Pharma, Biotechnologie

GENF - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) blickt mit vorsichtigem Optimismus auf die voraussichtliche Corona-Lage im nächsten Jahr.

29.12.2021 - 17:33:01

Corona-Ausblick 2022: WHO vorsichtig optimistisch. Es sei unter anderem wichtig, dass bis zur Jahresmitte in jedem Land mindestens 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sei, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Dann sei es möglich, dass die Pandemie zumindest mit ihren schweren Verläufen auslaufe. "Wir können die Phase der Hospitalisierungen und des Todes zu einem Ende bringen", sagte WHO-Experte Mike Ryan. Die WHO setzt auch auf weitere Fortschritte beim Einsatz von Medikamenten bei der Therapie gegen Covid-19 im nächsten Jahr.

Tedros appellierte erneut eindringlich an alle Staaten, nicht egoistisch zu sein, sondern bei einer gerechten Verteilung des Impfstoffs zu helfen. "Es ist Zeit, sich über kurzfristigen Nationalismus hinwegzusetzen und durch eine weltweit gerechte Verteilung des Impfstoffs die Bevölkerungen und die Wirtschaft zu schützen." Kurz vor Weihnachten waren in rund der Hälfte der 194 WHO-Mitgliedsländer noch keine 40 Prozent der Bevölkerung geimpft. In rund 40 Ländern waren es noch nicht einmal zehn Prozent.

Zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie erinnerte die WHO an die 278 Millionen Corona-Infektionen und die weltweit knapp 5,4 Millionen Toten. "Die eigentliche Zahl der Opfer ist viel höher", sagte Tedros. Ganz abgesehen von den vielen Millionen Menschen, die mit den Folgen von Long-Covid zu kämpfen hätten. Populismus, engstirniger Nationalismus und das Horten von medizinischer Ausrüstung hätten den Boden für neue Varianten bereitet, kritisierte die WHO.

Die aktuelle Corona-Welle durch die Omikron-Variante ist laut WHO besorgniserregend. Zusammen mit der Delta-Variante könne es zu einem "Tsunami von Fällen" kommen, sagte Tedros. Die Omikron-Variante verbreite sich nach bisherigen Beobachtungen deutlich schneller als es die Delta-Variante getan habe. In den Vereinigten Staaten und Großbritannien sei sie inzwischen die dominierende Mutante. Allerdings sei in Südafrika zuletzt ein Rückgang der Fälle verzeichnet worden.

Außerdem wiesen vorläufige Daten aus Großbritannien, Südafrika und Dänemark darauf hin, dass im Vergleich zur Delta-Variante die Erkrankten nicht so häufig in einer Klinik behandelt werden müssten, teilte die WHO in ihrem Wochenbericht weiter mit. Es brauche aber noch weitere Studien, um diese Beobachtungen wirklich zu verstehen. Es sei zu erwarten, dass bisher bewährte Medikamente auch bei dieser Variante helfen.

@ dpa.de

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