Siemens Healthineers, DE000SHL1006

FRANKFURT - Nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Geschäftsjahr will der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers wieder profitabler werden.

05.11.2018 - 12:18:42

Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers verspricht mehr Gewinn. So strebt das seit März an der Börse notierte Unternehmen sowohl einen Ergebnissprung als auch eine bessere operative Marge an. Im vergangenen Geschäftsjahr belasteten Kosten für den Anlauf des neuen Labordiagnostiksystems Atellica, Personalabbau, den Börsengang sowie negative Wechselkurse die Bilanz. Aktionäre können sich über eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie freuen. An Healthineers ist der Dax-Konzern Siemens weiterhin mehrheitlich beteiligt.

notierte Unternehmen in seinem ersten Jahr als börsennotierter Konzern 55 Prozent des Nachsteuerergebnisses aus. Dies liegt in der Mitte der von Healthineers angestrebten Ausschüttungsquote. An Healthineers ist der Dax -Konzern Siemens weiterhin mehrheitlich beteiligt und erhält daher den Löwenanteil der Dividendensummen von rund 700 Millionen Euro.

An der Börse kam die Bilanz am Montag gut an, da die Zahlen insgesamt besser ausfielen als von Analysten erwartet. Im Mittagshandel legten die Aktien um mehr als zwei Prozent zu. Marktexperten lobten dabei unter anderem die Margenentwicklung im Schlussquartal, wie etwa Lisa Bedell Clive von Bernstein. "Und das trotz höherer Kosten als angenommen, dank starker Margen in den einzelnen Geschäftsfeldern." Die Bilanz nannten Analysten insgesamt solide.

Im vierten Quartal (per 30. September) sank das operative Ergebnis um 6 Prozent auf 627 Millionen Euro, wie Siemens Healthineers mitteilte. Die bereinigte Marge betrug 18,2 Prozent und wurde von negativen Währungseffekten belastet, lag jedoch deutlich höher als im Vorquartal und im Gesamtjahr. Das vierte Quartal gilt traditionell als das stärkste im Konzern. Nach Steuern nahm der Gewinn wegen der besagten Effekte um 8 Prozent auf 374 Millionen Euro ab. Der Umsatz stieg bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe um 4 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Getragen wurde das Wachstum durch das Geschäft mit der Bilddiagnostik wie Ultraschallgeräte oder Magnetresonanztomographen, welches vergleichbar um 6 Prozent zulegte.

Die Labordiagnostik steigerte die Umsätze im Quartal um vergleichbar 3 Prozent. Die Installation der Attelica-Systeme konnte im Schlussquartal deutlich beschleunigt werden. Mit knapp 1000 Systemen erreichte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr sein Lieferziel. Im neuen Geschäftsjahr will Siemens Healthineers die Installationen deutlich nach oben fahren: 2200 bis 2500 Systeme sollen ausgeliefert werden. Damit befinde sich das Unternehmen auf gutem Weg, bis Ende 2020 rund 7000 Systeme auszuliefern, so Montag.

Früheren Angaben zufolge dauert es von der Auslieferung an drei bis vier Monate, bis die ersten Umsätze erzielt werden können. Siemens Healthineers setzt große Hoffnungen in das System, das die lange Zeit schwächelnde Labordiagnostik wieder nach vorne bringen soll. Bei der Profitabilität hinkt der Bereich noch deutlich hinter dem Geschäft mit bildgebenden Systemen hinterher.

Im neuen Geschäftsjahr geht Siemens Healthineers von einem weiteren Umsatzwachstum aus, es soll vergleichbar vier bis fünf Prozent betragen und sich damit im Vergleich zum Vorjahr leicht beschleunigen. Dies liegt Montag zufolge im Rahmen der Mittelfristprognose, die ein Plus von 4 bis 6 Prozent vorsieht. Im Vorjahr erreichte der Konzern 13,4 Milliarden Euro und damit ein vergleichbares Wachstum von 3,7 Prozent.

Aber auch in absoluten Zahlen strebt das Management Wachstum an - 2017/18 waren die Erlöse auf dieser Basis gesunken. "Wir wollen weitere Marktanteile gewinnen", kündigte Montag an. Ein Wachstumstreiber soll China sein - im vergangenen Geschäftsjahr legte Siemens Healthineers in der Region organisch um 6 Prozent zu, stagnierte allerdings im vierten Quartal.

Die operative Marge sieht das Management bereinigt bei 17,5 bis 18,5 Prozent, was eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr entspricht, als 17,2 Prozent erreicht wurden. Überdurchschnittlich soll der Gewinn je Aktie zulegen: Um 20 bis 30 Prozent verglichen mit den 1,26 Euro, die Siemens Healthineers 2017/18 erzielt hatte. Das würde Montag zufolge in Summe einem Nachsteuerergebnis von etwa 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro entsprechen. Neben den wegfallenden Sonderkosten wie etwa für den Börsengang sollen Einsparungen und niedrigere Zinszahlungen positiv auf das Ergebnis wirken. Dabei geht der Konzern von stabilen Wechselkursen aus.

Auch im neuen Geschäftsjahr sollen Kosten für den Konzernumbau anfallen, mit geschätzten 30 Millionen Euro fallen diese jedoch deutlich geringer aus. Mit 80 Millionen Euro hat Siemens Healthineers den Löwenanteil bereits 2017/18 verbucht.

@ dpa.de