VESTAS WIND SYSTEMS, DK0061539921

HAMBURG - Die IG Metall stellt sich auf einen langwierigen und schwierigen Tarifkonflikt für die deutschen Beschäftigten des dänischen Windanlagenherstellers Vestas ein.

16.05.2022 - 05:35:28

IG Metall: Tarifkonflikt mit dem Windanlagenbauer Vestas langwierig. "Wir haben noch kein verbindliches Signal, ob sie mit uns verhandeln wollen", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, der Rendsburger IG-Metall-Geschäftsführer Martin Bitter, der Deutschen Presse-Agentur.

Deutschlands größte Gewerkschaft war am vergangenen Mittwoch in Tarifverhandlungen mit der Vestas Deutschland GmbH (Hamburg) eingestiegen. Die Gespräche sollen am 30. Mai fortgesetzt werden. Zum Auftakt der Verhandlungen sei die Arbeitgeberseite "mit großer Delegation" angereist, darunter auch Mitglieder des internationalen Managements, berichtete der Gewerkschafter. Die Verhandlungen betreffen laut IG Metall insgesamt rund 1700 Beschäftigte, darunter 700 Monteure, die mit Service und Wartung von Windkraftanlagen beschäftigt sind.

Bitter hatte vor Beginn der Gespräche die "klare Erwartungshaltung der Beschäftigten" zu tariflich geregelten Arbeitsbedingungen geäußert. "Die Windbranche wird eine Schlüsselrolle einnehmen beim Umbau unserer Strom- und Energieversorgung in den kommenden Jahren", so der Gewerkschafter. "Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, dass wir ernsthafte Schritte unternehmen, um auch die Tarifbindung in der Branche zu erhöhen."

Die Gespräche mit Vestas sind der Auftakt einer Tarifbewegung, die der Bezirksleiter Küste der IG Metall, Daniel Friedrich, zur Jahreswende angekündigt hatte. Nach seiner Darstellung unterliegen zwar viele Zulieferer der Windindustrie, zum Beispiel Maschinenbauer, traditionell dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie. "Aber alles das, was direkt näher am Hersteller ist, da haben wir in der Regel weniger Tarifgebundenheit", hatte Friedrich gesagt."Wir werden ganz aktiv das Thema Firmentarifverträge im Windbereich angehen. Ohne gute Beschäftigung wird auch das grüne Jobwunder nicht funktionieren."

@ dpa.de