Adidas, DE000A1EWWW0

HERZOGENAURACH - Der Sportartikelhersteller Adidas muss sich einen neuen Chef suchen.

22.08.2022 - 15:57:02

Rorsted geht 2023: Adidas sucht neuen Chef. Der Vorstandsvorsitzende Kasper Rorsted und der Aufsichtsrat hätten sich im gegenseitigen Einvernehmen darauf geeinigt, dass Rorsted 2023 aus seinem Amt ausscheiden werde, teilte der Dax-Konzern überraschend am Montag mit. Der Manager werde bis zur Bestellung eines Nachfolgers das Amt weiterführen.

nach Herzogenaurach gewechselt. Bei Henkel war er für seine Sanierungserfolge und die Konzentration auf Rendite bekannt. Bei Adidas läutete er einen Strategiewechsel ein, verkaufte die Marken Taylormade, CCM Hockey sowie Reebok und konzentrierte den Konzern ganz auf die Marke Adidas.

Doch Adidas hatte zuletzt im Vergleich mit dem US-Konzern Nike und auch dem Lokalrivalen Puma an Dynamik verloren. Dies zeigte sich bereits vor Beginn der Corona-Pandemie 2019, als sich das Wachstum des sonst so erfolgsverwöhnten Konzerns im Vergleich zur Konkurrenz abschwächte. Zum Beispiel war der europäische Markt damals angesichts glänzender Geschäfte in den USA und China etwas vernachlässigt worden, Adidas setzte hier auf zu sehr Bewährtes und musste gegensteuern.

2019 sollte dabei eigentlich ein Ausrutscher bleiben. Doch danach folgten herbe Einbußen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Doch bereits 2021 legte das Unternehmen den Schalter wieder um und erholte sich rasch, was sich auch im Aktienkurs zeigte, der bis August 2021 auf ein Rekordhoch von 336 Euro kletterte. Danach begann jedoch die Talfahrt, aktuell notiert das Papier bei rund 160 Euro.

Zuletzt war der viel kleinere Konkurrent Puma Adidas deutlich voraus. Trotz Lieferkettenproblemen, Inflation, dem Ukraine-Krieg, Corona-Pandemie und einer sich eintrübenden Konsumstimmung steigerte Puma Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr deutlich und erhöhte seine Umsatzprognose. Für 2022 erwartet Puma weiterhin einen höheren Gewinn - während Adidas inzwischen mit einem Rückgang rechnet. Adidas wurde dabei zum Verhängnis, stärker vom einst so gewinnträchtigen China-Geschäft abhängig zu sein. Doch dies liegt seit einiger Zeit am Boden. Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie, sondern auch an geopolitischen Spannungen zwischen der westlichen Welt mit China, die die Chinesen vermehrt zu chinesischen Marken greifen lässt.

Rorsted verwies am Montag auf die "externen Faktoren". Es habe "viel Kraft gekostet", diese zu bewältigen. "Deshalb ist ein Neustart im kommenden Jahr für das Unternehmen und für mich persönlich richtig und wichtig."

@ dpa.de