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AIXTRON, DE000A0WMPJ6

HERZOGENRATH - Der Digitalisierungsboom mit einer immer weiter wachsenden Nachfrage nach schneller und effizienter Datenübertragung lässt die Auftragsbücher des Spezialanlagenbauers Aixtron immer dicker werden.

29.07.2021 - 09:52:01

Spezialanlagenbauer Aixtron wird noch optimistischer beim Auftragseingang. Konzernchef Felix Grawert wird daher nochmals optimistischer für Bestellungen im laufenden Jahr. "Die Kundennachfrage ist in allen für uns relevanten Endmärkten sehr hoch", sagte Grawert laut Mitteilung bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal am Donnerstag.

Der Optimismus des Managments überzeugte auch die Anleger. Der Aktienkurs schnellte am Vormittag um rund neun Prozent auf gut 23 Euro nach oben. Er näherte sich damit dem Mehrjahreshoch, auf das die Papiere im Juni infolge der damals angehobenen Umsatz und Gewinnerwartungen geklettert waren. Mit einem Plus von rund 60 Prozent im bisherigen Jahresverlauf sind die Aktien unter den Favoriten im MDax. Der Anlagenauftragsbestand erreichte den Angaben zufolge zum Ende des zweiten Jahresviertels mit 295 Millionen Euro das höchste Niveau der vergangenen Dekade. Im Gesamtjahr kalkuliert Grawert nun mit Bestellungen für insgesamt 440 bis 480 Millionen Euro. Erst im Juni hatte er die Prognosen auf bis zu 460 Millionen Euro angehoben.

Dabei spielt dem Unternehmen besonders der große Bedarf an Anlagen zur Herstellung von Halbleiterbauelementen auf Basis von Galliumnitrid in die Hände. Die Maschinen des Unternehmens tragen hauchdünne Schichten aus zwei Elementen auf spezielle Träger auf, es entstehen Verbindungshalbleiter. Sie erlauben eine effizientere Energieleitung und halten auch hohe Temperaturen aus. Am Ende werden sie in allerlei Geräten verbaut von Netzteilen für Smartphones, über Technik für den Ausbau des 5G-Netzes bis hin zu Computerservern.

Auch Optoelektronik-Anwendungen stehen bei den Kunden hoch im Kurs. So können auf den Anlagen des Unternehmens aus dem nordrhein-westfälischen Herzogenrath auch Laserchips für die optische Datenübertragung und die 3D-Sensorik produziert werden. Smartphone-Hersteller verwenden diese etwa zur Gesichtserkennung in Smartphones und Autobauer setzen sie zur Abtastung der Umgebung der Fahrzeuge ein.

Im abgelaufenen zweiten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum ersten Jahresviertel um mehr als ein Drittel auf 67,7 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben davon 8 Prozent beziehungsweise absolut 5,6 Millionen Euro hängen, nachdem zum Jahresstart noch ein kleines Minus angefallen war. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 7,7 Millionen Euro.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der guten Auftragslage der vergangenen Monate sieht sich das Management denn auch auf Kurs zu den im Juni angehobenen Umsatz- und Gewinnzielen. Auf Umsatzebene werden 400 bis 440 Millionen Euro erwartet, wovon 20 bis 22 Prozent als operatives Ergebnis übrig bleiben sollen. Dass das Management die Umsatzprognose im Zuge der Zahlen nicht noch weiter angehoben habe, liege an den Produktionskapazitäten und Vorlaufzeiten, erklärte Analyst Andrew Gardiner von der britischen Bank Barclays. Er sieht daher auch sehr gute Perspektiven für 2022.

@ dpa.de