Ernährung, Produktion

GREIFSWALD / KIEL - Heftige Geflügelpest-Seuchenzüge wie in der vergangenen Saison könnten nach Einschätzung von Experten zur Regel werden.

27.10.2021 - 07:04:27

Experten zu Geflügelpest: Heftige Seuchenzüge könnten Regel werden. "Dieses Szenario kann tatsächlich nicht ausgeschlossen werden", hieß es vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald. "Untersuchungen des aktuellen Erregers haben ergeben, dass er sehr ähnlich zu dem aus dem letzten Winter ist." Deutschland und Europa erlebten nach Einschätzung des FLI zwischen Ende Oktober 2020 und April 2021 die bisher ausgeprägteste Geflügelpestverbreitung.

Es verdichteten sich die Hinweise, dass das Virus, anders als in vorhergehenden Jahren, auch den Sommer in Europa überstanden habe. "Damit sind neuerliche Ausbrüche in Geflügelbeständen unter Umständen nicht mehr auf einen Zuzug infizierter Zugvögel angewiesen."

Zuletzt hatte es in mehreren Bundesländern die ersten nachgewiesenen Geflügelpest-Fälle dieses Herbstes gegeben.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern waren dem zurückliegenden Seuchenzug nach Angaben des Schweriner Landwirtschaftsministeriums knapp 350 000 Tiere zum Opfer gefallen. Es sei ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 5,7 Millionen Euro entstanden. "Wir hoffen, dass es dieses Jahr keine Wiederholung gibt in der Breite", sagte Silvia Ey, Geschäftsführerin des Geflügelwirtschaftsverbands Mecklenburg-Vorpommern. "Aber wir können hier nicht in die Glaskugel schauen."

Halter sind aufgerufen, möglichst den Kontakt ihrer Tiere mit Wildtieren zu verhindern. Laut FLI könnten Impfungen als eine flankierende Maßnahme sinnvoll werden, wenn sich die Ausbruchsintensität weiter erhöhe oder Viren dominierten, die leichter auf den Menschen übertragbar sind.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Umweltschützer: Öko-Regelungen der EU-Agrarreform meist unwirksam. Dabei sei Deutschland aber verglichen mit anderen EU-Ländern besser aufgestellt, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Analyse des Naturschutzverbands WWF, des Europäischen Umweltbüros und der Vogelschutzorganisation Birdlife hervorgeht. Nur bei 19 Prozent der von den Staaten geplanten Öko-Regelungen sei davon auszugehen, dass sie ihre erklärten Umweltziele erreichen würden. Die Öko-Regelungen sind ein Instrument, mit dem Natur-, Klima- und Umweltschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft stärker vergütet werden sollen. BRÜSSEL - Die mit der Reform der milliardenschweren EU-Agrarpolitik eingeführten Öko-Regelungen sind laut Umweltorganisationen insgesamt wenig wirksam. (Wirtschaft, 30.11.2021 - 15:00) weiterlesen...

Greenpeace: Werbung für Fleisch sollte reglementiert werden. "Die Produktion von tierischen Erzeugnissen gehört mit zu den größten Treibhausgasemittenten weltweit. Um Klima- und Artenschutzziele erreichen zu können, muss der Ernährungssektor radikal umgestellt werden", sagte Stephanie Töwe, Agrarexpertin von Greenpeace, am Dienstag in Hamburg. Trotzdem halte die Fleischindustrie fahrlässig an der massiven Bewerbung ihrer bedenklichen Produkte fest. "Die Werbung für klimaschädliche Produkte sollte daher reglementiert werden, damit der Fleischkonsum nicht weiter mit falschen Bildern und Slogans angeheizt wird", sagte Töwe. HAMBURG - Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace sollte Werbung für Fleisch durch genaue Vorschriften geregelt werden. (Boerse, 30.11.2021 - 12:09) weiterlesen...

POLITIK: Indisches Parlament setzt umstrittene Agrarreform außer Kraft. Die Abgeordneten beider Parlamentskammern stimmten am Montag in Neu Delhi für diese Aussetzung. Die Reform zur Marktöffnung sollte es unter anderem Unternehmen erleichtern, Produkte direkt von Bauern zu kaufen. NEU DELHI - Nach rund einem Jahr anhaltender Bauern-Protesten hat das indische Parlament eine umstrittene Agrarreform außer Kraft gesetzt. (Boerse, 29.11.2021 - 15:48) weiterlesen...

Niederlande verhängen Abend-Lockdown - Alles dicht um 17 Uhr. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen; das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag an. "In den Niederlanden ist dann im Prinzip alles ab 17 Uhr geschlossen." Ausgenommen seien Supermärkte. DEN HAAG - Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. (Boerse, 26.11.2021 - 19:39) weiterlesen...

Französische Fischer blockieren Häfen im Streit um Lizenzen. Betroffen waren am Freitag die Häfen von Calais, Saint-Malo und Ouistreham. Jeweils für rund eine Stunde blockierten Fischer mit ihren Booten den Verkehr der Fähren. Bei der Blockade der Zufahrt zum Terminal für den Eisenbahn-Kanaltunnel stauten sich am Nachmittag Lastwagen auf den Autobahnspuren. CALAIS - Französische Fischer haben im Streit mit Großbritannien um das Erteilen von Lizenzen vorübergehend mehrere Häfen und die Zufahrt zum Ärmelkanaltunnel in Calais blockiert. (Boerse, 26.11.2021 - 16:52) weiterlesen...

Bauernverband begrüßt Vorschlag für Özdemir als Agrarminister. "Er gilt als pragmatisch, ist Baden-Württemberger. Sie wissen, das bin ich auch", sagte Rukwied am Freitag bei einer Pressekonferenz. Er sehe "gute Voraussetzungen für eine zukünftige Zusammenarbeit", auch wenn die Entscheidung für Özdemir eine Überraschung für den Bauernverband gewesen sei, erklärte Rukwied weiter. "Ich gebe es ganz offen zu: Auch uns hat das überrascht. BERLIN - Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, begrüßt den Vorschlag des Grünen-Politikers Cem Özdemir für das Amt des künftigen Bundesagrarministers. (Boerse, 26.11.2021 - 16:06) weiterlesen...