FRAPORT AG, DE0005773303

FRANKFURT - Zehntausende Flugreisende haben am Dienstag am Airport Frankfurt am Boden bleiben müssen.

10.04.2018 - 08:47:40

Hunderte Flugzeuge starten oder landen nicht in Frankfurt. Grund war ein Warnstreik im öffentlichen Dienst, der zu massiven Einschränkungen und Flugausfällen führte. Bereits am Morgen beteiligten sich rund 1000 Beschäftige, wie eine Verdi-Sprecherin sagte. Sie rechne damit, dass sich die Zahl im Laufe des Tages verdoppeln werde. Der Warnstreik sollte von 5.00 Uhr bis 18.00 Uhr dauern.

strich in Frankfurt und an den ebenfalls bestreikten Airports in München, Köln und Bremen zusammen über 800 Verbindungen.

Reisende standen ratlos vor den Anzeigetafeln. Die Fluggesellschaft Lufthansa richtete einen Schalter für Umbuchungen ein. Fluggäste, die beispielsweise nach Mallorca wollten, mussten einen Umweg über Zürich in Kauf nehmen.

Unter den Streikenden in Frankfurt waren laut Fraport Beschäftigte aus den Bereichen Flugzeugabfertigung und Flughafenfeuerwehr. Die Nordwest Landebahn musste teilweise stillgelegt werden, weil das Personal fehlte. Auch die Flugsicherheitskontrolle sei betroffen. "Das ist auch das, wodurch wir die extremsten Einschränkungen erwarten."

Verdi will mit den Warnstreiks kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den Druck erhöhen. Die Gespräche sind am 15. und 16. April in Potsdam. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf Dienstag beschränkt sein. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb kündigten bis Freitag allerdings weitere bundesweite Warnstreiks im gesamten öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an. Betroffen sein sollen unter anderem Kitas, der Nahverkehr und die Müllabfuhr.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske verteidigte die Ausstände. "Mit der massiven Ausweitung der Streiks setzen wir in dieser Woche deutliche Signale an die Arbeitgeber", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben zwei Verhandlungsrunden hinter uns gebracht, ohne dass irgendwas passiert ist."

@ dpa.de