Wizz Air, JE00BN574F90

FRANKFURT - Die Lufthansa hat über Weihnachten ein Dutzend Fernflüge gestrichen, weil sich zu viele Piloten gleichzeitig krankgemeldet haben.

23.12.2021 - 16:07:04

Lufthansa streicht Flüge über Weihnachten. "Wir haben mit einem sehr großen Puffer geplant. Der reicht aber für die extrem hohe Krankenquote nicht aus", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Über einen Zusammenhang mit der hochansteckenden Corona-Variante Omikron wolle er nicht spekulieren, da Lufthansa nicht über die Art der Erkrankungen informiert werde.

A330/A340, für die intern dringend nach Ersatzpiloten und -pilotinnen

für die Zeit bis Anfang Januar gesucht wird. Laut "aero.de" warnte das Unternehmen in einem internen Rundschreiben: "Nun sehen wir uns aufgrund erhöhter Krankheitsquoten nicht mehr in der Lage, alle Umläufe zu bereedern. Die Crewdisposition arbeitet bereits an Szenarien zur Ausdünnung des Flugplans." Neben den Krankmeldungen erschweren demnach auch Quarantänepflichten die Personalplanung.

Erst vor kurzem hatte der Lufthansa-Konzern erklärt, in der Corona-Krise die bestehenden Notfallkonzepte verfeinert und flexibler gestaltet zu haben. Man habe immer Reserven im Hintergrund, hatte ein Unternehmenssprecher mit Blick auf die Omikron-Variante gesagt.

Auch die skandinavische SAS hat derzeit mit Personalnot zu kämpfen. Am Dienstag stellte die Airline knapp 30 Flüge in Schweden, Norwegen und Dänemark wegen Krankheitsfällen und Symptomen beim Flugpersonal ein, am Mittwoch und Donnerstag kamen nach Angaben schwedischer Medien einige weitere hinzu. Keine Schwierigkeiten bei der Personalplanung hat hingegen Lufthansa-Konkurrent Condor. "Wir sehen keine erhöhte Krankenquote", sagte eine Sprecherin in Frankfurt.

In Europa ist unterdessen der Weihnachtsflugverkehr voll angelaufen. Insbesondere die Direktfluganbieter Easyjet (+41 Prozent im Vergleich zur vorvergangenen Woche) und Wizz Air (+75 Prozent) bauten ihr Angebot in der Vorweihnachtswoche (16.-22. Dezember) deutlich aus, wie aus Zahlen der Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol hervorgeht. Wizz, SAS und Ryanair boten auch mehr Verbindungen an als in der gleichen Woche des Vorkrisenjahres 2019. Davon ist die Lufthansa weit entfernt mit 21 Prozent weniger Flügen als vor zwei Jahren. Kurzfristig baute sie ihr Programm nur um 1 Prozent aus.

Im neuen Jahr wird es wegen Omikron kräftige Streichungen in den Flugplänen geben, wie Lufthansa-Chef Spohr in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ankündigte. "Ab Mitte Januar bis Februar sehen wir einen scharfen Abriss in den Buchungen", sagte er laut Vorabmeldung. "Im Winterflugplan müssen wir daher im Konzern 33 000 Flüge oder rund 10 Prozent streichen." Auf weitere rund 18 000 Flüge würde Spohr auch noch gern verzichten. Doch dann würden nach den EU-Regeln die Start- und Landerechte verfallen, kritisierte Spohr. Das widerspreche den erklärten Klimazielen der Kommission. Am Mittwoch hatte bereits Europas größter Billigflieger Ryanair angekündigt, sein Flugprogramm im Januar um ein Drittel zu kürzen.

@ dpa.de