Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Immobilien, Produktion

FRANKFURT - Die starke Nachfrage nach Immobilien hat den Boom bei Baufinanzierungen im Corona-Krisenjahr 2020 angefacht.

08.04.2021 - 06:05:01

Studie: Baufinanzierungen boomen - Neugeschäft auf Rekord. Das Neugeschäft der Banken und Sparkassen in Deutschland mit Baukrediten wuchs auf den Rekord von 273 Milliarden Euro nach 263 Milliarden Euro 2019, zeigt eine neue Studie der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft PwC. Demnach betrug der Bestand der an private Haushalte ausgegebenen Baufinanzierungen von Banken und Sparkassen knapp 1,4 Billionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Kreditbestand bei 1,3 Billionen Euro gelegen.

Demnach betrug der Bestand der an private Haushalte ausgegebenen Baufinanzierungen von Banken und Sparkassen knapp 1,4 Billionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Kreditbestand bei 1,3 Billionen Euro gelegen. Allerdings haben sich die Konditionen von Baukrediten zuletzt verschlechtert. Das bedeutet für Immobilienkäufer höhere Kosten.

Das seit Jahren gut laufende Geschäft mit Baukrediten bekam im vergangenen Jahr mit der Corona-Pandemie einen Schub, zeigt die am Donnerstag veröffentlichte Studie, die der dpa vorliegt. Das Wachstum des Kreditbestands beschleunigte sich demnach 2020 auf 6,6 Prozent pro Jahr. Nur im Juni habe es wegen des ersten Lockdowns einen Dämpfer gegeben. 2019 hatten niedrige Bauzinsen und höhere Immobilienpreise den Baukreditbestand um 5,7 Prozent steigen lassen.

"Trotz steigender Immobilienpreise und der wirtschaftlichen Unsicherheit ist das Interesse von Privatkunden an Immobilien ungebrochen", sagt Tomas Rederer, Partner und Kreditexperte bei PwC Deutschland. "Die Konditionen für Baufinanzierungen dürften mittelfristig attraktiv bleiben und die Nachfrage weiter anheizen."

In der Pandemie hat die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern weiter angezogen. Viele Menschen legen in Zeiten von Lockdowns und Homeoffice Wert auf ein schönes Zuhause mit mehr Platz, zudem sind die Zinsen niedrig und es mangelt an Anlagealternativen. Das treibt die Preise: Immobilienkäufer mussten 2020 im Schnitt 7,4 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr, zeigten Daten des Statistischen Bundesamts.

Viele Wohnungskäufer sichern sich der PwC-Studie zufolge die niedrigen Zinsen auf lange Sicht: Die durchschnittliche Laufzeit neuer Baukredite lag demnach erstmals bei mehr als elf Jahren. Da die Immobilienpreise vielerorts steigen und nicht jeder entsprechend mehr Eigenkapital aufbringen kann, wächst oft auch das Kreditvolumen.

Immobilienkäufer brachten im vergangenen Jahr noch einen Eigenkapitalanteil von 20 Prozent mit, zeigen Daten des Baufinanzierers Hüttig & Rompf. Das waren vier Punkte weniger als 2016. Im Schnitt zahlten Eigennutzer Kaufpreise von 493 000 Euro.

Seit Jahresbeginn haben sich Kredite für Immobilienkäufer jedoch verteuert. Die Zinsen für zehnjährige Darlehen stiegen in den vergangenen zwei Monaten um fast 0,2 Prozentpunkte und liegen nun im Schnitt bei rund 0,9 Prozent, beobachtet der Münchner Baufinanzierer Interhyp . Die Zinsen kletterten mit dem allgemeinen Renditeniveau an den Börsen, etwa bei Bundesanleihen. Investoren erwarten deutlich höhere Inflationsraten, da sie auf ein Abklingen der Corona-Pandemie und eine Konjunkturerholung setzen. Auch die teils enormen Staatshilfen, etwa in den USA, dürften die Inflationsraten antreiben.

"Insgesamt hat sich der Baufinanzierungsmarkt von den Tiefstständen um ein ganzes Stück erhöht", sagt auch Ditmar Rompf, Vorstandschef des Konkurrenten Hüttig & Rompf. Je länger die Zinsbindung, desto höher sei die Steigerung. Die Frankfurter FMH Finanzberatung sieht aktuell Standardkonditionen von 0,81 Prozent bei zehnjährigen Baukrediten. Jüngst habe sich daran nicht mehr viel geändert.

Immobilienkäufer könnten weiter günstig finanzieren, meint Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft bei Interhyp. Ein Blick auf frühere Jahre, als Zinsen von vier Prozent und mehr nicht selten waren, relativiere den Anstieg. "Baugeld ist noch immer sehr günstig und wird es mit Blick auf die Auswirkungen der Pandemie und Geldpolitik bleiben."

Tatsächlich halten die Europäischen Zentralbank und die US-Notenbank Fed trotz höherer Inflationsaussichten an einer lockeren Geldpolitik fest. Das dämpfe die Anleiherenditen, meint FMH-Immobilienexperte Max Herbst. Er rechnet im Zuge einer steigenden Inflation aber damit, dass die Zinsen für zehnjährige Baukredite im Jahresverlauf über die Marke von einem Prozent steigen.

Das bedeute begrenzte Mehrkosten für Immobilienkäufer. Bei einem Darlehen von 250 000 Euro, zehn Jahren Laufzeit und drei Prozent Tilgung ergebe sich eine Differenz von 4500 Euro gemessen an aktuellen Konditionen. Kaufinteressenten könnten das gelassen sehen und sollten keinen Vertrag übereilt abschließen, meint Herbst. "Wenn eine Finanzierung an 4500 Euro scheitert, ist es besser, sie kommt erst gar nicht zustande."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Deutsche Pfandbriefbank hebt Latte für Vorsteuerergebnis an. Bisher hatte die Bank einen Vorsteuergewinn von mindestens 155 Millionen Euro in Aussicht gestellt, was leicht über dem Vorjahreswert gewesen wäre. MÜNCHEN - Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) notierte Finanzierer von Gewerbeimmobilien am Dienstagabend in München mit. (Boerse, 27.07.2021 - 19:24) weiterlesen...

Vatikan eröffnet Prozess um Millionenverluste bei Immobiliendeal. Das Verfahren startete am Dienstagmorgen in einem Saal in den vatikanischen Museen. Erstmals sitzt auch ein Kardinal auf der Anklagebank. Die Beschuldigten müssen sich unter anderem wegen Veruntreuung, Geldwäsche und Betrug im Zusammenhang mit dem Immobiliendeal im Londoner Stadtteil Chelsea verantworten. Der Prozess könnte sich Beobachtern zufolge über Jahre ziehen. ROM - Der Vatikan hat nach dem verlustreichen Kauf einer Luxusimmobilie in London einen Prozess gegen neun Männer und eine Frau eröffnet. (Wirtschaft, 27.07.2021 - 18:46) weiterlesen...

USA: Häuserpreise steigen etwas stärker als erwartet - FHFA. Der FHFA-Hauspreisindex legte im Mai im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent zu, wie die Federal Housing Finance Agency (FHFA) am Dienstag in New York mitteilte. Volkswirte hatten einen Anstieg um 1,6 Prozent erwartet. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat legten die Hauspreise um 18,0 Prozent zu. Dies ist ein Rekordanstieg im Jahresvergleich. NEW YORK - In den USA sind die Häuserpreise etwas stärker als erwartet gestiegen. (Boerse, 27.07.2021 - 15:35) weiterlesen...

USA: Stärkster Anstieg der Immobilienpreise seit 2004 - Case-Shiller-Index. In den 20 großen Metropolregionen der Vereinigten Staaten stiegen die Preise zum Vorjahresmonat um 17,0 Prozent, wie aus dem am Dienstag in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorgeht. Dies ist der stärkste Zuwachs seit dem Sommer 2004. NEW YORK - Der Anstieg der US-Hauspreise hat sich im Mai weiter beschleunigt. (Wirtschaft, 27.07.2021 - 15:22) weiterlesen...

Vatikan: Prozess zu verlustreichem Immobiliendeal gestartet. Erstmals sitzt auch ein Kardinal auf der Anklagebank. Die Beschuldigten müssen sich unter anderem wegen Veruntreuung, Geldwäsche und Betrug im Zusammenhang mit dem Immobiliendeal im Londoner Stadtteil Chelsea verantworten. ROM - Weil der Vatikan mit dem Kauf einer Luxusimmobilie in London einen Millionenverlust gemacht hat, sind seit Dienstag in der Vatikanstadt neun Männer und eine Frau vor Gericht. (Wirtschaft, 27.07.2021 - 13:47) weiterlesen...

Studie: Immobilienblase droht auch in Schrumpfungsregionen Die Gefahr einer Immobilienblase steigt nach Ansicht des Analysehauses Empirica nun auch in den sogenannten "Schrumpfungsregionen". (Wirtschaft, 27.07.2021 - 12:26) weiterlesen...