Produktion, Absatz

HANNOVER - Nach dem erneuten Nachweis des Insektengifts Fipronil in Zehntausenden Eiern aus den Niederlanden bemühen die Behörden sich um Aufklärung.

12.06.2018 - 06:31:25

Aufklärung nach erneutem Fund von Fipronil-Eiern angelaufen. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium ankündigte, ist nach dem Gesetz zunächst eine zweite unabhängige Untersuchung nötig, um sowohl die betroffene Packstelle im Landkreis Vechta als auch die entsprechenden Chargennummern veröffentlichen zu können. Damit können Verbraucher in den von den Eierlieferungen betroffenen Bundesländern Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen dann überprüfen, ob sie möglicherweise belastete Eier im Kühlschrank haben.

Die Rücknahme der Eier aus den Läden wurde bereits veranlasst. Eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher gibt es nach Einschätzung der Behörden derzeit nicht. Welche Supermärkte betroffen sind, war noch nicht klar.

Die Überwachungsbehörden kontrollierten die Rücknahme, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Rund 73 000 von einem Bio-Betrieb in den Niederlanden gelieferte Eier waren vor Entdeckung der Belastung schon an den Handel geliefert worden.

Noch vor Bekanntwerden dieser Zahl forderten die Grünen Konsequenzen aus dem jüngsten Fipronil-Fund. "Wir brauchen endlich Nummerncodes für eierhaltige Lebensmittel wie Nudeln", sagte die ernährungspolitische Sprecherin im Bundestag, Renate Künast, der Deutschen Presse-Agentur. Eine transparente Kennzeichnung mache den jeweiligen Betrieb rückverfolgbar, damit Produkte mit belasteten Eiern umgehend aus dem Handel entfernt werden könnten.

Zur Aufklärung der Ursache der erneuten Belastung sind die deutschen Behörden auf Informationen aus den Niederlanden angewiesen. Eine Anfrage zu den möglichen Ursachen wurde bereits an die Niederlande gerichtet, wie das Ministerium in Hannover mitteilte. Nach niederländischen Medienberichten vermutet der schon im vergangenen Jahr vom Fipronil-Skandal betroffene Landwirt, dass sich Reste des Insektengifts möglicherweise noch im Boden der Wiese befunden haben, auf der die Hühner Auslauf haben.

Das Insektizid Fipronil, das bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren nicht verwendet werden darf, war 2017 einem Reinigungsmittel beigemischt und über eine niederländische Firma an Hühnerhalter verkauft worden. Danach gab es erst in den Niederlanden, dann auch in Deutschland und vielen weiteren Ländern erhebliche Rückrufe von Eiern und Eierprodukten. Seitdem wird gezielt auf Fipronil getestet. Im Zuge dieser Untersuchungen wurde nun die Überschreitung der Höchstwerte zunächst in den Niederlanden und dann in Niedersachsen festgestellt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Trump: China hat Liste mit möglichen Handelskonzessionen geschickt. Trump betonte am Freitag aber, er sei trotzdem noch nicht dazu bereit, sich mit der Regierung in Peking zu einigen. "China will einen Deal machen", sagte der Präsident im Weißen Haus. "Sie haben eine Liste mit Dingen geschickt, die sie bereit zu tun sind." Es sei eine "ziemlich vollständige Liste" mit 142 Punkten, allerdings fehlten noch "vier oder fünf große Dinge". WASHINGTON - China hat den USA nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine Liste mit möglichen Zugeständnissen zur Lösung des Handelsstreits übermittelt. (Wirtschaft, 16.11.2018 - 20:20) weiterlesen...

Zeichen stehen in Hessen auf Schwarz-Grün. Nach der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Landtagswahl haben die beiden amtierenden Regierungspartner die Mehrheit von einem Mandat für eine Fortsetzung ihrer Koalition. Am Freitagabend bot die CDU den Grünen Koalitionsverhandlungen an. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren sei eine gute Grundlage für ein stabiles und verlässliches Bündnis, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Wiesbaden. WIESBADEN - In Hessen stehen die Zeichen auf Schwarz-Grün. (Wirtschaft, 16.11.2018 - 20:03) weiterlesen...

Hessische CDU bietet Grünen Koalitionsverhandlungen an. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Regierungspartner in den vergangenen fünf Jahren sei eine gute Grundlage für ein stabiles und verlässliches Bündnis auch in der nächsten Wahlperiode, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Freitagabend nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Wiesbaden. WIESBADEN - Die CDU in Hessen bietet den Grünen Koalitionsverhandlungen für eine Regierungsbildung im Land an. (Wirtschaft, 16.11.2018 - 19:15) weiterlesen...

Proteste wegen Spritpreisen: Verkehrskollaps in Frankreich befürchtet. Die Bewegung "Gilets Jaunes" (gemeint: Warnwesten) ruft für Samstag in ganz Frankreich zu Blockaden von Verkehrsachsen, Kreisverkehren und Mautstellen auf. Eine Online-Karte zeigt Hunderte geplante Aktionen. Der Protest richtet sich gegen von der Mitte-Regierung geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel. PARIS - Wegen landesweiter Proteste gegen höhere Spritpreise wächst in Frankreich die Sorge vor einem Verkehrskollaps. (Wirtschaft, 16.11.2018 - 19:07) weiterlesen...

Britischer Abgeordneter Stephen Barclay neuer Brexit-Minister. Das teilte die Regierung in London am Freitag mit. Der bislang eher unscheinbare Abgeordnete folgt Dominic Raab nach, der im Streit um das Brexit-Abkommen zurückgetreten war. LONDON - Der neue britische Brexit-Minister heißt Stephen Barclay. (Wirtschaft, 16.11.2018 - 17:50) weiterlesen...

Brexit-Befürworter im Kabinett stellen sich hinter May. Auf die Frage, ob May die volle Unterstützung des Kabinetts habe, sagte Umweltminister Gove am Freitag "natürlich, vollkommen". Auch Handelsminister Liam Fox, ebenfalls ein überzeugter Brexit-Anhänger, sprach May sein absolutes Vertrauen aus. LONDON - Die britische Premierministerin Theresa May hat im Streit um ihr Abkommen zum EU-Austritt des Landes Rückendeckung von Brexit-Befürwortern in ihrem Kabinett bekommen. (Wirtschaft, 16.11.2018 - 17:11) weiterlesen...