Allianz SE, DE0008404005

(Im 3. Satz wurde ein Wort ergänzt: Der operative Gewinn.)

09.11.2018 - 11:21:44

WDH: Geringere Katastrophenschäden bescheren Allianz Gewinnsprung

und Swiss Re musste die Allianz im Sommer nicht etwa für Taifun-Schäden in Japan am tiefsten in die Tasche greifen. Für die größte Belastung sorgte mit 105 Millionen Euro vielmehr ein Tornado im US-Bundesstaat Iowa, der eine Anlage komplett zerstörte. Weitere 50 Millionen Euro kostete den Versicherer ein Zyklon in Japan.

Der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua mit vielen Toten traf die Allianz gleich doppelt. Der Konzern ist Teil des zuständigen Versichererkonsortiums und außerdem am Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia beteiligt. Nun muss die Allianz möglicherweise um ihre Dividende aus dem Autobahngeschäft fürchten - und hat den Wert ihrer Beteiligung nach unten korrigiert. Zusammen mit dem Versicherungsschaden habe dies den Nettogewinn mit rund 30 Millionen Euro belastet, sagte Terzariol. Er rechne aber weiterhin mit Dividenden von Autostrade.

Das Schaden- und Unfall-Geschäft steht derzeit im Fokus von Allianz-Chef Oliver Bäte. Nachdem die Allianz ihre Lebensversicherung an die Niedrigzins-Ära angepasst und die Vermögensverwaltung nach turbulenten Zeiten wieder auf Wachstumskurs gebracht hat, ist jetzt die größte Sparte an der Reihe. Beim Kapitalmarkttag am 30. November will der Vorstand seine Strategie vorstellen. Nach bisherigen Ankündigungen soll die Zahl der angebotenen Vertragsvarianten deutlich schrumpfen. Außerdem sollen neue Versicherungsprodukte über Ländergrenzen hinweg gemeinsam entwickelt und angeboten werden. Dadurch und durch eine stärkere Digitalisierung sollen die Kosten für die Allianz sinken.

Terzariol dämpfte allerdings Hoffnungen, dass der Konzern an diesem Tag einen weiteren milliardenschweren Aktienrückkauf bekanntgeben könnte. Man werde dann über das Thema Kapitalmanagement sprechen, sagte er. Es gehe dabei aber eher um die Denkweise des Vorstands als um konkrete Maßnahmen. Die Allianz hatte Anfang 2017 eine Reihe von Aktienrückkäufen gestartet. Den bisher letzten über eine Milliarde Euro hat sie im September abgeschlossen.

In der Lebens- und Krankenversicherung schnitt die Allianz etwas schwächer ab als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn sank auch wegen ungünstigerer Währungskurse um knapp zwei Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Aufwärts ging es in der Vermögensverwaltung. Mit 650 Millionen Euro lag ihr operativer Gewinn knapp elf Prozent höher als ein Jahr zuvor. Nachdem Anleger aus den Fonds des Konzerns im zweiten Quartal netto mehr als 9 Milliarden Euro abgezogen hatten, kamen im dritten Quartal wieder 15 Milliarden hinzu. Insgesamt verwalteten die Töchter Pimco und Allianz Global Investors für externe Kunden Ende September knapp 1,5 Billionen Euro.

@ dpa.de