferer Continental könnten sich bald täglich mehr als 1000 Mitarbeiter impfen lassen.

IMPFSTOFF-NACHSCHUB: Für Arztpraxen und Betriebsärzte werden im Juni wöchentlich jeweils mehr als drei Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech /Pfizer erwartet. Nach 3,4 Millionen Dosen in der Woche ab 31. Mai sollen für drei Wochen jeweils mehr als 3,6 Millionen folgen und in der Woche vom 28. Juni dann mehr als 3,7 Millionen. Im Mai sollen die Praxen laut einer Lieferprognose (Stand 30. April) jeweils 1,6 Millionen Dosen pro Woche von Biontech bekommen und in den ersten beiden Mai-Wochen zusätzlich jeweils mehr als eine Million Dosen des Präparats von Astrazeneca . Die Impfzentren sollen im Mai und Juni vorerst weiter mehr als zwei Millionen Dosen pro Woche bekommen.

DER IMPF-FORTSCHRITT: Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich bin überzeugt, dass wir jetzt zügig eine ausreichend große Zahl von Menschen werden impfen können, um ein deutliches Abfallen der Infektionsraten zu erreichen." Möglich seien sogar mehr als 70 Prozent der Bevölkerung - dies gilt als Marke für einen Schutz der ganzen Gesellschaft. Dabei gebe es einen Teil, der lieber vom Hausarzt geimpft werden möchte, sagte Reinhardt. "Diese Menschen vertrauen ihrem Doktor, den sie seit Jahren kennen." Dieser Faktor wirke erheblich im Hinblick auf jene, die noch Zweifel haben.

Mit mehr Impfungen in Praxen und Firmen rückt auch die Zukunft der Impfzentren in den Blick. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Wenn die Impfpriorisierung Ende Mai, Anfang Juni aufgehoben wird, wäre es sinnvoll, das Impfen den Ärzten zu überlassen." Nach einer Modellierung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung könnte Ende Mai mehr als die Hälfte der Impfberechtigten mindestens eine Erstimpfung erhalten haben. Mitte Juni könnten drei Viertel erstgeimpft sein. Ab dann sollten die Impfzentren auch nur noch Termine für Zweitimpfungen vergeben.

REGELN FÜR GEIMPFTE: Unter hohem Zeitdruck will die Bundesregierung klären, was für Bürger mit vollem Impfschutz noch an Corona-Regeln gelten soll. Um das zu beschleunigen, soll in den nächsten Tagen mit dem Bundestag und den Ländern eine Verordnung schon vorab abgestimmt und dann rasch besiegelt werden - womöglich bereits abschließend am kommenden Freitag im Bundesrat. Ein Entwurf von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sieht Erleichterungen bei Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen vor. Geimpfte und Genesene sollen auch ohne Corona-Test in Geschäfte, Zoos oder zum Friseur gehen können.

IMPF-NACHWEIS: Eine Impfung belegen kann man mit einem Eintrag plus Impfstoff-Aufkleber im gelben Impfheft - oder dem geplanten digitalen Impfnachweis für Smartphones. Er soll zum Sommer als freiwilliges und ergänzendes Angebot in der EU kommen. Über den Schutz vor Fälschungen im gelben Heft gibt es nun eine Diskussion - auch, wenn Impfungen von dort nachträglich in den digitalen Nachweis übertragen werden sollen. "Wir wissen um die möglichen Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem gelben Impfbuch", sagte SPD-Fachpolitikerin Sabine Dittmar der "Welt". Das Gesundheitsministerium müsse zügig eine Lösung finden.

Ein Sprecher des Chaos Computer Club sagte der "Welt am Sonntag", man hätte die Absicherung mit Hologrammaufklebern oder geprägtem Papier besser lösen können. Das Ministerium erklärte, bei der Prüfung von Impfheften sei besondere Vorsicht geboten. Fälschungen seien strafbar. Den digitalen Nachweis ausstellen dürfen den Plänen zufolge nur autorisierte Personen in Impfzentren, Praxen, Kliniken und Apotheken. Zum Überprüfen digitaler Impfnachweise sei - wie in der analogen Welt - gegebenenfalls auch ein Lichtbildausweis vorzulegen.

@ dpa.de

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