SYMRISE AG, DE000SYM9999

HOLZMINDEN - Der Hurrikan Florence und höhere Rohstoffkosten haben auf die Gewinne des Aromen- und Duftstoffherstellers Symrise viel Geld in den Ausbau der Produktion.

07.11.2018 - 09:23:24

Hurrikan und Rohstoffpreise belasten Symrise - Aktie gibt nach. Dazu hat er auch allen Grund: Die Nachfrage der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie bleibt hoch. Daher blickt Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram nun noch optimistischer auf die Umsatzentwicklung im laufenden Jahr.

Aus eigener Kraft - also ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe soll der Umsatz 2018 um mehr als 8 Prozent wachsen nach knapp 3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, wie das Unternehmen am Mittwoch in Holzminden mitteilte. Bisher hatte Symrise mehr als 7 Prozent in Aussicht gestellt, was bereits über den mittelfristig angepeilten 5 bis 7 Prozent lag. An der Börse stand dagegen erst einmal das schwache Quartalsergebnis im Blickpunkt. Die Aktie gab in den ersten Handelsminuten knapp vier Prozent nach.

Von Januar bis Ende September steigerte Symrise den Umsatz auf dieser Basis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,8 Prozent. De facto - also inklusive Zu- und Verkäufen sowie des starken Euro - wuchs der Umsatz aber lediglich um 4,6 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) blieben davon 475,7 Millionen Euro und damit knapp 2 Prozent weniger hängen als vor einem Jahr. Die Gewinnmarge lag damit auf dem Niveau des Jahreszieles von rund 20 Prozent. Damit signalisiert Symrise ein operatives Ergebnis von mindestens rund 647 Millionen Euro.

Neben den Kosten für einen neuen US-Standort drückte ein vorübergehender Produktionsstopp am US-Standort Charleston wegen des Hurrikans Florence auf die Gewinnmargen. Der Konzern ringt auch weiter mit hohen Rohstoffkosten, die nur mit Verzögerung an die Kunden weitergeben werden können. Zudem hinkt der 2017 übernommene Saftlieferant Cobell bei der Profitabilität immer noch hinterher.

Analysten monierten denn auch die Gewinnmargen. Die unerwartet niedrige Profitabilität dürfte die starke Umsatzentwicklung überschatten, sagte Expertin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan. Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research schlug in die gleiche Kerbe: Zwar begännen die Verkaufspreise die gestiegenen Rohstoffkosten mehr und mehr widerzuspiegeln und Symrise verhandle härter mit den Kunden, doch sei die Profitabilität im Jahresvergleich dennoch gesunken. Zechmann sieht weitere Margenrisiken im vierten Quartal.

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