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Kolummne, Deutschland

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Eine weitere Erfolgsstory zieht das Segment nach oben: Scale-Mitglied Formycon hat die Entwicklung eines erfolgreichen Corona-Medikaments verkündet.

16.12.2020 - 14:22:30

Börse Frankfurt-News: Nebenwerte-Indizes auf Allzeithochs. Doch Formycon ist längst nicht die einzige Adresse, bei der es läuft.

16. Dezember 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während der DAX seit Wochen auf der Stelle tritt, erklimmen der Scale All Shares-Index und der Auswahlindex Scale 30 stetig neue Höhen. Neues Zugpferd ist Formycon. Das Biotechunternehmen aus Martinsried-Planegg bei München hat einen SARS-CoV-2-Blocker mit dem Namen FYB207 entwickelt. Der verhindert - wie vergangene Woche bekannt wurde - die Infektion von Zellen vollständig.

Die Meldung löste eine wahre Kursrallye aus: Die Aktie des Unternehmens mit Schwerpunkt hochwertige biopharmazeutische Nachfolgeprodukte ("Biosimilars") stieg innerhalb kurzer Zeit von 32 bis auf über 72 Euro. Aktuell sind es immer noch 68 Euro.

Profiteur der Elektromobilität

Ebenfalls extrem gut entwickelt hat sich in den vergangenen Wochen IBU-tec advanced materials (WKN A0XYHT). Der Dienstleister für thermische Verfahrenstechnik und Spezialist für Drehrohröfen hatte im Oktober angekündigt, 2021 ein eigenes Produkt im Bereich Batteriematerialen auf den Markt zu bringen. Dieses ist für den Einsatz in LFP-Batteriezellen (Lithium-Eisenphosphat) bestimmt, die vor allem für Elektromobilität und stationäre Energiespeicherung genutzt werden - ein echter Zukunftsmarkt. Mitte Oktober kostete die Aktie noch 12 Euro, jetzt sind es 30,40 Euro.

Cliq und Naga mit Kursversechsfachung

Dazu kommen Adressen wie Cliq Digital, The Naga Group, 2G Energy oder Ökoworld, die schon lange eine sehr gute Performance hinlegen. Cliq Digital (WKN A0HHJR) bleibt Nummer eins im Scale-Segment auf Sicht von zwölf Monaten: Die Aktie des Düsseldorfer Unternehmens, das Streaming von Filmen, Musik oder Hörbüchern anbietet, kostete Anfang des Jahres nicht einmal 3 Euro, jetzt sind es 18,40 Euro. Zweitbester Performer auf Zwölfmonatssicht ist weiter das Fintech The Naga Group (WKN A161NR). Der Kurs hat zuletzt nochmals einen Satz nach oben gemacht und sich seit Dezember 2019 fast versechsfacht. Auf Naga folgen jetzt der Anbieter ethisch-ökologischer Fonds Ökoworld (WKN 540868) und das Softwareunternehmen EQS Group (WKN 549416).

Der Scale All Share-Index liegt am Dienstagmorgen bei 1.433 Punkten nach 1.254 Mitte November, ein Plus von 33 Prozent seit Jahresanfang. Der Scale 30 steht mittlerweile bei 1.503 Zählern nach 1.288 vor einem Monat, seit Jahresanfang ergibt das ein Plus von 31 Prozent. Beide Indizes lassen den DAX damit weit hinter sich. Der bewegt sich im Vergleich zum Jahresanfang immer noch in der Verlustzone.

Es gibt allerdings auch Enttäuschungen: Größte Verlustbringer sind derzeit Vectron Systems, mVise, Pantaflix, Deutsche Rohstoff AG und Cyan. Die Aktien haben seit Mitte Dezember 2019 zwischen 26 und 43 Prozent verloren.

Formycon-Kursexplosion: Gerechtfertigt oder übertrieben?

Ist Formycon das neue Biontech? Hauck & Aufhäuser ist jedenfalls positiv gestimmt: Formycon dürfte mit den Ergebnissen auf starkes Interesse seitens der großen Pharmakonzerne stoßen, heißt es. Eine Partnerschaft könne den Entwicklungsprozess beschleunigen. Die Analysten hoben das Kursziel von 50 auf 75 Euro an. Für etwas übertrieben hält hingegen Kepler Cheuvreux die Reaktion an der Börse. Die Analysten begründen das mit dem frühen Stadium: Die klinische Entwicklung werde erst Ende 2021 beginnen, eine Zulassung frühestens Ende 2022 möglich sein. Das Anlageurteil bleibt bei "Buy", das Kursziel von 45 Euro liegt aber mittlerweile deutlich unter dem Marktniveau.

Analysten: Media & Games noch Potenzial

Stark verteuert auf aktuell 2,10 Euro hat sich zuletzt auch Media & Games Invest (WKN A1JGT0). Der Aktie, die erst seit Juli im Börsensegment Scale gehandelt wird, trauen einige Analysten noch mehr zu: Etwa sieht das Analysehaus GBC das Unternehmen weiter auf Wachstumskurs. Der Ausbau der Mobile-Gaming-Aktivitäten eröffne zusätzliches hohes Umsatzpotenzial. Das Kursziel liegt jetzt bei 3,20 nach bisher 2,95 Euro. First Berlin hat das Kursziel von 2,50 auf 2,80 Euro erhöht und die "Buy"-Empfehlung bestätigt. Der Neunmonatsbericht zeige eine weiterhin gute Geschäftsdynamik.

von: Anna-Maria Borse,

© 16. Dezember 2020, Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de