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COMMERZBANK AG, DE000CBK1001

FRANKFURT - Nach einer halben Milliarde Euro Verlust im zweiten Quartal sind für die Commerzbank schwarze Zahlen im Gesamtjahr 2021 wieder in weitere Ferne gerückt.

04.08.2021 - 09:44:27

Konzernumbau reißt Commerzbank in die roten Zahlen - Aktie sackt ab. 394 Millionen Euro Miese standen Ende Juni in der Halbjahresbilanz, wie das Frankfurter Geldhaus am Mittwoch mitteilte. An der Börse kamen die Nachrichten am Morgen schlecht an.

abgesagt, Zielkes Nachfolger Manfred Knof stoppte das bereits mehrfach verzögerte Großprojekt im Juli mit sofortiger Wirkung. Zur Begründung hieß es: Das deutlich gewachsene Handelsvolumen und die technologische Weiterentwicklung ermöglichten es der Commerzbank, die Wertpapierabwicklung profitabel fortzuführen.

Zudem schmälerten Rückstellungen in Höhe von 66 Millionen Euro für das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Thema Bankgebühren von Ende April das Quartalsergebnis. Der BGH hatte entschieden, dass Banken bei Änderungen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen. Viele Bankkunden können nun einen Teil zu viel gezahlter Gebühren zurückfordern.

Nach Personalquerelen und Milliardenverlust 2020 drückt Knof beim Konzernumbau aufs Tempo. Ein Sparkurs soll das Institut, dessen größter Anteilseigner seit der Finanzkrise 2008/2009 der deutsche Staat ist, zurück auf Erfolgskurs bringen. Bis Ende 2024 will der Vorstand die Zahl der Vollzeitstellen konzernweit von etwa 39 500 auf 32 000 verringern. Ende Juni zählte das Institut im In- und Ausland insgesamt 38 671 Vollzeitkräfte.

Noch in diesem Jahr sollen 240 Filialen in Deutschland schließen. Nach Abschluss des Konzernumbaus sollen von 790 Filialen noch 450 übrig sein. Ziel des Managements ist, bis Ende 2024 die gesamten Kosten auf 5,3 Milliarden Euro zu drücken. Das wären rund 20 Prozent weniger als im Jahr 2020. Für das laufende Jahr bekräftigte der Vorstand das Kostenziel von rund 6,5 Milliarden Euro.

An der Prognose, im Gesamtjahr die Erträge - also die gesamten Einnahmen - im Vergleich zum Vorjahr zu steigern, hält der Vorstand fest. Im ersten Halbjahr lagen die Erträge mit rund 4,4 Milliarden Euro um 5,5 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Analysten gehen für das Gesamtjahr 2021 von gut 8,3 Milliarden Euro Erträgen aus. Im Gesamtjahr 2020 hatte das Institut rund 8,2 Milliarden Euro Erträge erzielt, 2019 waren es noch gut 8,6 Milliarden Euro.

Die harte Kernkapitalquote erwartet der Vorstand im Gesamtjahr bei etwa 13 Prozent. Ende Juni lag die Quote bei 13,4 Prozent. Kernkapital gilt als Puffer für Krisen. "Wir haben im zweiten Quartal trotz der hohen Einmaleffekte und des Restrukturierungsaufwands unsere harte Kernkapitalquote stabil gehalten", bilanzierte Finanzvorständin Bettina Orlopp. "Das belegt erneut, dass wir eine sehr starke Basis für die Transformation haben."

@ dpa.de