Kolummne, Deutschland

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Etwas weniger Anleihekäufe in den USA - damit können Anleger gut leben.

08.11.2021 - 10:03:26

Börse Frankfurt-News: Sanfte Zinserhöhungen lassen Märkte steigen. Analysten rechnen mit weiterhin hohen Kursen, so mancher ruft sogar schon die Frühjahrsrally aus.

8. November 2021. Frankfurt (Börse Frankfurt). Rekordhochs, obwohl die US-Notenbank eine Reduzierung der Anleihekäufe angekündigt hat? Ja, denn es sind Trippelschritte, die die Notenbanker in Aussicht gestellt haben. Und die britische Notenbank hat ihren Leitzins - anders als erwartet - doch nicht angehoben. "Durch die meisterhafte Vorbereitung der Fed ist die Tapering-Ankündigung erwartet worden und keine böse Überraschung", bemerkt Robert Halver von der Baader Bank. Die US-Notenbank werde auch kein "scharfes Zinswende-Manöver" riskieren. Denn stark fallende Aktien könnten unkontrollierbare negative Vermögenseffekte auf Konsum und Investitionen nach sich ziehen. "Historisch betrachtet haben sanfte US-Zinserhöhungen die Aktienmärkte weiter ansteigen lassen", erklärt Halver.

"Die Aktienmärkte haben die Unsicherheitsphase wohl überwunden und sind erleichtert, dass die Notenbanken vorerst nicht zu stark auf die geldpolitische Bremse drücken", erklärt auch Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank. Konjunkturdelle, erneute Covid-19-Ausbreitung - über all das werde aktuell hinweggesehen. Er hält auf den zuletzt erreichten Höchstständen zwar eine gewisse kurzfristige Korrektur für möglich. "Solange die Zinsen aber nicht zu deutlich steigen, bleiben die hohen Bewertungen gut unterstützt."

"Hohe Nachfrage bleibt"

Nach Einschätzung Carsten Mumms von Donner & Reuschel dürften negative Realrenditen weiterhin für eine generell hohe Nachfrage nach realen Anlagen - also auch Aktien - sorgen. Allerdings senkten der langsam nachlassende geldpolitische Stimulus die Aussicht auf geringere fiskalische Unterstützung in den USA sowie anhaltende konjunkturelle Unsicherheiten in China das Kurspotenzial für Aktien in den kommenden Monaten. "Eine kurzfristige momentumgetriebene Jahresendrallye ist aber nicht auszuschließen."

Der DAX hatte am Freitag mit 16.084,90 Punkten ein weiteres Rekordhoch markiert und war mit 16.061,78 Zählern aus dem Handel gegangen. Am Montagmorgen steht der Index bei 16.084,90 Punkten leicht im Minus. Die US-Aktienmärkte hatten zum Wochenschluss ihre Rekordserie mit weiteren Gewinnen fortgesetzt. Gut an kamen, neben dem vorsichtigen Vorgehen der US-Notenbank, auch die neuesten US-Arbeitsmarktzahlen. Die zeigen an, dass sich die US-Wirtschaft weiter kräftig erholt. Begrüßt wurde auch die Nachricht, dass Pharmakonzern Pfizer eine offenbar wirksame Tablette gegen Corona entwickelt hat.

Von der Jahresend- in die Frühjahrsrally

Technisch befindet sich der DAX laut Martin Utschneider von Donner & Reuschel nach seiner charttechnischen Korrektur und dem Halten wichtiger Unterstützungsmarken nun in der Jahresendrally. "Diese kann dann auch noch durchaus in eine Frühjahrsrally übergehen", erklärt Utschneider. Das bisherige Allzeithoch stelle jedenfalls eine Durchgangsstation auf dem Weg in Richtung 16.200 dar. Historisch betrachtet sei der Dezember übrigens der dritterfolgreichste Monat hinter März und November. "Seit dem Jahr 2000 beendete der DAX den letzten Monat des Jahres lediglich sechsmal mit negativer Wertentwicklung."

Die neue Woche steht im Zeichen der Berichtssaison. Die Bücher offen legen zum Beispiel Adidas, Allianz, Eon, Infineon, Siemens und Siemens Energy, RWE und Delivery Hero und die Deutsche Telekom. Konjunkturseitig interessieren vor allem die neuesten Inflationszahlen aus den USA.

Wichtige Konjunkturdaten und Wirtschaftstermine der Woche

Dienstag, 9. November

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen November. Die DekaBank erwartet angesichts der sich abkühlenden Konjunktur einen spürbaren Rückgang des Index zur Konjunkturlage. Die ZEW-Konjunkturerwartungen werden den Analysten zufolge leicht nachgeben.

Mittwoch, 10. November

2.30 Uhr. China: Verbraucherpreise Oktober. Nach längerer Zeit mit Inflationsraten kaum einmal über 1 Prozent prognostiziert die DekaBank für den Oktober einen Inflationsanstieg von 0,7 auf 1,3 Prozent. Die Marke von 2 Prozent werde wohl bald geknackt werden. Allerdings schafften es die Unternehmen weiterhin nicht, ihre gestiegenen Produktionskosten auf die Verbraucher zu überwälzen.

14.30 Uhr. USA. Verbraucherpreise Oktober. Die erhoffte Entspannung an der US-Inflationsfront wird es nach Einschätzung der Commerzbank wohl vorerst nicht geben. Die Inflationsrate dürfte im Oktober sogar auf beinahe 6 Prozent gestiegen sein. Neben Energie seien auch solche Güter erneut teurer geworden, bei denen man sich eigentlich ein Abflauen der corona-bedingten Preissteigerungen erhofft habe.

von: Anna-Maria, 8. November 2021, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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