Einzelhandel, Kosmetik

HASSLOCH - Nach 35 Jahren ist die Geschichte des pfälzischen Großdorfs Haßloch für die deutsche Konsumforschung am Neujahrstag zu Ende gegangen.

02.01.2022 - 14:23:27

Nach 35 Jahren keine Konsumforschung mehr im Musterdorf Haßloch. Die Gemeinde mit rund 20 000 Einwohnern war seit 1986 für das Marktforschungsinstitut GfK ein Testmarkt für Neues. Tausende entschieden mit Einkäufen über Top oder Flop und bestimmten ein wenig mit, welche Schokoriegel oder Deos auf den Markt kommen. Was nicht gekauft wird, erreichte oft nicht die Läden des Landes.

Der Nürnberger Daten- und Marktforscher GfK hatte nämlich einst herausgefunden, dass die örtliche Handelslandschaft und die Struktur der Haushalte, zum Beispiel das Mengenverhältnis von Kindern, Rentnern und Familien, fast genau dem der gesamten Bundesrepublik entsprechen. Haßloch gilt als Deutschland in klein. Das macht den Ort für Test- und Marktentscheidungen attraktiv.

Künftig setzt GfK aber verstärkt auf Erhebungsmethoden wie Smartphone-Apps und Online-Befragungen - statt wie bisher auf eine Plastikkarte, die dokumentiert, was in Haßloch gekauft wird. "Wir haben erst kürzlich eine auf künstlicher Intelligenz basierte Software-Plattform gestartet", sagte GfK-Sprecher Kai Hummel unlängst. Sie beantworte den Kunden weltweit in Echtzeit Fragen wie: Was wurde wo gekauft und zu welchem Preis? Wer hat gekauft und warum?

Der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein sagte, es gehe sozusagen um eine Neuerfindung der Marktforschung. "Als Feldtest bildet Haßloch nur noch einen Ausschnitt von dem ab, wie Menschen heute einkaufen."

In Haßloch hatte die Entscheidung für gemischte Gefühle gesorgt. "Man kann schon sagen, dass eine Ära zu Ende geht", sagte Gemeindesprecher Marcel Roßmann. Die Verwaltung habe jedoch Verständnis, dass die Konsumforschung die Messmethode ändere, um den Ansprüchen ihrer Kunden gerecht zu werden. Auf die 35 Jahre als "Durchschnittsdorf" und der damit verbundenen bundesweiten Bekanntheit sei man stolz.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bayerns Verwaltungsgerichtshof kippt 2G-Regel im Einzelhandel. Das Gericht gab damit am Mittwoch einem Eilantrag gegen diese Corona-Maßnahme statt. Klägerin war die Inhaberin eines Lampengeschäfts. Auch für Niedersachsen hatte das dortige Oberverwaltungsgericht in Lüneburg bereits Mitte Dezember überraschend die 2G-Regel für den Einzelhandel gekippt. MÜNCHEN - Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel im Einzelhandel des Freistaats vorläufig außer Vollzug gesetzt, wonach in den Läden grundsätzlich nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. (Boerse, 19.01.2022 - 18:48) weiterlesen...

Unilever will Gebot für GSK-Konsumgütersparte nicht erhöhen. "Wir werden unser Gebot nicht über 50 Milliarden britische Pfund erhöhen", teilte Unilever am Mittwochabend in London mit. GSK hatte Unilevers Offerte in Höhe von umgerechnet etwa 60 Milliarden Euro am Wochenende als zu niedrig zurückgewiesen. Die Unilever-Führung zeigte sich von GSKs Argumenten für einen höheren Wert des Geschäftsbereichs jedoch nicht überzeugt. LONDON - Der britische Konsumgüterkonzern Unilever will für einen möglichen Kauf der Konsumgütersparte von GlaxoSmithKline (GSK) nicht tiefer in die Tasche greifen. (Boerse, 19.01.2022 - 18:07) weiterlesen...

Bayerische Staatsregierung setzt 2G-Regel für Handel nach Urteil komplett aus. "Wir setzen in Bayern 2G im Handel komplett aus und sorgen damit für eine schnelle und praktikable Umsetzung der VGH-Entscheidung", teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung am Mittwoch mit. MÜNCHEN - Die Bayerische Staatsregierung will nach einem vorläufigen Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) die 2G-Regel im Einzelhandel nicht weiter anwenden. (Wirtschaft, 19.01.2022 - 15:21) weiterlesen...

Bayerns Verwaltungsgerichtshof kippt vorläufig 2G-Regel im Einzelhandel. Das Gericht gab damit nach eigenen Angaben am Mittwoch einem Eilantrag einer Inhaberin eines Lampengeschäfts in Oberbayern statt. MÜNCHEN - Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die grundsätzliche Beschränkung des Zugangs zu Einzelhandelsgeschäften auf Geimpfte und Genesene, die sogenannte 2G-Regel, vorläufig außer Vollzug gesetzt. (Boerse, 19.01.2022 - 15:06) weiterlesen...

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof kippt 2G im Einzelhandel Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Regel für Einzelhandelsgeschäfte vorläufig außer Vollzug gesetzt. (Wirtschaft, 19.01.2022 - 15:03) weiterlesen...

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof kippt vorläufig 2G-Regel im Einzelhandel. Das Gericht gab damit nach eigenen Angaben am Mittwoch in München einem Eilantrag einer Inhaberin eines Lampengeschäfts in Oberbayern statt. MÜNCHEN - Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die grundsätzliche Beschränkung des Zugangs zu Einzelhandelsgeschäften auf Geimpfte und Genesene (2G) vorläufig außer Vollzug gesetzt. (Boerse, 19.01.2022 - 14:50) weiterlesen...