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Kolummne, Deutschland

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Zwar überwiegt die Nachfrage im Handel mit ETFs, Händler berichten aber von zunehmender Risikoaversion, sichtbar in Umschichtungen und schmalen Umsätzen.

07.09.2021 - 16:23:30

Börse Frankfurt-News: Freundliche Stimmung mit einigen Warnsignalen. Auch bei den Renten-ETFs zeigt sich diese Tendenz. Wenig Vorsicht zeigen dagegen die Käufer von Altcoins.

6. September 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von ruhigen Tagen im ETF-Handel auf Xetra spricht Carsten Schröder. Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag hätten zwar etwas Kursbewegung aber kaum Umsätze gebracht, blickt der Händler der Société Générale zurück.

Hubert Heuclin von der BNP Paribas konkretisiert, dass die überraschend schwach ausgefallenen Beschäftigungszahlen vom August vor allem für Ratlosigkeit sorgen. Eigentlich müssten schlechte Nachrichten von der Konjunktur gute Nachrichten für den Aktienmarkt sein, weil sie das Tapering, die Abkehr von der expansiven Geldpolitik, verlangsamen könnten.

Die seit sieben Monaten anhaltende Serie monatlicher Kursgewinne, die längste seit 2013, ist für Heuclin ein Gigant auf tönernen Füßen. Sie basiere größtenteils auf sicheren Investments aus Mangel an Alternativen der Anleger, die immer noch viele Bedenken hätten. "Bilanzstarke Unternehmen führten die Rallye an, schwächere hinkten hinterher. Wachstumsaktien und defensive Werte haben sich in letzter Zeit besser entwickelt als zyklische Werte." In den dünnen Umsätzen sieht der Händler ein starkes Indiz, dass die hohen Preise auf dünnem Fundament stünden.

Heuclin

Kauffreundliche Ruhe mit Fokus auf Marktbreite

Für Schröder ist die Nachrichtenlage stabil. Die Diskussionen um chinesische Aktien seien verdaut. Ohne Überraschung werde diese Gemengelage in den nächsten Tagen bestehen bleiben.

In Schöders Orderbüchern überwiegen die Käufe über alle Assetklassen hinweg mit 64 Prozent die Verkäufe. Heuclin berichtet von höherem Kaufüberhang vor allem in weltweit gestreuten ETFs und US-ETFs, ohne ESG-Komponente, wie der Händler betont (, IE00B3XXRP09, IE00B5BMR087, IE0031442068, IE00B53SZB19, ).

Mehrheitlich Rückgaben beobachtet er bei einem Wasser-ETF (IE00B1TXK627) und bei deutschen Aktien in DAX und MDAX (IE00BHJYDV33, DE0005933931). "DAXit on its way?"

Das sieht bei der Société Générale sehr ähnlich aus. Gekauft würden breit gestreute Aktien-ETFs wie der iShares Core MSCI World () und sein ESG-Pendant von Amundi (LU1861134382). Ebenfalls gefragt wäre ein ETFs mit den Aktien des S&P 500 von Amundi (

Technologie überwiegt

Von den Branchen bleibe die Technologie gefragt, zum Beispiel der weltweit investierte Xtrackers MSCI World Information Technology (IE00BM67HT60), weiß Schröder. Fabian Wörndl, ETF-Händler bei Lang & Schwarz, hat starke Nachfrage nach einem Halbleiter-ETF, dem iShares MSCI Global Semiconductors (IE000I8KRLL9), und nach E-Commerce-Unternehmen im EMQQ Emerging Markets Internet and Ecommerce (IE00BFYN8Y92).

Abgaben gibt es dagegen laut Wörndl von Gold-Produzenten (IE00B6R52036), laut Heuclin von Öl-Unternehmen (DE000A0H08M3) und laut Schröder von Versorgern (IE00BKWQ0P07).

Solana und Cardano begehrt

Hohe Umsätze machen Wörndls Kunden in Krypto-ETNs. Starke Nachfrage gebe es nach Trackern der beiden Alt-Coins Solana und Cardano, die allerdings beide nicht als ETN auf Xetra angeboten werden. Cardano wird in verbriefter Form an der Frankfurter Zertifikatebörse gehandelt (CH0596612660).

Altcoins

sind alle Kryptowährungen, die neben dem Bitcoin am Markt angeboten werden, kurz für Alternative Coins. Zu den bekanntesten Alternativen zählen aktuell Ripple, Dash, Dogecoin, Ethereum und Litecoin.

Weniger Risiko auch bei Anleihen

Schröder berichtet von Käufen eines Indexfonds, der in EU-Unternehmensanleihen mit variabler Verzinsung und kurzer Laufzeit investiert, dem Amundi Floating Rate Euro Corporate 1-3 (LU1681041114) sowie von Verkäufen eines ähnlichen Angebots mit fester Verzinsung, dem iShares EUR Corp Bond 1-5yr (IE00B4L60045).

Sinkende Risikobereitschaft äußert sich seiner Ansicht nach in den Verkäufen eines ETFs mit EU-Staatsanleihen mit schlechten Ratings im Investment Grade-Bereich und kurzen Laufzeiten namens Amundi Govt Bond Lowest Rated EuroMTS Investment Grade 1-3 (LU1681046345). Gefragt seien dagegen Bundesanleihen mit mittlerer Laufzeit über den iShares eb.rexx Government Germany 2.5-5.5yr (DE0006289481).

Heuclin beobachtet bemerkenswerte Zuflüsse in einem aggregierten Renten-ETF der Eurozone mit sehr kurzen Restlaufzeiten, dem JPM EUR Ultra-Short Income (IE00BD9MMF62). Aggregates enthalten Unternehmen- und Staatsanleihen oder, eine Ebene höher, Aktien und Anleihen. Insgesamt überwiege die Nachfrage nach Staats- und Unternehmensanleihen, nur UK-Papiere würden verkauft.

Ebenfalls hoch sei die Nachfrage nach einem ETF mit Unternehmensanleihen aus den USA, dem Xtrackers USD Corporate Bond (IE00BZ036H21). Von mehr Vorsicht sprächen auch die Verkäufe von US-High-Yield-Trackern (IE00B4PY7Y77, < IE00BYXYYL56>).

Von Edda Vogt, 6. September 2021 © Deutsche Börse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de