Ernährung, Produktion

FRANKFURT - Die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt hat eine bessere soziale Absicherung von Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft verlangt.

22.10.2021 - 12:33:26

Gewerkschaften verlangen besseren Schutz von Saisonarbeitern. "Die permanenten massiven Arbeitsrechtsverletzungen in der Saisonarbeit müssen endlich aufhören", erklärte der IG BAU-Vize Harald Schaum am Freitag bei der Vorstellung des Jahresberichts 2021 der Initiative Faire Landarbeit. Nach Einschätzung der Gewerkschaft waren auch im laufenden Jahr wieder rund 274 000 Wanderarbeiter bei den verschiedenen Ernten in Deutschland eingesetzt.

In dem Bericht sind zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen die meist aus Osteuropa stammenden Menschen mit diversen Methoden um ihren gerechten Lohn gebracht wurden. Mangelhafte Unterkünfte, für die teils überhöhte Mieten verlangt wurden sowie unzureichende Corona-Schutzmaßnahmen sind weitere häufige Mängel, die bei den Betriebsbesuchen der Initiative aufgefallen sind. Die teils verhängte strenge Arbeitsquarantäne barg zudem laut Schaum ein hohes Missbrauchspotenzial, weil die Beschäftigten damit praktisch an einen Betrieb zwangsgebunden gewesen seien.

DGB-Vorständin Anja Piel kritisierte die während der Pandemie auf 102 Tage verlängerte Zeit, in der Saisonkräfte ohne Sozialversicherung beschäftigt werden durften. Die nächste Regierungskoalition müsse die "Ausbeutung auf deutschen Feldern" beenden, erklärte die Gewerkschafterin. "Die sozial nicht abgesicherte kurzfristige Beschäftigung muss in allen Branchen auf wenige Tage im Jahr begrenzt werden." Staatliche Kontrollen müssten ausgeweitet und Arbeitszeit verlässlich erfasst werden. Zudem sollten die Arbeitgeber die Kosten für menschenwürdige Unterkünfte tragen.

Die ab dem kommenden Jahr geltende Nachweispflicht einer Krankenversicherung reiche nicht aus, sagte Katharina Varelmann von der Initiative Faire Landarbeit. Sie rechne damit, dass viele Arbeitgeber private Gruppenversicherungsverträge mit unklarem Leistungsumfang abschließen werden. Die Arbeitnehmer hätten so aber keinen direkten und vom Arbeitgeber unabhängigen Zugang zu den Leistungen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIE IM FOKUS: Weitere Gewinnmitnahmen bei Hellofresh FRANKFURT - Bei den Papieren von Hellofresh lagen die Anteile des Kochboxenversenders am Vormittag mit einem Minus von viereinhalb Prozent auf 85,40 Euro hinten. (Boerse, 01.12.2021 - 10:41) weiterlesen...

Umweltschützer: Öko-Regelungen der EU-Agrarreform meist unwirksam. Dabei sei Deutschland aber verglichen mit anderen EU-Ländern besser aufgestellt, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Analyse des Naturschutzverbands WWF, des Europäischen Umweltbüros und der Vogelschutzorganisation Birdlife hervorgeht. Nur bei 19 Prozent der von den Staaten geplanten Öko-Regelungen sei davon auszugehen, dass sie ihre erklärten Umweltziele erreichen würden. Die Öko-Regelungen sind ein Instrument, mit dem Natur-, Klima- und Umweltschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft stärker vergütet werden sollen. BRÜSSEL - Die mit der Reform der milliardenschweren EU-Agrarpolitik eingeführten Öko-Regelungen sind laut Umweltorganisationen insgesamt wenig wirksam. (Wirtschaft, 30.11.2021 - 15:00) weiterlesen...

Greenpeace: Werbung für Fleisch sollte reglementiert werden. "Die Produktion von tierischen Erzeugnissen gehört mit zu den größten Treibhausgasemittenten weltweit. Um Klima- und Artenschutzziele erreichen zu können, muss der Ernährungssektor radikal umgestellt werden", sagte Stephanie Töwe, Agrarexpertin von Greenpeace, am Dienstag in Hamburg. Trotzdem halte die Fleischindustrie fahrlässig an der massiven Bewerbung ihrer bedenklichen Produkte fest. "Die Werbung für klimaschädliche Produkte sollte daher reglementiert werden, damit der Fleischkonsum nicht weiter mit falschen Bildern und Slogans angeheizt wird", sagte Töwe. HAMBURG - Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace sollte Werbung für Fleisch durch genaue Vorschriften geregelt werden. (Boerse, 30.11.2021 - 12:09) weiterlesen...

POLITIK: Indisches Parlament setzt umstrittene Agrarreform außer Kraft. Die Abgeordneten beider Parlamentskammern stimmten am Montag in Neu Delhi für diese Aussetzung. Die Reform zur Marktöffnung sollte es unter anderem Unternehmen erleichtern, Produkte direkt von Bauern zu kaufen. NEU DELHI - Nach rund einem Jahr anhaltender Bauern-Protesten hat das indische Parlament eine umstrittene Agrarreform außer Kraft gesetzt. (Boerse, 29.11.2021 - 15:48) weiterlesen...

Niederlande verhängen Abend-Lockdown - Alles dicht um 17 Uhr. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen; das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag an. "In den Niederlanden ist dann im Prinzip alles ab 17 Uhr geschlossen." Ausgenommen seien Supermärkte. DEN HAAG - Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. (Boerse, 26.11.2021 - 19:39) weiterlesen...

Französische Fischer blockieren Häfen im Streit um Lizenzen. Betroffen waren am Freitag die Häfen von Calais, Saint-Malo und Ouistreham. Jeweils für rund eine Stunde blockierten Fischer mit ihren Booten den Verkehr der Fähren. Bei der Blockade der Zufahrt zum Terminal für den Eisenbahn-Kanaltunnel stauten sich am Nachmittag Lastwagen auf den Autobahnspuren. CALAIS - Französische Fischer haben im Streit mit Großbritannien um das Erteilen von Lizenzen vorübergehend mehrere Häfen und die Zufahrt zum Ärmelkanaltunnel in Calais blockiert. (Boerse, 26.11.2021 - 16:52) weiterlesen...