Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, Deutschland

FRANKFURT - Die Corona-Pandemie bremst die Normalisierung des Zinsniveaus in Europa nach Einschätzung des Frankfurter Bankiers Emmerich Müller auf Jahre aus.

30.01.2021 - 09:59:27

Metzler-Partner: Womöglich noch ein Jahrzehnt keine steigenden Zinsen. "Das Zinsniveau war für Investoren schon vor der Pandemie unattraktiv, die Realzinsen sind seit Jahren negativ. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen steigen, ist jetzt noch geringer als vor der Pandemie", sagte der Partner des 1674 gegründeten Frankfurter Bankhauses Metzler der Deutschen Presse-Agentur.

- das mag auch ein Jahrzehnt sein - nicht zu erwarten." Der Realzins

ist der Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im Januar ihren expansiven geldpolitischen Kurs bestätigt. Bis mindestens Ende März 2022 läuft das Notkaufprogramm der Notenbank für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen (Pandemic Emergency Purchase Programme/PEPP) mit einem Volumen von 1,85 Billionen Euro. Der Leitzins im Euroraum liegt seit inzwischen fast fünf Jahren auf dem Rekordtief von null Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte die Entschlossenheit der Währungshüter bekräftigt, weiterhin für "günstige Finanzierungsbedingungen" zu sorgen.

Für Anleger ist das Umfeld eine Herausforderung. Es gebe große Investoren, "die verzweifelt auf der Suche sind nach Rendite", sagte Müller. "Was sollen denn die ganzen Pensionsfonds machen, die für Mitarbeiter und Pensionäre eine solide Altersvorsorge zugesagt haben? Das sorgt natürlich für steigende Preise bei Substanzvermögen, vor allem bei Immobilien und Aktien." In der Breite sehe er aber "noch keine Preisblasen, auch wenn es schon Einzelfälle gibt, in denen man eine hohe Bewertung kritisch hinterfragen kann", bilanzierte Müller.

Zunehmend mehr Gewicht bekommt in der Geldanlage das Thema Klimawandel und Umweltschutz. Das Thema Nachhaltigkeit "sei definitiv in der Finanzbranche angekommen", sagte Müller. "An dem Thema kommt keiner mehr vorbei." Der Metzler-Partner führte aus: "Es gibt kaum noch institutionelle Kunden, die nicht in irgendeiner Form nachhaltig investieren müssen, da ist ein gewisser Zugzwang entstanden."

Insgesamt sehe er die Finanzbranche gut vorbereitet auf das Thema Nachhaltigkeit. "Was mich bei dem Thema stört, sind pauschale Urteile. Einer Bank vorzuwerfen, dass sie Firmen im Zusammenhang mit Kohle finanziert, halte ich zum Beispiel für sehr zweifelhaft. Im Grunde ist das zunächst eine Entscheidung der jeweiligen Regierung", sagte Müller.

Dass EZB-Präsidentin Lagarde dem Klimaschutz bei der Notenbank mehr Gewicht einräumen will, sieht Müller skeptisch. "Ob Klimaschutz zu den Aufgaben einer Zentralbank gehört, da habe ich große Zweifel. Zentralbanken dürfen nicht mit zu vielen Aufgabenstellungen überladen werden. Die EZB sollte ein klares Mandat haben", sagte der Metzler-Partner.

"Die Folgekosten der Pandemie werden uns noch lange begleiten", prognostizierte Müller. "Vermutlich wird es wieder eine Diskussion über die Ungleichheit in unserem Lande geben, die Forderung nach einer Vermögenssteuer wird wieder aufkommen. Dass wir alle die heutigen Lasten schon tragen in Form von negativen Zinsen, wird dabei gerne vergessen."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Spahn rechnet mit Astrazeneca-Empfehlung auch für Ältere. Es werde mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hinauslaufen, dass die Zulassung des Impfstoffes für über 65-Jährige komme, sagte Spahn nach Teilnehmerangaben am Mittwoch bei den Corona-Beratungen von Bund und Ländern. Dies sei Daten zu verdanken, die man aus Schottland und England habe. Die Ständige Impfkommission (Stiko) befinde sich dazu in der finalen Entscheidungsfindung. BERLIN - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca künftig auch an ältere Menschen in Deutschland verabreicht werden kann. (Boerse, 03.03.2021 - 15:58) weiterlesen...

Finanzminister: Corona-Schaden in britischer Wirtschaft ist 'heftig'. Die Wirtschaftsleistung des Landes sei seit März 2020 um 10 Prozent zurückgegangen, und mehr als 700 000 Menschen hätten ihre Jobs verloren. "Der Schaden, den das Coronavirus angerichtet hat, ist heftig", sagte Sunak am Mittwoch in London bei der Vorstellung seines Haushaltsplans. LONDON - Die britische Wirtschaft wird nach Ansicht von Finanzminister Rishi Sunak noch länger brauchen, um sich von dem "ökonomischen Schock" in Folge der Corona-Pandemie zu erholen. (Wirtschaft, 03.03.2021 - 15:55) weiterlesen...

Bund fördert neue Zugantriebe mit Batterie und Brennstoffzelle. Ein neues Förderprogramm des Verkehrsministeriums sieht dafür 74 Millionen Euro bis 2024 vor. Unterstützt werden sollen etwa die Beschaffung von Fahrzeugen mit Batterien und Brennstoffzellen, um mit Elektromotor auf nicht oder nur teils elektrifizierten Strecken zu fahren. Gefördert werden sollen unter anderem auch Vorrichtungen an Bahnhöfen oder Oberleitungsabschnitten zum Nachladen von Batterien. BERLIN - Für die weitere Elektrifizierung des Bahnverkehrs in Deutschland will der Bund auch alternative Zugantriebe voranbringen. (Wirtschaft, 03.03.2021 - 15:48) weiterlesen...

Söder: Impfungen beschleunigen, Haus- und Betriebsärzte einbinden. Das Motto müsse sein: "All you can vaccinate", sagte Söder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der Schalte am Mittwochnachmittag. Man müsse aus der starren "Impfbürokratie" in mehr Flexibilität kommen. Deshalb müsse man so schnell wie irgend möglich alle Ärzte einbeziehen, niedergelassene Hausärzte, Betriebsärzte, Krankenhäuser und dann auch Schulärzte. Söder bezog sich dabei dem Vernehmen nach zunächst auf den Impfstoff von Astrazeneca , später müsse dies auch für andere Impfstoffe gelten. BERLIN - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in den Corona-Beratungen von Bund und Ländern eine Beschleunigung der Impfungen auch unter Einbeziehung von Ärzten in der Fläche gefordert. (Wirtschaft, 03.03.2021 - 15:43) weiterlesen...

Anfang Februar ein Prozent mehr Sterbefälle in Deutschland. WIESBADEN - In der ersten Februarwoche sind in Deutschland einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes zufolge ein Prozent mehr Menschen gestorben als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Zwischen 1. bis 7. Februar 2021 gab es demnach 20 908 Sterbefälle. In der letzten Januarwoche hatte der Wert im Vergleich zu den Jahren 2017 bis 2020 noch bei plus elf Prozent gelegen, wie das Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Anfang Februar ein Prozent mehr Sterbefälle in Deutschland (Wirtschaft, 03.03.2021 - 15:34) weiterlesen...

Kreise: Scholz plant Nachtragshaushalt wegen Lockdown-Kosten. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) plant angesichts der Kosten für den langen Corona-Lockdown, für Unternehmenshilfen, Tests und Bonuszahlungen für Familien einen Nachtragshaushalt. Darüber informierte der Vizekanzler nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch die Haushälter von Union und SPD. Die geplante Größenordnung ist demnach noch offen. Zuletzt war zu hören, dass das Ministerium von einem Mehrbedarf von etwa 50 Milliarden Euro ausgeht. BERLIN - Die Corona-Pandemie kommt den Staat noch teurer zu stehen als gedacht. (Wirtschaft, 03.03.2021 - 15:32) weiterlesen...