HANNOVER RUECKVERSICHERUNG AG, DE0008402215

HANNOVER - Geringe Katastrophenschäden haben dem Rückversicherer Hannover Rück im zweiten Quartal einen überraschenden Gewinnzuwachs beschert.

09.08.2018 - 10:55:25

Hannover Rück profitiert von geringen Schäden - Sonderdividende winkt. Vorstandschef Ulrich Wallin sieht den Konzern damit auf Kurs, den Überschuss wie geplant in diesem Jahr wieder auf über eine Milliarde Euro zu treiben. Hohe Sonderbelastungen in den USA sollen daran nichts ändern - und sich ab 2019 sogar auszahlen. Derweil stimmte Finanzchef Roland Vogel die Aktionäre auf eine weitere Sonderdividende ein.

und Swiss Re bereits 555 Millionen Euro verdient. Allerdings muss der Rückversicherer in der zweiten Jahreshälfte Belastungen aus seinem US-Mortalitätsgeschäft wettmachen. Das Unternehmen hatte bei einigen Kunden die Preise erhöht, um das Geschäft nach anhaltenden Verlusten in die schwarzen Zahlen zu bringen. Einige Kunden wollten dies nicht akzeptieren und wollen jetzt aus dem Verträgen aussteigen.

Dadurch dürfte der Hannover Rück im zweiten Halbjahr eine Sonderbelastung von mehr als 264 Millionen US-Dollar (227 Mio Euro) vor Steuern entstehen, schätzt der Vorstand. Im Extremfall könnten es 500 bis 600 Millionen Dollar werden, sagte Finanzchef Vogel. Dennoch zeigte er sich darüber erfreut: "Dann werden die Ergebnisbelastungen aus dem US-Mortalitätsgeschäft in den folgenden Jahren entfallen, sodass wir von 2019 an Ergebnissteigerungen erwarten dürfen."

Etwas höhere Preise brachten auch die Vertragserneuerungen im Schaden- und Unfall-Geschäft im Juni und Juli. Das Preisniveau sei um knapp einen Prozent gestiegen, sagte Vogel. Ähnliches hatte am Mittwoch bereits die Munich Re berichtet. Die Hannover Rück baute ihr Vertragsvolumen dabei um 16 Prozent aus.

Unterdessen dürften sich die Aktionäre auf eine weitere Sonderdividende freuen. Der Vorstand fasse wie in den Vorjahren wieder eine Gesamtausschüttung von 5 Euro je Aktie ins Auge, sagte Vogel. Zugleich hob er die Ausschüttungsquote für die Basisdividende an. Statt 35 bis 40 Prozent sollen künftig 35 bis 45 Prozent des Nettogewinns standardmäßig an die Aktionäre gehen.

In den vergangenen drei Jahren hatte die Hannover Rück allerdings so viel Geld per Sonderdividenden an die Anteilseigner ausgeschüttet, dass sie die Quoten jeweils ohnehin überschritten hatte. Die jetzige Anhebung sei daher kein Quantensprung, aber eine Bekenntnis für die Zukunft, stellte Vogel klar.

Vergleichsweise geringe Belastungen erwartet der Manager aus dem Zwischenfall bei dem Staudamm-Projekt Hidroituango in Kolumbien. Die Hannover Rück dürfte der Fall einen niedrigen zweistelligen Millionen-Betrag kosten, schätzt er. Bei dem Bauunfall im zweiten Quartal wäre der Damm fast gebrochen. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat dafür bereits einen Schaden in dreistelliger Millionen-Höhe verbucht, der den Quartalsgewinn des Dax-Konzerns belastete.

@ dpa.de