Produktion, Absatz

FRANKFURT - Immobilienkäufer müssen sich nach Einschätzung von Experten im neuen Jahr auf etwas höhere Kreditkosten einstellen.

20.12.2021 - 06:49:28

Experten erwarten steigende Bauzinsen. Denn mit dem Anstieg der Inflation dürften die Bauzinsen steigen - wenn auch von niedrigem Niveau. Experten raten Immobilienkäufern, sich günstige Konditionen lange zu sichern. Unterdessen hat sich der Boom bei Baufinanzierungen in Deutschland fortgesetzt, wie eine am Montag veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft PwC zeigt.

rechnet mit Zinsanstiegen. In seinem Trendbarometer, für das Interhyp monatlich zehn deutsche Banken befragt, erwartet die große Mehrheit der Experten im Verlauf des neuen Jahres ein höheres Zinsniveau. Interhyp-Vorständin Mirjam Mohr rechnet auch wegen der geldpolitischen Schritte der EZB mittelfristig mit einem leichten Anstieg der Bauzinsen "im Bereich mehrerer Zehntelprozentpunkte".

Interessenten mit konkreter Immobilie im Blick sollten sich von schwankenden Kreditkonditionen nicht verunsichern lassen, rät Mohr. Wichtiger sei eine solide Immobilie mit einer robusten Finanzierung. "Eigenkapital und Höhe der Tilgung sollten so gewählt sein, dass bei Ablauf der Zinsbindung schon so viel abbezahlt ist, dass die Finanzierung auch bei einem Zinsanstieg gut leistbar bleibt."

Auch andere Baufinanzierer warnen davor, den Effekt von Bauzinsen zu überschätzen. Meist sei nicht die Monatsrate das Problem, sondern die hohen Eigenkapitalanforderungen, etwa für Grunderwerbsteuer, Makler und Notar, sagt Michael Neumann, Chef des Baufinanzierers Dr. Klein.

An den Kapitalmärkten waren die Zinsen im Jahresverlauf deutlich gestiegen, bevor sie im Herbst nachgaben. Mit neuen Corona-Sorgen waren sichere Anlagen wieder gefragt. Die Folge: Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen, an denen sich Bauzinsen orientieren, sank. "Wir glauben nicht, dass die Zinsen wieder zu ihren Niedrigstständen zurückkehren", sagt Ditmar Rompf, Vorstandschef beim Baufinanzierer Hüttig & Rompf. Er erwarte in den kommenden Monaten eine Seitwärtsentwicklung mit leicht steigender Tendenz.

Auch Rompf rät Immobilienkäufern zu lang laufenden Finanzierungen. "Die Zinsbindungen von mindestens 15 Jahren sind zurzeit schon die bevorzugte Wahl." Erkauft würden sie aber mit erhöhten Sollzinsen.

Steigende Zinsen treffen Käufer, wenn ihre Finanzierung ausläuft, die Immobilie aber noch nicht abbezahlt ist. Dann können die Zinsen für die Restschuld klettern. Bei schnellen Zinsanstiegen oder auf Kante genähten Finanzierungen kann das gefährlich werden. Bei einem Anstieg der Bauzinsen um 0,2 Prozentpunkte würde die Monatsrate bei einer Finanzierung über 400 000 Euro um 67 Euro im Monat steigen, rechnet Herbst vor. "Wenn die Finanzierung daran scheitert, sollte man es lieber gleich bleiben lassen."

Immobilienkäufer, die schon eine laufende Finanzierung haben und steigende Zinsen fürchten, können Forward-Darlehen nutzen. Diese schreiben das aktuelle Zinsniveau bei Anschlussfinanzierungen gegen Gebühr fort. "Hier können bis fünf Jahre im Voraus die niedrigen Zinsen mit zurzeit niedrigen Forwardaufschlägen gesichert werden", sagt Rompf. Bei steigenden Zinsen machten solche Darlehen Sinn.

@ dpa.de

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