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FRANKFURT - Nach einem Gewinneinbruch in den ersten sechs Monaten erwartet die Dekabank auch für das Gesamtjahr 2020 ein schlechteres Ergebnis.

26.08.2020 - 12:59:28

Starkes Wertpapiergeschäft federt Gewinneinbruch bei Dekabank ab. Das wirtschaftliche Ergebnis dürfte unter dem Vorjahresniveau von 434 Millionen Euro liegen, prognostizierte das Wertpapierhaus der Sparkassen am Mittwoch in Frankfurt. "Der Blick nach vorne ist mit viel Unsicherheit behaftet", sagte Vorstandschef Georg Stocker in einer Telefonkonferenz.

Im ersten Halbjahr konnte der Fonds- und Zertifikateanbieter dank kräftiger Nachfrage nach Wertpapieren trotz der Turbulenzen in der Corona-Krise den Gewinnrückgang in Grenzen halten. Mit 162,5 Millionen Euro lag das wirtschaftliche Ergebnis dennoch gut ein Viertel unter dem Vorjahreswert (223,1 Mio Euro).

Ein Grund war die deutlich gestiegene Vorsorge für mögliche Kreditausfälle. Im ersten Halbjahr versechsfachte das Institut die Risikovorsorge im Kredit- und Wertpapiergeschäft auf 68,9 (Vorjahr: 11,4) Millionen Euro, zudem wurde die pauschale Vorsorge für mögliche andere Risiken um 50 Millionen Euro auf 220 Millionen Euro aufgestockt.

Das Provisionsergebnis - mit mehr als 70 Prozent wichtigste Ertragskomponente - erwartet Stocker im Gesamtjahr auf Vorjahresniveau oder leicht darunter. Zum 30. Juni sank das Provisionsergebnis zum Vorjahr auf rund 577 (591) Millionen Euro.

"Mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2020 sind wir angesichts der extremen Rahmenbedingungen zufrieden", bilanzierte Stocker, der das zu 100 Prozent den Sparkassen gehörende Institut seit Jahresbeginn führt. "Wir gehen davon aus, dass wir im Wertpapiergeschäft in den nächsten Monaten weiterhin eine positive Entwicklung sehen werden."

In den ersten sechs Monaten sammelte das Wertpapierhaus rund 14,5 Milliarden Euro frische Gelder von Anlegern ein, die im Zinstief möglichst einträgliche Geldanlagen suchen - mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (6,7 Mrd Euro). Im Gesamtjahr 2019 lag die Nettovertriebsleistung bei etwas über 18 Milliarden Euro.

Der Zuwachs im ersten Halbjahr kam den Angaben zufolge etwa je zur Hälfte von Privatanlegern (6,9 Mrd Euro) sowie institutionellen Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen (7,5 Mrd Euro). Stocker äußerte sich erfreut: "Das Verhalten der Kunden ist ein starkes Signal für die Wertpapierkultur in Deutschland."

Wann die Gespräche über die Schaffung eines Zentralinstitut für die Sparkassen-Finanzgruppe wieder aufgenommen werden, blieb offen. "Wir haben jetzt Corona-Krise. Da ist im Vordergrund bei uns, unser Haus gut durch die Krise zu bringen und nah bei unseren Kunden zu sein. Es ist die Pausetaste gedrückt", betonte Stocker. Die Sparkassen hatten der Dekabank und der Landesbank Helaba aufgetragen, als ersten Schritt ein mögliches Zusammengehen auszuloten.

@ dpa.de

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