Talanx AG, DE000TLX1005

HANNOVER - Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück und sein Mutterkonzern Talanx sind besser durch das Katastrophenjahr 2017 gekommen als gedacht.

07.02.2018 - 09:54:46

Katastrophenjahr 2017: Hannover Rück und Talanx übertreffen gekappte Gewinnziele. Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin rechnet jetzt mit einem Überschuss von rund 950 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Nach der Hurrikan-Serie im vergangenen Jahr hatte er das Ziel von über einer Milliarde auf 800 Millionen Euro gesenkt. Analysten hatten zuletzt nur etwas mehr erwartet. Die Aktionäre sollen nun wie im Vorjahr eine Dividende von 5,00 Euro je Aktie erhalten. Für 2018 peilt Wallin weiterhin einen Überschuss von über einer Milliarde Euro an.

Am Aktienmarkt kamen die Nachrichten gut an. Die Hannover-Rück-Aktie gewann kurz nach Börsenstart gut zwei Prozent an Wert und gehörte damit zu den stärksten Werten im MDax. Für die Papiere der Mehrheitseignerin Talanx ging es um mehr als ein Prozent nach oben.

Rückenwind erwartet Wallin von einer Preiswende im seit Jahren umkämpften Schaden- und Unfallgeschäft. 2017 war für die Versicherungsbranche weltweit das teuerste Naturkatastrophen-Jahr der Geschichte. Laut dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re summierten sich die versicherten Schäden weltweit auf 135 Milliarden US-Dollar, vor allem infolge der drei Hurrikane, aber auch durch zwei Erdbeben in Mexiko und die verheerenden Waldbrände in Kalifornien. Für die Hannover Rück wurde 2017 mit Großschäden von 1,1 Milliarden Euro das teuerste Jahr seit ihrem Bestehen.

Bei der wichtigen Erneuerung der Verträge mit Erstversicherern wie Allianz und Axa zum Jahreswechsel konnte die Hannover Rück im klassischen Geschäft nun im Schnitt 1,4 Prozent höhere Preise durchsetzen. "Bei schadenbetroffenen Programmen gingen die Ratenerhöhungen teilweise sogar in den zweistelligen Bereich", hieß es. Der Konzern baute sein Geschäftsvolumen zum 1. Januar in der traditionellen Rückversicherung daher währungsbereinigt um fast 13 Prozent aus. Insgesamt ging das Volumen sogar um knapp 22 Prozent nach oben.

Weltmarktführer Munich Re hatte lediglich einen Preisanstieg um 0,8 Prozent zum Jahreswechsel gemeldet, sein Geschäft aber dennoch um 19 Prozent ausgebaut. Der Wettbewerb sei trotz der schweren Katastrophenschäden weiterhin intensiv, sagte Wallin. "Keiner der Marktteilnehmer hat Kapazität aus dem Markt abgezogen." Dies gelte auch für Großanleger, die etwa über Katastrophenanleihen in dem Geschäft mitmischen. Im Gegensatz zu Munich-Re-Finanzchef Jörg Schneider erwartet Wallin in den weiteren Erneuerungsrunden zum 1. April und 1. Juli keine stärkeren Preiserhöhungen als zum Jahreswechsel.

Dennoch peilt er für das laufende Jahr weiterhin einen Überschuss von über einer Milliarde Euro an. Diese Marke hatte das im MDax notierte Unternehmen bereits 2015 und 2016 geknackt und ursprünglich auch für 2017 angepeilt.

Dass der Gewinn trotz der Katastrophen nur leicht einknickte, verdankte der Konzern dem Verkauf von Tafelsilber. Nach den Wirbelstürmen im August und September hatte die Hannover Rück Aktien aus ihrem Anlagebestand für fast eine Milliarde Euro zu Geld gemacht und damit 223 Millionen Euro Sondergewinn eingestrichen. Die für 2017 geplante Ausschüttung von 5 Euro werde sich wie im Vorjahr aus einer Regeldividende von 3,50 Euro und einer Sonderdividende von 1,50 Euro zusammensetzen, sagte Wallin.

Von dem glimpflichen Abschneiden und der Dividende des Rückversicherers profitiert vor allem der Versicherungskonzern Talanx (HDI, Neue Leben), dem gut die Hälfte der Hannover Rück gehört. Talanx-Chef Herbert Haas rechnet für 2017 jetzt mit einem Überschuss von 670 Millionen Euro nach 907 Millionen ein Jahr zuvor. Im Herbst war er noch von einem Rückgang auf 650 Millionen Euro ausgegangen, Analysten waren aber bereits optimistischer. Die Aktionäre sollen eine Dividende mindestens auf Höhe des Vorjahres erhalten. Da hatte Talanx je Anteilsschein 1,35 Euro ausgeschüttet.

Die endgültige Jahresbilanz will Talanx am 19. März vorlegen. Die Hannover Rück ist bereits am 13. März an der Reihe.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!