CONTINENTAL AG, DE0005439004

HANNOVER - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental sieht nach einem durchwachsenen Jahresverlauf auch für das Schlussquartal weitere Risiken.

08.11.2018 - 11:12:24

Continental bleibt pessimistisch wegen schwächerer Autoindustrie. Weil die Autoproduktion weltweit derzeit schwächelt, stellt der Dax -Konzern die derzeitige Prognose für den Jahresumsatz von rund 44,5 Milliarden Euro unter Vorbehalt, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mitteilte. Sollte der negative Trend in der Branche im Schlussquartal zunehmen, könnte auch dieses Ziel noch verfehlt werden.

Die Conti-Aktie lag am Vormittag 2,3 Prozent im Minus. Laut Analyst David Lesne von der UBS ist der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) niedriger als erwartet ausgefallen. Ohnehin hat das Papier kein gutes Jahr, es gehört auch infolge der beiden Gewinnwarnungen zu den schlechtesten Werten in der europäischen Automobilbranche.

Im August hatte Continental die Gewinnprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt, weil es unter anderem in China schwächer läuft als gedacht. "Erstmals seit knapp zehn Jahren haben wir im abgelaufenen Quartal einen substanziellen Rückgang der weltweiten Fahrzeugproduktion gesehen", sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer. Auch zum Jahresschluss rechnet Conti mit einem Rückgang. In Europa fiel auch die Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP ins Gewicht, der bei vielen Autobauern nicht reibungslos verlief und vor allem bei VW zu stillstehenden Bändern führte.

Derzeit schätzt der Konzern den Produktionsrückgang in Europa im Schlussquartal auf 2 Prozent und in China auf 6 Prozent, sagte Schäfer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Sollte dies so eintreffen, sollte die Umsatzprognose halten. Bei der angestrebten operativen Umsatzrendite ist Schäfer aber nach eigenen Worten ohnehin zuversichtlich, das im August gesenkte Ziel von über 9 Prozent zu schaffen.

Im abgelaufenen dritten Quartal sorgten die Probleme für einen Gewinnrückgang unter dem Strich von gut 14 Prozent auf 626,1 Millionen Euro. Dabei kam dem Unternehmen vor allem ein Sonderertrag aus der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Lichtspezialisten Osram zugute, der 173 Millionen zum Gewinn beisteuerte. Die Firma mit Lichtlösungen für die Autoindustrie war im Juli gestartet.

Der Conti-Konzernumsatz war wie bereits bekannt um 0,9 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro geklettert, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern dagegen um gut 30 Prozent auf 771,8 Millionen Euro abgesackt.

Conti-Chef Elmar Degenhart verwies auf bereits eingeleitete Kostensenkungen. Unter anderem hatte Conti im Geschäftsbereich ContiTech, in dem das Unternehmen etwa Kunststoffleitungen und Fördergurte herstellt, ein Sparprogramm aufgelegt, um den Bereich laut Schäfer in Richtung Umsatzrendite von 10 Prozent zu bringen. 2020 sollen die Maßnahmen 150 Millionen Euro an Einsparungen bringen.

In der Antriebstechnik, bei der Conti für das kommende Jahr die Abspaltung und einen Teilbörsengang im Auge hat, entstand im dritten Quartal ein operativer Verlust von 68 Millionen Euro. Beim Erlös sei der Bereich aus eigener Kraft um über 3 Prozent gewachsen, sagte Schäfer. Für den Verlust seien Gewährleistungsrückstellungen verantwortlich, die auch mit Blick auf die Pläne zu einem Börsengang gemacht worden seien.

Im Gesamtjahr geht Conti auch in der Reifensparte von etwas höheren Belastungen durch gestiegene Rohstoffpreise aus, statt 50 Millionen Euro an Belastungen sind nun 100 Millionen kalkuliert. Für das kommende Jahr sei derzeit noch kein besonderer Gegenwind abzusehen, sagte Schäfer. Jedoch sei das auch von der Entwicklung der Ölpreise abhängig.

@ dpa.de

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