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FRANKFURT / DUBLIN - Beim Billigflieger Ryanair wächst der Widerstand gegen die dortigen Arbeitsbedingungen.

24.10.2017 - 17:44:42

Ufo will Tarifverhandlungen mit irischer Ryanair. Die deutsche Gewerkschaft Ufo hat das irische Unternehmen nach eigenen Angaben am Dienstag zu Tarifverhandlungen für die 700 bis 1000 in Deutschland stationierten Flugbegleiter aufgefordert. Auch mit den Piloten ist der Billigflieger in Auseinandersetzungen um Gehälter und Arbeitsbedingungen.

Die Gewerkschaft Ufo bezeichnete die gegenwärtigen Arbeits- und Vergütungsbedingungen der Ryanair als "in Deutschland schlicht illegal". "Mit Bruttolöhnen von rund 1200 Euro im Monat bei ständiger Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist es ohnehin schon schwer, in Deutschland über die Runden zu kommen. Dass Ryanair allerdings ihre Kabinencrews zudem in jedem Winter für mehrere Wochen unbezahlt freistellt, schlägt dem Fass den Boden aus", erklärte Ufo-Chef Alexander Behrens in Frankfurt.

Ryanair beschäftige Flugbegleiter nach irischem Recht, das kürzeste Kündigungsfristen, weniger Urlaubstage und vor allem die dauerhafte Anstellung in Leiharbeit ermögliche. Die günstigen Ticketpreise dürften nicht länger zu Lasten der Beschäftigten gehen, erklärte Tarifvorstand Nicoley Baublies. Ryanair verschaffe sich durch Lohndumping und Umgehung gesetzlicher Bestimmungen unfaire Wettbewerbsvorteile. Insofern seien auch die Beschäftigten der insolventen Air Berlin Opfer von "Konkurrenten, die Arbeitnehmerrechte mit Füßen treten".

In einer Stellungnahme lehnte Ryanair-Sprecher Robin Kiely ein Treffen mit der Ufo ab, weil diese falsche Aussagen verbreite. Ryanair-Flugbgeleiter könnten bis zu 40 000 Euro im Jahr verdienen und müssten nach irischem Recht in Irland ihre Einkommenssteuer zahlen. Ufo solle die Zeit besser investieren, "um gegen die Arbeits-, Renten- und Lohnkürzungen vorzugehen, die aktuell dem Airberlin-Personal als Ergebnis der Lufthansa -Übernahme widerfahren."

Bislang hat Ryanair Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften strikt abgelehnt und stattdessen mit lokalen Betriebsvertretungen gesprochen. Das Unternehmen steht unter Druck, für seine ehrgeizigen Wachstumsziele ausreichend Personal zu rekrutieren und musste aus Pilotenmangel bis zum Frühjahr rund 20 000 Flüge absagen. Wie einige Piloten suchen auch Kabinenmitarbeiter die Unterstützung von Gewerkschaften. Die Mitgliedszahlen der Ufo seien in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen, teilte Behrens mit.

@ dpa.de

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