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FRANKFURT - Die Flaute am Aktienmarkt Ende 2018 hat am Vermögen der Bundesbürger genagt.

16.04.2019 - 13:06:24

Geldvermögen wegen Aktienflaute erstmals seit drei Jahren gesunken. Erstmals seit drei Jahren sank das Geldvermögen der Privathaushalte, wie die Deutsche Bundesbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Es verringerte sich im vierten Quartal gegenüber dem dritten Vierteljahr um gut 28 Milliarden auf 6016 Milliarden Euro. Grund waren deutliche Bewertungsverluste, "die vor allem im Zusammenhang mit Kursrückgängen bei Investmentfondsanteilen und börsennotierten Aktien aus dem Inland auftraten", wie die Notenbank erläuterte.

verlor mehr als 18 Prozent. Vor allem zum Jahresende ging es an der Börse bergab.

Binnen Jahresfrist stieg das Geldvermögen leicht um 2,3 Prozent. Das war jedoch das schwächste Plus gegenüber einem Vorjahr seit dem ersten Quartal 2016 mit damals ebenfalls 2,3 Prozent.

Besonders beliebt sind nach wie vor Bargeld und Einlagen bei Banken - zum Beispiel Girokonten, Tagesgeld oder Festgeld. Und das, obwohl Banken und Sparkassen - wenn überhaupt - dafür nur noch spärliche Zinsen bieten. Solange die Teuerungsrate nahe der Nulllinie dümpelte, glich sich das in etwa aus. Bei wieder steigenden Verbraucherpreisen verlieren Sparer unter dem Strich aber Geld. Der Vorteil aus ihrer Sicht: Bei Bedarf können die Bestände relativ schnell umgeschichtet werden.

Ende Dezember 2018 steckten rund 2456 Milliarden Euro in Bankeinlagen oder wurden als Bargeld aufbewahrt, etwa 58 Milliarden kamen im vierten Quartal hinzu. Fast ebenso hoch auf der Beliebtheitsskala stehen Lebensversicherungen und andere Vorsorgeprodukte fürs Alter. Hier erhöhten sich die Bestände zum Vorquartal um rund 18 Milliarden auf 2274 Milliarden Euro.

Um Aktien machen viele Bundesbürger nach wie vor einen Bogen. Gerade einmal knapp 2 Milliarden Euro investierten sie im vierten Quartal neu in Aktien und sonstige Anteilsrechte. "Das im Schlussquartal insgesamt zurückhaltende Engagement der privaten Haushalte auf den Kapitalmärkten dürfte nicht zuletzt durch die negativen Kursentwicklungen an den Börsen und die damit einhergegangene erhöhte Unsicherheit getrieben worden sein", erläuterte die Bundesbank.

Ende Dezember steckten den Angaben zufolge 583 Milliarden Euro in Aktien und sonstigen Anteilsrechten. Hinzu kamen rund 556 Milliarden in Investmentfonds. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) verweist regelmäßig auf die langfristige Entwicklung von Aktien: Wer stärker auf Aktien und Aktienfonds setze, erziele langfristig höhere Erträge.

Im Gegensatz zu Sparern profitieren Kreditnehmer von der Zinsflaute. Die privaten Haushalte nutzten die niedrigen Zinsen nach Angaben der Bundesbank auch Ende 2018, um sich günstig Geld von der Bank zu verschaffen - vor allem für den Wohnungsbau. Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten der Privathaushalte um knapp 16 Milliarden Euro auf 1792 Milliarden Euro. Abzüglich der Schulden sank das Nettogeldvermögen im Vergleich zum dritten Quartal 2018 um 44 Milliarden auf 4224 Milliarden Euro.

Die Bundesbank berücksichtigt bei der Berechnung des Geldvermögens Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen - nicht jedoch Immobilien. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus diesen Daten nicht hervor.

Nach einer Anfang der Woche veröffentlichten Untersuchung der Notenbank sind die Vermögen in Deutschland weiterhin ungleich verteilt. Demnach gehörten im Jahr 2017 den reichsten zehn Prozent der Haushalte 55 Prozent des gesamten Nettovermögens - also des Vermögens abzüglich Schulden. Die untere Hälfte der Haushalte muss sich unverändert mit mageren 3 Prozent begnügen. Vor allem Immobilienbesitz machte hierbei den Unterschied.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes nannte Anfang 2018 fast jeder zweite Haushalt in Deutschland mindestens eine Immobilie sein Eigen. Die Wiesbadener Behörde kam auf einen Wert von 48 Prozent. Die häufigste Form des Immobilienbesitzes bleibt das Einfamilienhaus. So besaßen 31 Prozent der privaten Haushalte ein Einfamilienhaus, 14 Prozent hatten Eigentumswohnungen und 5 Prozent Zweifamilienhäuser.

@ dpa.de

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