Vitesco, DE000VTSC017

HANNOVER - Continental rechnet nach den Schwierigkeiten im abgelaufenen Quartal auch im gesamten kommenden Jahr mit Problemen wegen der Lieferkrise bei Mikrochips und stark verteuerter Rohstoffe.

10.11.2021 - 11:08:27

Continental sieht weitere Belastungen. Der Autozulieferer geht zwar von einer allmählichen Verbesserung der Versorgungslage in den kommenden Monaten aus.

nun umfasst. Bei der verbliebenen Autotechnik, die grundlegend umstrukturiert wurde, ging der Umsatz im dritten Quartal infolge der weltweit gesunkenen Fahrzeugproduktion um knapp 16 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zurück. Bei Gummiprodukten wie Reifen oder Maschinenkomponenten gelang dagegen verglichen mit dem Vorjahr ein leichtes Erlösplus um etwas mehr als 1 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. "Dabei profitierte das Geschäftsfeld weiterhin von einem weltweit starken Lkw- und Pkw-Ersatzreifengeschäft."

Autozulieferer befinden sich derzeit in einer Zwickmühle. Während Autohersteller von hohen Neu- und Gebrauchtwagenpreisen profitieren und so die Auswirkungen des Produktionsausfalls abfedern oder sogar wettmachen können, hängt die Zuliefererbranche in der Schwebe. "Bei uns gehen die Lagerbestände aktuell insgesamt hoch, weil wir alle anderen Teile für eine Komponente schon haben und uns nur die Chips fehlen, bis wir dann ausliefern können", sagte Schäfer. Anschwellende Vorräte binden Kapital. Conti erwartet dieses Jahr neben weniger Umsatz und Ergebnis auch deutlich weniger freien Mittelzufluss (Free Cashflow) als bisher - Anleger achten stark darauf, um die Finanzkraft zu beurteilen.

Konzernchef Setzer sieht das Unternehmen mittelfristig gut positioniert, um aus der schwierigen Branchenlage herauszukommen. Der Produktmix enthalte einen hohen Elektronikanteil. "Damit sind wir zwar einerseits vom Halbleitermangel stark betroffen, andererseits werden Fahrzeuge mit immer mehr Elektronik, Sensorik und Software ausgestattet", sagte er laut Mitteilung. Von diesem Trend werde Conti stark profitieren.

Der Konzern, der nach der Vitesco-Ausgliederung nun weltweit 192 000 Beschäftigte zählt, nimmt an, dass die Talsohle im zurückliegenden dritten Quartal durchschritten sein könnte. Aber erledigt sei das Thema noch lange nicht, sagte Setzer bei einer Branchenkonferenz des "Handelsblatts": "Natürlich helfen immer Sicherheitsbestände und eine gewisse Größe. Aber es sind auch ein besserer Austausch und eine verlässlichere Planung nötig." Die Lieferengpässe dürften anhalten. Der Conti-Chef hält die höheren Kosten metallischer Rohstoffe für eine zusätzliche Herausforderung.

Für seine neuartigen OLED-Displays im Autoinnenraum zog der Konzern zuletzt einen ersten Großauftrag an Land. Mit einem Auftragsvolumen von rund einer Milliarde Euro kommen die Displays in einem "volumenstarken Serienfahrzeug" eines globalen Autobauers zum Einsatz. Den Namen des Kunden gab Conti nicht bekannt. Insgesamt liege der Auftragsbestand in dem Bereich bei 5,5 Milliarden Euro.

@ dpa.de